Rosa  allein zuhaus

Kristin Pelzl-Scheruga

Rosa allein zuhaus

Der Beste und ich sind zu einem Fest bei Freunden eingeladen, die etwa sieben Gehminuten von uns entfernt wohnen. Leider sind die Großeltern ausgebucht und wir haben keinen Babysitter.
Ähnlich geht es einem Freundespaar aus Pressbaum: Die sollen auch kommen, aber Tochter Leni (13) mag noch nicht alleine zu Hause bleiben.
Wir wagen also ein Experiment: Leni passt auf Rosa (7) auf. Unser Mädchen freut sich narrisch.
Sicherheitshalber schreibe ich Rosa meine Handynummer auf; sie kann mich über unser Festnetztelefon jederzeit erreichen.
Das Fest ist lustig; ich treffe viele alte Bekannte wieder. Um 21.30 Uhr läutet mein Handy. „Rosa! Alles ok?“ Es ist so laut im Hintergrund, dass ich nichts verstehe. „Rosa?!“ „Hallo Mama!!! Wir machen auch eine Party! Coole Musik, gell??!!“ Halb beruhigt lege ich auf.
15 Minuten später klingelt mein Handy erneut: „Mama, wir haben Hunger!“ „Der Kühlschrank ist voll.“ „O. k. Wie lange dürfen wir noch aufbleiben?“
Gegen Mitternacht komme ich nach Hause und erwarte Schlimmstes. Alle Lichter brennen, aber es ist leise. Ich finde Spuren von Müsli am Küchenboden und Malstifte am Tisch. Die ­Mädchen schlafen. Und das Schönste: Wir dürfen das auch. Und selbst dann noch, als die beiden längst wieder munter sind und weiter Party machen.

Kristin Pelzl-Scheruga ist Gesund-Chefin von MADONNA.

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