Mein perfekter Tag

Ein perfektes Geburtstagsgeschenk

Ich befinde mich gerade in einem Flugzeug das in kürze abfliegt und zwar nach Gran Canaria.

Meine Töchter Helga und Doris sitzen neben mir und haben gerade ein Glas Sekt gegen meine Aufregung bestellt. Ich schaue so aus dem kleinen Fenster raus und denke an die vorangegangenen Tage. Wie kam es zu diesem beginnenden besonderen Tag?

Mein Geburtstag stand vor der Tür. Der 2. Februar ist Mein Tag. Helga, Doris und Renate meine Töchter machten ein riesiges Geheimnis aus meinem Geschenk. Sie hatten immer gut überlegt was sie mir schenken. Da ich leider nicht sehr gut finanziell da stehe habe ich aufgrund von Ratespielen immer wieder versucht einen kleinen Hinweis auf meine Überraschung zu ergattern. Leider oder besser gesagt Gott sei Dank sind meine Kinder sehr gute Überraschungskünstler und halten fest zusammen wenn es darum geht ein Geheimnis zu bewahren. Jedes mal wenn ich dachte jetzt bin ich ein kleines Stück weiter bei der Raterei, haben Sie alles wieder auf den Kopf gestellt. Von einer Bootsfahrt, welche ich mir wirklich nicht gewünscht hätte, da ich so große Angst davor habe, bis zu einem anderen Auto habe ich mir schon alles ausgemalt. Doch es kam anders als in meinen kühnsten Vorstellungen.

An meinem Geburtstag habe ich ein Kuvert in die Hand bekommen. Es war sehr ungewöhnlich, da die 3 Mädels so lachten und ich nicht nachvollziehen konnte was so lustig ist. Ich öffnete es und als ich das erste Stück Papier raus zog konnte ich einen riesigen Flieger und ein Meer darauf erkennen. Doch was soll das bedeuten? Von einem Urlaub am Meer habe ich immer schon geträumt. Doch leider kostet das viel Geld welches ich für wichtigere Dinge benötige. Für meine Gesundheit würde es einiges geben, da ich Asthma habe und erst kürzlich mit dem Hautkrebs zu tun hatte.

Aber ist es das auf dem Stück Papier was ich mir in vielen Jahren zuvor immer erträumt habe? Ein zweiter Griff in den Briefumschlag gibt mit Gewissheit. Ich ziehe 3 Tickets raus und während dessen reden meine Kinder auch schon ein auf mich und sagen, ich muss meinen Koffer fertig packen, in 2 Tagen liegen wir am Strand und lassen uns verwöhnen. Einen Moment lang hat es mir die Sprache verschlagen, was wirklich sehr selten ist und als ich mich wieder gefangen hatte wurde der genaue Ablauf festgelegt. Helga meine älteste Tochter nahm die Tickets wieder an sich und zeigt mir den bereits gepackten Koffer. Nur ein paar Kleinigkeiten wie Toilettsachen und Medikamente fehlten noch.

Der Tag der Abreise ist gekommen. Wir fuhren mit dem Auto nach Wien und standen am Flughafenschalter als wir einchecken wollten. Doch es gab keinen Flug zu dieser Zeit. Mein Gott dachte ich in diesem Moment. Es ist mir nicht gegönnt wegzufliegen. Aber meine Töchter waren nicht Konzeptlos nach diesem Rückschlag und so buchten Sie uns einfach auf den nächsten Flug um. Dieser war jedoch erst am nächsten Tag und so mussten wir noch eine Nacht in Wien in einem Motel bleiben. Aufgrund dieses unvorhergesehenen Ereignisses konnte ich diese Nacht nicht wirklich gut schlafen und habe daher am nächsten Morgen Helga und Doris sehr früh geweckt um nicht nochmals zu spät zu kommen. Also fahren wir wieder zum Flughafen und checken ein aber diesmal klappt alles wie am Schnürchen. Das einzige was sich jetzt breit macht ist ein flaues Gefühl in der Magengegend und schlottrige Knie auf dem Weg zum Flugzeug. Meine Aufregung steigt immens an und meine Atemwege spielen verrückt.

Jetzt sitze ich im Flugzeug und gleich geht es los. Den Fensterplatz habe ich mir auch gesichert, vielleicht ist es dann mit der Flugangst nicht so weit her. Doch das Glas Sekt welches ich jetzt in meinen leicht zittrigen Händen halte und ein paar kleine Schlückchen wirken der Aufregung wirklich gut entgegen. Die Reise kann nun beginnen. Die gut 4 Stunden Flugzeit sind rasend schnell vergangen und anschließend fahren wir mit dem Bus ins gebuchte Hotel, wo wir schon erwartet werden.

Wir bringen unsere Koffer aufs Zimmer, ich mach ein kleines Nickerchen um mich zu erholen und dann ging es ab an den Strand. Jetzt habe ich das schönste Bild vor meinen Augen. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein und ich genieße es. Meine Zehen spüren den feuchten Sand und mein Blick schweift über die gewaltigen Wellen die vor uns ihr Spiel treiben. Wow, das war der beeindruckendste Moment in meinem Leben, welchen ich mit meinen Kindern gemeinsam teilen durfte.

Doch das sollte noch lange nicht alles sein. Nach einem Spaziergang am Strand, musste natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt werden. Wir gehen in ein Restaurant und lassen uns richtig verwöhnen. Spaß und Freude kam an diesem Tag nicht zu kurz und es wurde gelacht und alte Geschichten ausgegraben die wir uns

beim Essen ausführlich erzählten. Nun wurde es bereits Abend und wir fuhren in die Stadt, wo wir einem einheimischen Maler begegneten. Dieser fertigte Portraits an. In meinem Übermut lies ich auch eines anfertigen auf das ich besonders stolz bin da meine Lebensfreude darauf wiederzuerkennen ist.

Spät in der Nacht gehen wir aufs Zimmer zurück und im Bett lasse ich diesen einzigartigen Tag durch meinen Kopf gehen um jede Einzelheit nochmals zu durchleben. Es war unbeschreiblich dieses Gefühl des Glückes.

Ich werde diesen besonderen Tag und auch die darauffolgenden Tage in meinem ganzen Leben nicht vergessen. Es war mein erster Urlaub und dieses Portrait das in meinem Schlafzimmer hängt erinnert mich stets an dieses Glücksgefühl das mich an diesem Tag erfüllte, welches ich mit meiner Familie teilen durfte.