Helene Hegemann spricht über Plagiats-Vorwürfe

Der Berliner Ullstein Verlag hat nun nachträglich die Abdruckrechte für bisher nicht genannte Quellen in ihrem Bestseller "Axolotl Roadkill" eingeholt. Geschäftsführerin Siv Bublitz entschuldigte sich in einer Erklärung für die umstrittenen Übernahmen. Hegemann hatte eingeräumt, für ihren Überraschungs-Erfolg "Axolotl Roadkill" Passagen aus dem Roman und Blog eines anderen Autors übernommen zu haben. "Ich habe das nicht einfach munter abgeschrieben", sagte sie. "Es geht hier nicht um Plagiarismus, sondern um Intertextualität - ein Arbeitsverfahren, das sehr viele Künstler benutzen."

Zudem handle es sich nicht um einen komplett collagierten Roman, sondern um einige wenige Stellen in ihrem Buch. "Ich habe einige Versatzstücke organisch in meinem Text eingebaut und bin dadurch indirekt in Kommunikation mit dem Autor getreten", sagte Hegemann. "Das ist nicht genug, um mir meine literarische Eigenständigkeit und die Eigenständigkeit des Buches abzuerkennen."

Nachdrücklich wies Hegemann auch den neuen Vorwurf zurück, sie habe zudem für eine Kurzgeschichte im Szene-Magazin "Vice" einen Film des jungen deutschen Regisseurs Benjamin Teske ausgeschlachtet. "Mein Text war eine Auseinandersetzung mit dem Film und sollte eine Hommage an Teske enthalten. Das Magazin hat diesen Hinweis einfach nicht mit abgedruckt, geschweige denn das Abdruckrecht für den Text bei mir eingeholt", sagte sie. "Da versucht jemand, auf den Zug aufzuspringen und von der Hetze gegen mich zu profitieren."

Bublitz räumte dagegen Fehler ein. "Die Quellen nicht schon in der ersten Auflage des Buches zu nennen, war ein Versäumnis, das Verlag und Autorin bedauern", schrieb sie. "Deshalb den gesamten Roman unter den Generalverdacht des Plagiats zu stellen und seinen literarischen Wert zu bestreiten, halte ich jedoch für völlig inakzeptabel." Das neue Quellenverzeichnis soll laut Bublitz der nächsten Auflage beigefügt werden.

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