Im Öl…

MADONNA Blog

Im Öl…

Oder: Wie ich 16 Tage im südindischen Ayurveda-Knast überlebte

Ich möchte an dieser Stelle von einer Ausnahme-Erfahrung berichten. Von meinem Ayurvedaurlaub in Indien. Also von einer Ausnahme-Erfahrung, die in Summe 16 Tage gedauert und mich an die Grenzen meiner Belastbarkeit in vielerlei Hinsicht geführt hat. Das wird kein lustiger Blog, mitnichten. Denn er wird von Hunger, Darmreinigung, Moskitoplage, Zwangsmeditation und Schinkenbrothalluzinationen berichten. Alles erlebt. Er wird aber auch von einer jungen Liebe erzählen, von einer nämlich, die Hunger, Darmreinigung (das Badezimmer, dass der Herzensmann und ich in Indien teilten, war nur durch eine Glasscheibe vom Schlafzimmer getrennt, noch Fragen?), Moskitoplage, Zwangsmeditation und Schinkenbrothalluzinationen gemeistert hat ohne sich zu entzaubern... Im Gegenteil.

Dieser Blog wird davon berichten, wie es sich anfühlt, 16 Tage in warmem Sesamöl zu baden (gefühlte zwei Liter verwendet die Ayurveda-Therapeutin für jede Massage, eine Dusche hinterher löst das Ölproblem nicht wirklich), ungeschminkt und nur mit Pyjamahose und Flip Flops bekleidet durch ein angebliches Fünfstern Luxus-Resort zu wandeln, das gemäß hiesiger Standards maximal drei Sterne verdiente, das man jetzt aber nicht verlassen darf, weil der Ayurveda-Arzt strickte Ruhe angeordnet hat. Er wird davon berichten, wie es sich anfühlt, im Ayurveda-Knast in den Backwaters Südindiens zu sein und wie man lernt, den südindischen Ayurveda-Knast und noch mehr den Herzensmann und Leidensgenossen an seiner Seite zu lieben…

Der Blog soll Zeugnis abliefern, wie sich nach vier Tagen indischem Gemüsebrei  – streng vegetarische  Curryvariationen – das Bild eines frischen Schinkenbrots samt hartgekochtem Ei als Dauerhalluzination ins Gehirn brennt. Wie existenziell die Bedeutung des Wortes Hunger im südindischen Luxus-Resort erfahren werden kann und warum mir der Konsum von Pfefferminztee am Abend strikt verboten wurde (Ayurveda-Arzt: „Der wühlt sie zu sehr auf.“), ich dafür zur Zwangsmeditation verpflichtet wurde, weil die Diagnose „Restless“ vorausgegangen war.

Dieser Blog soll aber auch von den Highlights meines 16 tätigen Aufenthalts im Ayurveda-Lager erzählen. Als da wären frisch gepresster Apfelsaft zum Mittagessen, drei kleine Süß-Bananen zur Jause, und die Aufhebung des Ausflugverbots durch den Ayurveda-Arzt nach einer Woche in Gefangenschaft.

I survived – we survived. Erleichtert um einige Kilo Fett und Schlacken, großräumig Darmgereinigt und ja: total entspannt und immer noch verliebt.