Haarfärbemittel und Krebsrisiko untersucht

Studie

Haarfärbemittel und Krebsrisiko untersucht

Haarfärbemittel enthalten bestimmte Chemikalien, die bisher für ein erhöhtes Krebsrisiko verantwortlich gemacht wurden. Ein Wiener Forschungsteam wertete die spezifischen Daten einer amerikanischen Kohortenstudie von Krankenpflegerinnen aus und fand heraus, dass Haarefärben keine nennenswerten Einflüsse auf die meisten Krebsarten hatte, allerdings auf einige seltene, berichtete die MedUni Wien.

Bisher gingen die Wissenschafter davon aus, dass es ein erhöhten Blasen- und Brustkrebsrisiko für Menschen gäbe, die sich regelmäßig die Haare färben. Allerdings gab es eher nur Zahlen für die berufliche Exposition wie etwa Friseurinnen, jedoch zu wenig Evidenz bei der Verwendung von Haarfärbemittel im privaten Bereich.

Risiken

In den USA wurden allerdings seit dem Jahr 1976 117.200 Frauen in einer Kohortenstudie jahrelang bezüglich Krankheiten beobachtet. Seit 1982 wurde auch deren Verwendung von Haarfärbemitteln einbezogen. Schernhammer und ihr Team wertete diese Daten nun aus. Dabei fand das Wiener Forscherteam keinen Zusammenhang zwischen dem persönlichen Gebrauch von permanentem Haarfärbemittel und dem Risiko der meisten Krebsarten oder der krebsbedingten Mortalität.

"Die vorliegende prospektive Kohortenstudie bietet eine gewisse Beruhigung gegenüber Bedenken, dass der persönliche Gebrauch von permanenten Haarfärbemitteln mit einem erhöhten Krebsrisiko oder einer erhöhten Mortalität verbunden sein könnte. Trotzdem fanden wir auch einen positiven Zusammenhang für das Risiko einiger Krebsarten", folgerte Schernhammer. Dabei handelt es sich um Basalzellkarzinome (Hautkrebs), den selteneren hormonrezeptor-negativen Brustkrebs sowie Eierstockkrebs. Außerdem fanden die Wiener Forscher Hinweise auf eine Heterogenität durch die natürliche Haarfarbe - ein erhöhtes Risiko für Hodgkin-Lymphome wurde nur bei Frauen mit natürlich dunklem Haar, ein höheres Risiko für Basalzellkarzinome wurde speziell bei Frauen mit natürlich hellem Haar beobachtet.

Bei den Studienteilnehmern handelt es sich um US-amerikanische weiße Frauen. Daher erstrecken sich die aktuellen Befunde nicht auf andere Populationen.

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