Strache

Straches schönste Seite

Philippa Strache im MADONNA-Talk

Im Oktober 2016 gab sie  Heinz-Christian Strache das Jawort – nun, im ­Wahlkampf, ist sie seine wichtigste Stütze. TV-Moderatorin Philippa Strache über Anfeindungen, Emanzipation und HC Strache, wie nur sie ihn kennt. 

Als ihr neulich beim Friseur die Haare schwarz anstatt blond gefärbt wurden, hat sie das nicht nur geärgert, sondern regelrecht gekränkt. „Vielleicht habe ich schon einen Verfolgungswahn“, sagt Philippa Strache noch vor Beginn des großen MADONNA-Interviews für oe24.TV, „aber ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob das wirklich ein Versehen war“. Die 29-Jährige hat schon viel einstecken müssen – als Ehefrau von FPÖ-Parteiobmann und Nationalratswahl-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache (48) hat sie zwar, ebenso wie ihr Mann, viele Anhänger, aber auch viele Kritiker. Wie die TV-Moderatorin, die 2007 – lange bevor sie Strache kennenlernte – noch unter ihrem Mädchennamen Philippa Beck den MADONNA-Model- Contest gewann, mit Anfeindungen umgeht, was sie an dem Polit-Pro­vokateur so liebt und wie sie als Kanzlergattin agieren würde, verriet sie im ­Gespräch mit MADONNA. 
 
Philippa, ich muss eingangs erwähnen, dass wir per Du sind, da wir uns vor zehn Jahren beim MADONNA-Model-Contest kennen­gelernt haben. Wenn du dich jetzt zurück­erinnerst: Wie hast du damals über HC ­Strache gedacht?
Philippa Strache: Ich bin mit meinem ­jetzigen Mann erst ein Jahr später zum ersten Mal in Berührung gekommen. Und ­damals hatte ich, ehrlich gesagt, nur ein medial gezeichnetes Bild von ihm: das ­eines Rebellen. 
 
Viel später habt ihr einander besser kennengelernt – war es Liebe auf den ersten Blick? 
Strache: Das kann man so nicht sagen. Zum ersten Mal sind wir einander vor neun Jahren im Parlament begegnet. Das war ein sehr „neutrales“ Treffen, würde ich sagen. Als wir einander aber später wiedersahen, war von Anfang an etwas sehr Besonderes zwischen uns, ein so vertrautes und inniges Gefühl, dass ich von mir selbst wirklich überrascht war. Vielleicht nennt man so etwas Liebe auf den ersten Blick. Ich weiß es nicht. 
 
Warst du gar nicht skeptisch? 
Strache: Ich habe selbst die Erfahrung gemacht: Je stärker ein von außen gezeichnetes Bild ist und je mehr man mit Vor­urteilen behaftet in eine Situation geht, umso unharmonischer ist ein ­Treffen. Ich glaube, dass man jedem ­Menschen gegenüber offen sein muss. Genau so bin ich in das Treffen mit meinem jetzigen Mann reingegangen – und war von mir selbst überrascht, dass ich von Anfang an so ­starke Gefühle für ihn hatte.
 
Wie haben deine Freunde, deine Familie ­darauf reagiert, als du ihnen sagtest, wer dein neuer Freund ist?
Strache: Manche distanziert. Aber die, die es ehrlich mit einem meinen, die freuen sich immer, wenn jemand sein privates Glück gefunden hat. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Am Anfang hat mich das irrsinnig gekränkt. Mittlerweile bin ich dankbar dafür. Es hätte mich wahrscheinlich Jahre gekostet – ohne zu wissen, wer es mit einem wirklich gut meint. 

Das heißt, du hast viele Freunde verloren?
Strache: Ja, aber das stört mich heute nicht mehr.
 
Was hat HC Strache dazu gesagt?
Strache: Ich habe ihm das nicht gesagt. Es hätte keinen Sinn gemacht. Denn er hätte sich vielleicht schlecht gefühlt oder sich ­gedacht, dass ich Trost brauche und vielleicht mit meiner Entscheidung hadere. Das wollte ich nicht. Ich wollte nie, dass er sich wegen solchen Dingen schlecht fühlt. 

Zwischen Ihnen ist ein Altersunterschied von knapp 20 Jahren – war das ­jemals ein Thema für dich? 
Strache: Nein, nie. Ich finde es angenehm, einen etwas älteren Ehemann zu haben, weil er viel souveräner ist. Heinz-Christian ist ausgesprochen sicher. Und zwischen uns läuft alles auch sehr harmonisch ab. Ich kann nicht sagen, ob das mit einem jungen Mann oder einem Mann, der so alt ist wie ich, genauso wäre. Ich wusste relativ früh, dass ich heiraten und eine Familie gründen will – und ich glaube, dass ein ­junger Mann dafür noch gar nicht so bereit wäre. 
 
Hat er auch eine Art Beschützer-Rolle für dich übernommen?
Strache: Ja, schon. Wobei manchmal beschütze ich ihn und manchmal er mich.
 
Wovor musst du ihn beschützen?
Strache: Na ja, gerade in so einer Zeit wie jetzt im Wahlkampf, wenn du besonders gefordert bist und deine ganze Emotion dran hängt, brauchst du ein stabiles Zuhause, damit du Kraft tanken, wieder zu dir selbst finden und dich auch ein bisschen erholen kannst. Ich bemühe mich, meinem Mann das zu ermöglichen. 
 
Lernen Sie Ihren Mann im Wahlkampf wieder von einer ganz anderen Seite kennen?
Strache: Wir waren schon während des Wien-Wahlkampfs ein Paar. Und ich lern(t)e ihn nicht von einer anderen, neuen Seite kennen. Es ist nur so, dass sich die Rollen in einer Stresssituation wie einem Wahlkampf verändern. Ich bemühe mich daher, mich zurückzunehmen und ihn zu unterstützen. 
 
Du begleitest ihn ja auch zu den TV-Diskussionen, sitzt immer backstage. Ist das deinem Mann wichtig? 
Strache: Ja, ich glaube schon. Zusammen ist man einfach stärker. Wenn du jemanden hast, der an deiner Seite ist und dem dieselbe Sache wichtig ist, dann ist das ­unbezahlbar. 
 
Gibst du ihm nach seinen Auftritten ehrliches Feedback und zählst ihm auch Kritikpunkte auf? 
Strache: Kritikpunkte aufzählen, das würde ich nicht. Aber natürlich sprechen wir über seine Auftritte. Heinz-Christian ist selbst auch sehr kritisch – und generell ein Perfektionist. Da hilft es, wenn man mit dem Partner darüber sprechen kann. Und er verträgt auch absolut Kritik, ist absolut kritikfähig.
 
Nun ist HC Strache ein sehr impulsiver Mann. Wie kann man ihn sich privat vorstellen? Ist er da auch so impulsiv?
Strache: Er ist emotional. Ich glaube, bei allem, wo man mit Emotion dahinter ist, ist man impulsiv. Impulsiv ist kein negativ behafteter Begriff. Mein Mann ist ein irrsinnig emotionaler Mensch. Alles, was er macht, macht er mit ganzem Herzen und viel Liebe und Hingabe. Natürlich macht er auch Politik mit Hingabe, das ist seine Leidenschaft. Und privat ist er genauso. Ich habe das schon einmal in einem Interview erzählt: Wenn er Geburtstags- oder Weihnachtskarten schreibt, sind das nicht irgendwelche kurzen Grüße, sondern zwei vollgeschriebene Seiten. 
 
Was sagst du zu seiner Politik, gibt es da nicht den einen oder anderen Punkt, wo du nicht einverstanden bist?
Strache: Nein. In einer Partei gibt es natürlich unterschiedliche Meinungen. Aber man einigt sich, vertritt nach außen hin ­eine Meinung und so gehe ich auch damit um. 
 
„Nach außen hin“, sagst du – also gibt es wahrscheinlich Diskussionspunkte, aber das macht ihr euch dann zu Hause aus …
Strache: Manchmal sieht man Sachen sicher ein bisschen anders. Wir hatten jetzt zu Hause zum Beispiel kürzlich das Thema Fiaker. Ich bin sehr emotional, wenn ich wieder einen Unfall mit einem Pferd sehe … Da blutet mir das Herz, aber ich verstehe natürlich auch den – sagen wir – wirtschaftlichen Aspekt. Da vertreten wir unterschiedliche Meinungen. Aber wir diskutieren dann sachlich darüber und konstruktiv. 
 
Über Politik wird nie gestritten bei euch?
Strache: Nein, nie. 
 
HC Straches Flüchtlingspolitik, seine Meinung zu Migration – mit alledem bist du ­einverstanden? Ist es nicht zu hart, was er fordert?
Strache: Na ja, ich kenne ja auch die Strukturen dahinter. Ich kenne die Forderungen und ich kenne die Konzepte, die dahinterstehen. Und wenn man sich ­näher mit den Themen befasst, macht das Ganze Sinn. Dass vieles medial anders präsentiert wird, damit muss man leben.

Wen würdest du am 15. Oktober wählen, wenn ihr nicht ein Paar wäret? 
Strache: Ich würde mein Kreuz trotzdem bei der FPÖ machen. 

Du darfst nichts anderes sagen, oder? 
Strache: Ich darf sagen, was ich will.
 
Bekommt man an der Seite eines Spitzenkandidaten kein Briefing? Vieles kann doch negativ ausgelegt werden.
Strache: Sicher, die Gefahr besteht. Man kann Worte immer umdrehen. Aber es gibt bei uns kein Briefing, es gibt auch ­niemanden, der mir einen Maulkorb ­verpasst, der sagt, das darfst du sagen, das darfst du nicht sagen. Wir sind als Partei irrsinnig harmonisch. Natürlich kommen gut gemeinte Ratschläge oder manchmal sagt jemand: „Hm, das hättest du anders formulieren können.“ Das kann passieren, aber das ist ein freundschaftlich gemeinter Rat, den ich auch gerne ­akzeptiere. 
 
Angenommen, du würdest Kanzlergattin werden – was würde sich für dich verändern?
Strache: Ich bin jetzt schon dankbar für alles, was ich aufgrund meiner Rolle an der Seite eines Bundesparteiobmanns machen darf. Ich habe oft die Möglichkeit, Leuten zu helfen, Projekte zu unterstützen. Als „First Lady“ würde ich das natürlich weiter vorantreiben, dann könnte ich noch viel mehr bewirken. Das ist etwas, das nicht nur meiner Seele, sondern vielen Menschen guttut. Das wäre mir ein Anliegen. 
 
Du wärst eine ziemlich unkonventionelle First Lady …
Strache: Ich möchte mich niemals verstellen, nicht in eine Rolle schlüpfen, die ich nicht bin. Ich bin jünger als die meisten Politikerfrauen, das ist eine Tatsache, die ich nicht ändern kann. Ich bin vielleicht ein bisschen forscher als die anderen und ich bin impulsiver, emotionaler. Aber ich denke, dass ich mich gerade dadurch ein bisschen abgrenze, und das ist auch gut so. 

Auch optisch, du bist oft sehr sexy gekleidet.
Strache: Wirklich? Ich bemühe mich schon immer, dass ich zum Beispiel nicht zu viel Dekolleté zeige. Weil ich mich selbst auch nicht in so einer Rolle sehe. Und zum Thema sexy: meine Sneakers-Sammlung ist größer als die meiner High Heels.
 
Du hast als Model gearbeitet, daher gibt es natürlich viele Fotos, die sehr sexy sind. Könnte dir das mal auf den Kopf fallen? 
Strache: Ich habe am Anfang darüber nachgedacht, aber das war eine Zeit, in der ich irrsinnig jung war. Kein Mensch kann in die Zukunft schauen und damals war ich sehr jung. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal eine Rolle bekleide, die ein bisschen politisch ist. Hätte ich das damals schon gewusst, hätte ich diese ­Fotos nicht gemacht. Aber jetzt ist es ­passiert. 
 
Was wünschst du dir als Frau von der Politik in Österreich?
Strache: Ich hätte gerne, dass die Geschlechterrollen neu durchdacht werden. Aber ohne dabei in diese Emanzipationsgespräche abzugleiten und damit Zeit zu verlieren. Es ist wichtiger, über Kinder­betreuung und gesicherte Kinderbetreuungsplätze zu sprechen. Und darüber, dass Frauen nach wie vor erheblich weniger verdienen als Männer. Diese Geschlechterrollen aufzubrechen halte ich für wichtig.

Wärst du auch für eine Frauenquote?
Strache: Ich weiß nicht, ob durch eine Frauen-Quote nicht zusätzliche Probleme auf Frauen zukommen, Eifersüchteleien oder im schlimmsten Fall Mobbing. Ich denke, eine Frau tut sich nichts Gutes, wenn sie eine Position nur aufgrund einer Quote hat. Die „Quoten-Frau“ zu sein, ist sicher nicht angenehm, ich würde mich damit nicht wohlfühlen. 

Stichwort Kinder: Ihr wollt ja Eltern werden. Wie würdest du das handhaben? Würdest du als Mutter relativ schnell in den Job zurückkehren wollen?
Strache: Natürlich. Diesen Spagat muss ich dann schaffen – und ich glaube, dass ich im Vergleich zu vielen anderen Frauen sehr privilegiert bin – weil bei mir zum Beispiel der Faktor „alleinerziehend“ wegfällt. Eine Aufgabe, die viel fordert! Ich hingegen habe einen Mann an meiner Seite, der mich auch unterstützen wird, wenn wir dann Kinder haben. Darauf freue ich mich eigentlich auch schon. Ich glaube auch, dass es einem Kind guttut, wenn die Mutter ausgelastet und wenn sie sich gefordert und geschätzt fühlt. Aber mir ist natürlich klar, wie hart es ist, alles unter einen Hut zu bringen, wenn man ­etwa Alleinerzie­herin ist, wie es meine Mutter war. Noch dazu mit Zwillingen – die alles zeitgleich gebraucht haben … Da hat sie Großartiges geleistet. Und was das heißt, werde ich wohl noch mehr zu ­schätzen wissen, wenn ich Mama bin. Mütter leisten sehr viel – das darf man nie vergessen! 
 
Dein Mann hätte am liebsten sofort ein Baby – bist du schon bereit?
Strache: Wir hatten am Wochenende Freunde mit einem Baby bei uns – mein Mann liebt Kinder einfach und das ist schön für mich zu sehen. Ich denke nur, dass es momentan einfach so viele andere Aufgaben gibt. Gerade jetzt, in diesem Jahr, und wahrscheinlich auch im nächsten Jahr, sodass es nicht so bald sein wird. Aber ich freue mich unheimlich drauf, bald Mama zu werden. 
 
 
Zur Person
Ins Rampenlicht geriet Philippa Strache, geborene Beck, zum ersten Mal mit 19 Jahren, als sie den MADONNA-Model-Contest 2007 gewann. Als Presselady von Frank Stronach ­sammelte sie erste Erfahrungen in der Politik, schwenkte dann beruflich um und wurde Moderatorin. Auf oe24.TV moderiert sie das Promi-Quiz „Schlag den Toni“ mit Toni Polster.  
Privat 2015 verliebte sie sich in HC Strache (1999–2006 mit Daniela Plachutta verheiratet). Im Oktober 2016 heiratete das Paar in der Wachau. Die kirchliche Trauung folgt 2018.