Zurück in dei Sixties?

Kristin Pelzl-Scheruga

Zurück in dei Sixties?

Am liebsten wäre ich im „swinging London“ der Sixties jung gewesen: Miniröcke, freizügiger Umgang mit allem, was Spaß macht, und natürlich die beste Musik aller Zeiten – von den Fab Four bis zu den Kinks.
Stutzig macht mich aber dennoch, was eine aktuelle Spectra-Umfrage enthüllt: Dass sich immer mehr Frauen nach einer Sechziger-Jahre-Idylle sehnen, in der sie in adretten Schürzen Haus und Kinder putzen, während der Mann die Kohle heranschafft.
Mag sein, dass die derzeitige Situation (unsichere Jobs, zu wenig Kinderbetreuungsplätze, zu wenig Mit-Engagement der Männer) Frauen weg von der Karriere und hin zur Küche drängt. 
Aber sind sie dann wirklich glücklicher?
Ich bezweifle das. Klar: Es gibt Frauen, für die es erfüllender ist, sich ganz der Familie zu widmen – und dafür gebührt ihnen Anerkennung. Dazu braucht es aber in den meisten Fällen einen Super-Verdiener. Und das bedeutet fast zwangsweise auch: von ihm abhängig zu sein. Eine gefährliche Idylle.
Back to the Sixties: Dem Versorger die Patschen vor den Fernseher stellen und die Kids im Alleingang großzuziehen – diese Rolle hätte ich auch vor 50 Jahren dankend abgelegt. Ich wäre als Hippie durch den Hyde-Park spaziert und abends durch Soho gezogen. Und Tee gekocht hätte ich ausnahmsweise für George Harrison. Oder Mick Jagger...

Kristin Pelzl-Scheruga ist Gesund-Chefin von MADONNA.

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