Trinny London

Stilikone

Make-up in jedem Alter: Trinny Woodall im Talk

Badarf Ihre Schminkroutine eines Updates? Style- und Make-up-Guru Trinny Woodall fordert Beautynistas jeden Alters dazu auf, Tabula rasa mit dem Schminktisch zu machen. Im MADONNA-Talk mit Beauty-Redakteurin Patricia Konarzewski verrät sie, warum. 

Wer glaubt, dass Schminken mit zunehmendem Alter mit Einschränkungen einhergeht, der ist bei Trinny Woodall (57) an der richtigen Adresse. Die Britin räumt seit Jahrzehnten mit überholten Stilregeln auf: Als Buchautorin zahlreicher Mode-Ratgeber, in Makeover-Shows und seit 2017 mit ihrem Make-up-Label Trinny London. Im Netz hat sie eine starke, generationenübergreifende Followerschaft um sich geschart, die sie mit Tipps und Tricks versorgt.

Im Check. Im MADONNA-Talk verrät sie, welche Beauty-Irrtümer man über Bord werfen kann und worauf man stattdessen setzten sollte.

Wann ist es an der Zeit, seine Make-up-Gewohnheiten zu überdenken?
Trinny Woodall:
Wenn man in den Spiegel schaut und das Gefühl hat, dass man müde aussieht. Oder wenn man feststellt, dass Fältchen und Linien vom Make-up verstärkt werden. Es gibt einen Punkt, an dem das Make-up anfängt, einen älter zu machen, anstatt das Gegenteil zu bewirken, nämlich dass man sich alterslos fühlt. Es ist, als ob man zum Friseur geht und jedes Mal den gleichen Haarschnitt bekommt, und das über Jahrzehnte. Wir müssen alle fünf bis zehn Jahre innehalten und uns fragen, wer die Person im Spiegel ist: „Trage ich das Make-up oder trägt es mich?“ Ich begegne häufig Frauen, die in einem bestimmten Jahrzehnt gelernt haben, sich zu schminken, und ich erkenne auf den ersten Blick, um welche Ära es sich gehandelt hat.

Welches ist ein unterschätztes Produkt, das wir viel öfter verwenden sollten?
Woodall:
Rouge ist eine Wunderwaffe, mehr als Bronzer! Viele Frauen haben Angst vor Rouge, aber es hebt das ganze Gesicht. Ich trage es gerne mit den Fingern auf. Viele wissen nicht, wo man es genau aufträgt. Ich verrate es Ihnen: Der Schnittpunkt der Horizontalen, ausgehend von der Nasenspitze und der Vertikalen von der Pupille – die saftigste Stelle ihrer Wangen also. Dort, wo man Sie kneifen wollen würde, wenn Sie ein Baby wären! Dort setzen Sie beim Rouge an und klopfen es sanft Richtung Schläfen. Auch zum Auftragen der Grundierung verwende ich meine Finger, denn für mich ist es ein Ritual der Selbstliebe, das Gesicht zu massieren.

Auf Instagram zeigen Sie sich beim Schminken, was geradezu ansteckend wirkt. Wie kamen Sie zu Ihrer Technik?
Woodall:
Ich mache tonnenweise Videos, in denen ich mein Make-up in zwei Minuten hinbekomme, aber finde, man kann es auch genießen, wenn man die Zeit dazu findet. Im Laufe meiner Karriere bin ich viel um die Welt gereist und habe Profis beim Schminken beobachtet. Vieles davon war sehr kompliziert und zeitaufwendig. Ich möchte Frauen das Gefühl geben, dass auch sie Expertinnen sein können, deshalb sind meine Produkte und Farben cremebasiert und lassen sich leicht auftragen. Vor allem geht es darum, seinen eigenen Typ zu kennen und zu wissen, welche Farben einem stehen. Ich glaube, Frauen wollen die beste Version ihrer selbst sein und sich nicht in eine andere Person verwandeln.

 

 

Halten Sie sich immer strikt an Ihren Farbtyp oder variieren Sie Ihre Farbpalette im Laufe der Jahreszeiten?
Woodall:
Ich bleibe im Allgemeinen eher neutral, aber das hängt davon ab, was ich gerade trage. Im Sommer trage ich gerne Gold und frische Farben auf den Lippen, in der kalten Jahreszeit bevorzuge ich dunkle Lippen, weil sich das winterlicher anfühlt.

Was ist der größte Make-up-Irrglaube, den Sie am häufigsten hören?
Woodall
: Dass es notwendig ist, unser Gesicht abzupudern und stark zu mattieren. Oft beobachte ich Frauen, die zu viel Grundierung auftragen, nur um das Gesicht zum Finish mit einem starken Puder zu mattieren, was sie optisch viel älter wirken lässt. Der größte Irrglaube ist, dass eine stark deckende, matte Grundierung das Gesicht besser aussehen lässt. Ich möchte Frauen vermitteln, dass ihnen eine leichtere Basis zu einem strahlenderen Teint verhilft. Ich empfehle etwas, das einem Selbstvertrauen gibt, aber die Haut nicht erdrückt. Es kursieren einfach noch zu viele Beauty-Irrtümer. Wer sagt, dass man mit über 40 keine schimmernden Lidschatten mehr tragen darf? Glanz oder softe Reflexe öffnen die Augen! Man trägt den Eyeshadow vielleicht nicht mehr auf das gesamte Lid auf wie mit 20, aber ein wenig Schimmer am inneren Augenwinkel hebt die Augen nicht nur optisch hervor, sondern auch an und macht den Blick wacher. Und dann wären da noch die Augenbrauen! Viele verwenden Mascara, vergessen aber auf ihre Augenbrauen. Definierte Augenbrauen können uns um zehn Jahre verjüngen! Diese kleinen Tricks kann jeder mal ausprobieren.   

 

Nach dem Baukasten-Prinzip  

Trinny Woodall hat für ihre Make-up-Linie ein umkompliziertes Konzept geschaffen, das Kunden jeden Alters mittels digitaler Typberatung an der Hand nimmt. Die stapelbaren, multifunktionalen Produkte sind cremebasiert, weshalb sie problemlos mit den Fingern aufgetragen werden können.  

© Trinny London
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