Neuer Busen-Boom

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Neuer Busen-Boom

Matthäus-Freundin Liliana (20) ließ sich den Busen vergrößern. Und fachte die Debatte um die Sinnhaftigkeit dieser OP an.

Eine Schönheits-OP zum Schulabschluss, das kennt man bis jetzt ­eigentlich nur aus den USA. Dieses Wochenende nun hat sich die 20-jährige Liliana, Abiturientin und Freundin von Ex-Kicker Lothar Matthäus eine Brustvergrößerung gegönnt. ­Dafür reiste sie samt ihrem Promi-Freund nach Wien und checkte zu Beginn der Osterferien ins „Evangelische Krankenhaus“ ein. Wie ÖSTERREICH exklusiv berichtete, ließ sich das Teilzeit­model von Schönheitschirurg Dr. Artur Worseg operieren. Ein Eingriff, zu dem Liliana steht: „Ich habe einen Eingriff am Busen vornehmen lassen. Ich bin glücklich über das Ergebnis. Der Arzt ist grandios“, erklärte sie gegenüber der Zeitschrift BUNTE. Den Vorwurf, dass wohl Matthäus hinter dem Wunsch nach mehr Oberweite stecken müsse, dementiert sie vehement: „Diese Entscheidung habe ich schon vor meiner Beziehung zu Lothar für mich getroffen. Und ich bin so froh, so einen wunderbaren Menschen wie Lothar an meiner Seite zu haben. Er hat sich 48 Stunden rührend um mich gekümmert.“ Und auch Matthäus selbst nahm gerne zum Eingriff Stellung: „Ich habe zu ihr gesagt, du kannst dazu stehen! Ich finde, das ist das Normalste der Welt.“

Boom an Beauty-Operationen
Tatsächlich scheint die Bereitschaft, sich chirurgisch verschönern zu lassen, immer normaler zu werden. So werden in Österreich etwa 20.000 Busen-OPs im Jahr durchgeführt, nach der Fettabsaugung stehen Brust­operationen auf Platz zwei der Wunschliste vor allem junger Frauen (50 Prozent sind jünger als 25 Jahre). Während bei uns Körbchengröße B besonders ­beliebt ist, ist international Körbchengröße C inzwischen das Maß der Dinge. Das entspricht einer Implantatgröße zwischen 200 und 300 ccm – also etwa ­einem ganzen Paket Butter auf ­jeder Seite.

Silikon-Implantate

Wird auf­gepolstert, dann handelt es sich beim Implantat heute fast immer um eine Hülle aus Silikon, die mit Silikon in Gelform oder, seltener, Kochsalz gefüllt wird. Nach anfänglichen Problemen mit der ­Silikontechnik, gilt diese heute als weitgehend sicher. Selbst ein unwahrscheinlicher Riss der Silikonhülle hat keine massiven ­Folgen für die Trägerin.
Je nach Formwunsch gibt es runde oder tropfenförmige Implantate, deren Haltbarkeit mittlerweile auch höher als die früher prognostizierten zehn Jahre ist. Schönheitschirurgin Dagmar Millesi: „Machen die Implantate keine Probleme, das heißt bleiben sie weich, so müssen sie nicht unbedingt nach zehn Jahren gewechselt werden.“ Nach längstens ­fünfzehn Jahren wird von vielen Ärzten aber ein Wechsel (bzw. ­eine Entfernung) empfohlen.

Drei Methoden
In der Regel erfolgt die Brustvergrößerung in Vollnarkose, Schnittmethoden gibt es verschiedene. Als die sicherste Methode gilt ein Schnitt in der Hautfalte unter der Brust. Dabei wird in der Brust eine Art „Höhle“ geschaffen, in die der Chirurg das Implantat vorsichtig einschiebt. Sind die Kissen richtig platziert, werden die Schnitte vernäht und mit einem sterilen Pflaster abgeklebt. Beim Schnitt durch die Achselhöhle bleibt die Brust ohne sichtbare Narben. Der Achselschnitt ist nur bei gehobenen Armen sichtbar. Hier erfolgt ein 3–5 Zentimeter langer Schnitt in der Achselhöhle. Von dort wird in der Brust die Gewebetasche für das Implantat vorbereitet, das ­Implantat wird dann bis in die Brusthöhle vorgeschoben.
Eine kaum erkennbare Narbe ist der Vorteil von Methode drei, dem Schnitt um die halbe Brustwarze herum. Der Nachteil: Es können die Milchgänge verletzt werden mit der Folge einer ein­geschränkten Stillfähigkeit.
Auch bei der Platzierung des Implantates selbst gibt es zwei Möglichkeiten. „Das Implantat kann vor oder hinter dem Brustmuskel eingesetzt werden“, weiß Dagmar Millesi. Sechs Wochen lang danach muss noch ein Stütz-BH getragen werden. Die Kosten liegen bei 5.000–7.000 Euro. Komplikationen einer Brustvergrößerung sind eine mögliche Verlagerung des Implantates, die Ausbildung einer Kapselfibrose und Sensibilitätsstörungen.

Outings
Tatsache ist, dass viele Frauen, die der Natur nachgeholfen haben, mittlerweile dazustehen. Von Verona Pooth („es ist doch legitim, wenn eine Frau sich entschließt, ihren Busen zu vergrößern“) über Cora Schumacher („wenn man es machen will und es sich leisten kann – warum nicht?“) bis zu Schauspielerin ­Adriana Zartl, die ihre Implan­tate wegen Schwierigkeiten allerdings wieder temporär entfernen ließ. In Amerika ebbt die „Falsche-Busen-Welle“ jedenfalls ­bereits ab. Kunstbusen gelten als „Low Class“. Wir werden es an Mausi Lugner weitergeben.

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