Yeah! We Love you, Sir Paul!

Kristin Pelzl-Scheruga

Yeah! We Love you, Sir Paul!

Es gibt Gesünderes, als auf Popkonzerte zu gehen. Der Beste und ich warten nachmittags vor dem Stadion, um an vorderster Front Sir Paul McCartney live zu erleben.

Zwei Stunden noch bis zum offiziellen Einlass. Das geht ins Kreuz. Und die Beine werden müde. Durst haben wir auch. Aber zum Glück sind alte Freunde dabei, ebenfalls Hardcore-Fans. ­Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Die Tore werden geöffnet und wir stürmen Richtung Bühne. Noch knapp drei Stunden, dann geht’s los. Lieber nichts mehr trinken – wer jetzt aufs Klo geht, hat verloren. Es wird immer enger, was den Vorteil hat, dass man nicht umfallen kann. Klaustrophobiker wären längst gestorben. Wir halten durch.

Der Ex-Beatle betritt die Bühne, und wir kreischen fast drei Stunden lang jede Textzeile mit. Ich weiß bereits bei All My Loving, dem dritten Song, dass ich am nächsten Tag keine Stimme mehr haben werde. Dafür werde ich sonst jeden Körperteil an mir spüren. Und der Beste sowieso: Der schafft es während der Zugaben sogar, mich auf seine trainierten Schultern zu hieven.

Wir schwitzen und schreien. Aber wenn du den Helden, der dir schon als Kind vom Poster zugezwinkert hat, plötzlich hautnah vor dir siehst, während er Helter Skelter rockt, dann weißt du: Manchmal muss man seinem Körper etwas zumuten, damit die Seele wieder Lust hat, darin zu wohnen.

Kristin Pelzl-Scheruga ist Gesund-Chefin von MADONNA.

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