Und, was wünscht du dir?

Kristin Pelzl-Scheruga

Und, was wünscht du dir?

Bescheidenheit, behaupte ich jetzt einmal frei nach Wilhelm Busch, ist eine Zier, von der die Fünfjährige nicht viel hält.  Es gibt Kinder, die antworten auf die derzeit unvermeidliche Frage, was sie sich denn vom Christkind wünschen, Frommes wie „Ein Pixibuch“ (habe ich mit eigenen Ohren gehört!) oder „Skischuhe“ (so etwas Vernünftiges käme unserem Mädchen nie über die Lippen).
Wird Rosa nach ihren  Wünschen gefragt („ein Playmobil-Schloss, ein Barbie-Schloss, ein Filly-Schloss, ein Rapunzel-Schloss und noch vieles mehr an  rosarotem Prinzessinnen-Kitsch), hoffe ich nur, andere Mütter halten mich nicht für eine erzieherische Komplett-Versagerin, die das verwöhnteste Balg aller Zeiten herangezüchtet hat.
Warum kann Rosa nicht, wie noch vor zwei Jahren, ein paar Stricherl auf ihren Christkindl-Brief kritzeln und verkünden: „Ich wünsche mir nur ein ganz, ganz kleines Kätzchen“?
 Auch jetzt hat unser Mädchen eine Bestell-Order ans Christkind designt. Aber noch während sie akribisch ihre Begehrlichkeiten skizziert, entdeckt Fräulein Nimmersatt ein Spielzeugprospekt: „Weißt du was, Mama? Ich mach’ einfach ein Kreuzerl bei allem, das ich mir wünsche. Da sieht das Christkind viel besser, wie die Sachen genau aussehen sollen!“  Ich fürchte, dem armen Himmelsgeschöpf wird ob derart viel Kalkül gerade ganz schwummrig ...

Kristin Pelzl-Scheruga ist Gesund-Chefin von MADONNA.

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