Kein Tag wie der andere

Uschi Fellner

Kein Tag wie der andere

Melde mich aus der Urlaubs-Clubanlage. Bin die, die immer beim Buffet zu finden ist. Normalerweise bin ich nicht so ein kraftvoller Esser. Hier schon. Morgens, mittags und abends: Buffet. Nachmittags, vormittags und als kleine Freude nach Mitternacht: exklusives Snack-Buffet. Dazwischen könnte ich eine der zahlreichen Sport-Aktivitäten belegen. Geht sich nur immer so knapp aus, mit dem Essen. Wobei, heute Vormittag fand ich den perfekten Time-Slot. Aqua-Fit-Training, 11.30 bis 12.15 Uhr. Haarscharf platziert zwischen Vormittagssnack und Mittagsbuffet.


Wir trugen mit Blei verstärkte Schwimmgürtel sowie Wasser-Bleimanschetten. Trainerin Kerstin stand auf der Pool-Bühne und rief: „Und eins und zwei und drei, die blonde Dame ganz hinten, die kann noch mehr! Gib alles – du kannst, wenn du willst! Und hopp!“ Klar, kann ich, wenn ich will. Aber schwer, wenn vom Vormittagssnack, der ja knapp nach dem Frühstück ansetzt, noch drei kleine Kokosschnitten, eine halbe Wassermelone und ein köstliches Aprikosen-Joghurt in den Eingeweiden lagern.
„Und jetzt unter Wasser den Hampelmann springen!“, ruft Kerstin, „Hopphopp! Unter Wasser ausatmen und über Wasser einatmen, ist ganz einfach!“ Ich atmete unter Wasser aus und über Wasser ein und verwechselte beides nur einmal. Dann nie wieder. Weil ich nahtlos zum Mittagsbuffet wechselte.

Aufgrund meiner Erfahrung möchte ich anmerken, dass es keinen Sport gibt, der einen aufwühlenderen Appetit erzeugt, wie das Aqua-Fit-Training. Man hievt den ertüchtigten Leib aus dem Wasser und spürt krachende Leere im Magen.
Müsste dringend mehr trainieren. Das Aqua-Training dient meiner Fettness. Fett for fun. Wenn ich nicht irre, ist es so, dass sich der Dicke im Wasser leichter fühlt als der Dünne. Leider nur, solange er nicht raussteigt. Bleibe also im Wasser. Bis auf Weiteres. Es ist schön hier. Und das Essen bringen sie einem bestimmt auch an den Pool-Rand.

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