Ein Mann nach  dem andern...

Kristin Pelzl-Scheruga

Ein Mann nach dem andern...

Das hat die Sechsjährige mit ­Sicherheit nicht von mir: Sie wechselt ihre „Männer“ wie ihre „Hello Kitty“-Unterhosen. Also beinahe täglich…
Erinnern Sie sich noch an Laurenz (Name geändert)? Das ist der süße Engelskopf aus Rosas Klasse, in den sie bis vor drei Wochen sehr verliebt war. Von ­einem Tag auf den anderen war er out. „Wie geht es Laurenz?“, frage ich mein Mädchen, während ich ihm den Pyjama anziehe. Rosa verdreht die Augen: „Ach der! Den kannst du vergessen, Mama! Der spielt ja nur mit Buben!“

Zwei Tage später holt der Beste Rosa von der Schule ab. Sie kommt Hand in Hand mit Robert (Name wieder geändert). „Papa, fahr wieder heim, ich geh heute mit dem Robert mit“, befiehlt sie dem Besten, der dem Töchterl erklärt, dass das nicht so einfach geht: „Da müssen wir erst Roberts Mama fragen.“ Der Bub hält das auch nicht für notwendig: „Meine Mama ist ja gar nicht daheim. Rosa kann ruhig mitkommen. Ich pass schon auf sie auf!“

Dazu muss man sagen: Robert ist der schlimmste Bub der Klasse. Er ist rotzfrech und beugt sich den üblichen Schulkonventionen nur ungern. „Warum gerade der?“, fragt mich der Beste. „Weil die Bad Boys immer die interessantesten sind“, sage ich.
„War das bei dir auch so?“, will der Beste wissen. Klar, Liebling! Aber nur so lange, bis ich dich kennengelernt hab…

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