Der Papst der Schönheit

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Der Papst der Schönheit

Brigit Bardot, Persiens Ex-Kaiserin Farah ­Diba, aber auch Austro-Formel-1-Legende Niki Lauda... Die Liste der Prominenten, die schon unter seinem Skalpell lagen, würde Seiten füllen. Ivo Pitanguy (81) begann vor über 50 Jahren seine Karriere als plastischer Chirurg, heute gilt er als der der weltweit Beste. Nicht umsonst wird er in seiner Heimat Brasilien „Papst der Schönheit“ genannt. Bereits rund 50.000 Frauen und Männer verschönerte der Multimillionär in seiner Luxusklinik in Rio de Janeiro. Wer zur absoluten Crème de la Crème zählt, darf sich nach der OP per Helikopter auf Pitanguys Privatinsel fliegen lassen, um sich dort zu erholen. MADONNA traf den weltberühmten Beauty-Guru zum Interview in Rio de Janeiro.

Professor Pitanguy, Sie haben sich vor 50 Jahren auf ein für damals sehr ungewöhnliches Gebiet spezialisiert. Was hat Sie daran so fasziniert?

Ivo Pitanguy:
Diesbezüglich haben mir wohl meine Eltern viel mitgegeben. Meine Mutter war Künstlerin, mein Vater ein begnadeter Chirurg. Mich hat immer die Idee fasziniert, Kunst, Schönheit und Medizin zu vereinen. Und den Menschen dabei zu helfen, sich in ihrem Körper wohlzufühlen und zu einer inneren Zufriedenheit zu gelangen.

Haben Sie auch schon Eingriffe abgelehnt?

Pitanguy:
Ja! Außerdem werden all unsere Kunden psychologisch vor- und nachbetreut. Das ist heutzutage in ­jeder seriösen Klinik üblich. Früher war das anders. Da hätten die PatientInnen auch gar nicht verstanden, warum das notwendig ist.

Das heißt, Sie haben im Laufe der Jahre auch einiges dazugelernt?

Pitanguy:
Natürlich. An der Akademie, an der ich Ärzte aus der ganzen Welt ausbilde, arbeiten wir auch laufend an der Verbesserung der Techniken. Mein Vorteil ist, dass ich die Schönheitschirurgie eben von Beginn an kenne.

Welche neuen Trends sehen Sie in der plastischen Chirurgie?

Pitanguy:
Der Trend geht in Richtung „Natürlichkeit“, sprich Schönheitsoperationen, die Defizite korrigieren, aber nicht offensichtlich sind. Und auch die Zahl der männlichen Patienten nimmt eindeutig zu: Liftings, Bauchstraffungen... – alles lassen sie sich machen. In technischer Hinsicht wird es bestimmt auch viele Neuerungen geben – besonders wichtig dafür ist die Stammzellen- und Bio-Technologie-Forschung. Mein persönlicher Wunsch für die Zukunft ist, dass die Schönheitschirurgie nicht zu etwas Trivialem wird, sondern als seriöse Disziplin der Medizin gesehen wird.

Professor, Sie sind jetzt 81 Jahre alt – operieren Sie tatsächlich auch noch selbst?

Pitanguy:
Natürlich, zwei- bis dreimal pro Woche stehe ich im OP-Saal, die meisten ­Beratungsgespräche führe ich selbst – das erwarten meine Kunden natürlich von mir – und zwischendurch fahre ich zu den großen internationalen Konferenzen. Ich kann mir auch nichts anderes vorstellen – meine Arbeit ist mein Leben!

Welches Schönheitsideal haben Sie persönlich?

Pitanguy
: Das ist schwer zu definieren. Aber wenn jemand vor mir steht, kann ich sagen, was an ihm schön ist. Und was nicht.

Soviel kostet das perfekte Aussehen
Stirn

Botoxunterspritzungen: muss alle 3 bis 6 Monate wiederholt werden, um die Wirkung zu erhalten. Kosten: ca. 450 Euro.
Wangen
Hyaluronsäuregel wird zur Auffüllung gespritzt. Ergebnis hält bis zu 18 Monate an. Kosten: ca. 500 bis 600 Euro.
Lid
Ober/Unterlidstraffung: hält dauerhaft. Kosten: insgesamt 4.000 Euro. Bei der Unterlid-OP dauert die Heilungsphase länger.
Lippen
Vergrößerung: hält 18 Monate. Kosten je nach Menge zwischen 500 und 600 Euro. Wird mit örtlicher Betäubung durchgeführt.
Nase
Korrektur: hält dauerhaft. Kosten 6.500 Euro. Genesungsphase dauert etwa zehn Tage. Endergebnis erst nach 8 Monaten sichtbar.
Brust
Vergrößerung: hält dauerhaft. Kosten zwischen 6.000 und 7.500 Euro. Gängigste Methode mit Silikonpolster.
Bauch
Fettabsaugung: hält lebenslang. Kosten: 4.000 Euro. Man nimmt an dieser Stelle nicht mehr zu. Bei schlechter Technik Unebenheiten.
Oberschenkel
Fettabsaugung: hält dauerhaft. Kosten 4.000 Euro. Risiken: Unregelmäßigkeiten, Dellenbildung und leichte Blutergüsse möglich.
Po
Fettabsaugung: hält ewig. Kosten 4.000 Euro. Kaum Schonungszeit notwendig. Mit Kompressions­kleidung sofort arbeitstauglich.
Hände
Verjüngung: hält wenige Monate. Kosten bei 1.500 Euro. Wird mit Fettgewebe aufgespritzt und bei örtlicher Betäubung durchgeführt.

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