14. November 2011 13:34
Karin Garzarolli
Bin dann mal beim schlafen

Und wundere mich, wann ich ausgeschlafen bin
Bin dann mal beim schlafen
© Inge Prader

Zurzeit bin ich ausnahmslos ­eines: müde! Ganz erschreckend müde sogar. Das geht so weit, dass ich morgens wach werde, ohne wach zu werden und sofort wieder einschlafe. Dann träume ich, dass mein Kleiner vor meinem Bett steht und Frühstück will.
Ticktack. Und erst wenn ich in der Küche stehe und mir – nach erfolgreichem Kakao-Wärmen und Nutellabrot-Schmieren – meinen ersten Kaffee runterlasse, werde ich vom brummenden Geräusch der Kapselmaschine munter. Was gut ist, sonst würde ich im Stehen weiterschlafen wie ein Pferd im Stall. Obwohl, ich bilde mir ein, genau das mache ich zurzeit den ganzen Tag. Schlafwandeln könnte man dazu sagen. Damit ich mit der Zeit keinen Stress bekomme, ist jetzt auf meinem Handgelenk die alte, mechanische Uhr anstelle der automatischen. Die tickt nämlich so laut, dass ich sie zum Schlafen runtergeben muss – ich kann bei Ticktack-Geräuschen nicht einschlafen. Und nachdem ich morgens nie richtig aufwache, vergesse ich darauf, die Uhr wieder raufzugeben und bin somit zeitlos. Im Büro bin ich rechtzeitig zum Mittagessen und zu Hause wäre ich am liebsten zum Fünf-Uhr-Tee, in Wahrheit schaffe ich den Supermarkt kurz vor Ladenschluss. Werde jetzt wieder zur Automatik-Uhr wechseln, um die Zeit im Griff zu haben.