Allein in den Flitterwochen

Nina Fischer

Allein in den Flitterwochen

Zwecks Recherche begab ich mich vor wenigen Monaten in die Karibik – in die Flitterwochen-Hotspots Antigua und St. Lucia (die große Reportage lesen Sie auf den kommenden Seiten). Und da es um die Arbeit ging, trat ich den Flug zwar mit einigen Kollegen, aber ohne männliche Begleitung an. Honeymoon mit mir allein – ein King-Size-Bett nur für mich, Erholung pur. Herrlich, so dachte ich, bis ich am ersten Tag beim Frühstück saß: Manche Pärchen schwiegen sich an, manche strahlten sich an, andere unterhielten sich angeregt übers Tagesprogramm – und alle starrten sie mich an. Ich allein im Flitterwochenparadies mit Oatmeal in der Schüssel und der aktuellen Zeitungsausgabe am iPhone. Gedeckt war – natürlich – für zwei. Die Kellnerin kam mit der Frage: „Wo ist denn Ihr Mann?“ Ich: „Bin alleine.“ Ja, das sehe sie, aber wann käme denn der Herr Gemahl? Ich ungehalten: „Ich habe keinen Mann!“  Sie starrt mich entgeistert und vor allem mitleidig an. Ich gebe auf: „Ähh, mein Mann kommt eh gleich. Wirklich! Er braucht nur länger im Bad.“ „Kaffee oder Tee für den Herrn?“, fragt sie. „Einen Caffè Latte bitte.“ Sie sieht wieder mitleidig drein und dampft dann endlich ab. Daraufhin hab ich mir aus lauter Frust gleich Frühstück für zwei geholt. Mein imaginärer Mann Harvey liebt mich nämlich sowieso genau so, wie ich bin. 

Nina Fischer ist MADONNA-Living-Chefin n.fischer@oe24.at

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