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Richtig oder Falsch? Die Expertin klärt auf

Beauty-Mythen im Check

Gut gemeinte Kosmetikratschläge kursieren viele durch den Beauty-Dschungel. Nicht alle davon stimmen tatsächlich. Die Dermatologin Dr. Brandenburg schafft Klarheit. 

Gut zu wissen: Die Expertin verrät, welche Tipps stimmen und was eher zu den Beauty-Mythen zählt. 

❯"Fettige Haut braucht keine Feuchtigkeitscreme"

Feuchtigkeitscreme hat auch für Menschen mit fettiger Haut noch viele Vorteile. Ohne Feuchtigkeitspflege trocknet die Haut aus, woraufhin sie mehr Öl produziert. Bei fettiger Haut ist eine nicht komedogene Feuchtigkeitscreme ratsam, also ein Produkt, das die Poren nicht verstopft. Produkte mit ­Kakaobutter und Mineralöl sind da nicht zu empfehlen. 

❯ "Akne hat genetische Ursachen"

Stimmt. Viele Studien versuchen die Auswirkungen von Erbanlagen auf Akne zu ermitteln, und es scheint einen Zusammenhang zu geben. Vererbte Gene könnten die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass man Akne entwickelt. Zwar gibt es kein spezielles Gen, das dafür ausschlaggebend ist, aber es ist all­gemein anerkannt, dass Menschen mit verstopften Poren und fettiger Haut diese Eigenschaften häufig weitergeben. 

❯  ">Dermatologisch getestet< ist ein Gütesiegel"

„Dermatologisch getestet“ ist keine offizielle Zertifizierung, sondern ein Marketing-Slogan. Rechtlich gesehen sollte dies bedeuten, dass mindestens ein Dermatologe das Produkt getestet hat. Das heißt nicht, dass eine Prüfinstanz oder Gesundheits-Organisation das Produkt befürworten. Vorsicht bei solchen Behauptungen, wenn die Quelle der Empfehlung nicht klar identifizierbar ist.

❯ Sonne kann Akne lindern

In einigen Fällen kann UV-Licht Entzündungen der Haut (einschließlich Akneausbrüchen) lindern. Da die Sonne das Immunsystem unterdrückt, unterdrückt sie auch die Immunzellen bei Akne, also jene Zellen, die eine Akne-Rötung verursachen. Diese kurzfristige Lösung hat aber viele Nebenwirkungen, einschließlich eines erhöhten Hautkrebsrisikos. 

❯ Empfindliche Haut sollte man nicht peelen

Peelings reinigen verstopfte Poren und helfen der Haut, Feuchtigkeit aufzunehmen, was für empfindliche Haut sehr gut ist. Statt abrasiven Produkte sind in dem Fall Enzympeelings und eine sanfte Technik besser, damit die Haut nicht gereizt wird oder sich entzündet. 

❯ Gesichts-Yoga verzögert die Hautalterung

Eher irreführend. Jede intensivere Muskeltätigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich im tieferen Hautgewebe Falten entwickeln. Allerdings kann Yoga das Gesicht entspannen und Atemtechniken optimieren die Durchblutung. ­Somit kann ein Yoga-Gesicht insgesamt ­frischer und erholter aussehen.  

❯ Feuchtigkeitspflege mindert Falten

Feuchtigkeitscreme beseitigt vorhandene Falten zwar nicht, aber sie hilft, zukünftigen Falten vorzubeugen. Teil des Alterungsprozesses ist ein natürlicher Feuchtigkeitsverlust des Körpers. Bestehende Trockenheitsfältchen erscheinen allerdings weniger ausgeprägt, wenn man ­regelmäßig Feuchtigkeitspflege nutzt. 

Dr. Anna Brandenburg ist seit 2011 Fachärztin für Dermatologie, Allergologie und Venerologie. Die Hauttumor-Spezialistin legt ihren Fokus unter anderem auf die Aufklärung rund ums Thema Hautgesundheit.