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Der Weg zum Wunschbaby

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Der Weg zum Wunschbaby

Jennifer Aniston brach mit ihrem Kinderwunsch-Interview ein Tabuthema. 

Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt oder der Weg zum Wunschbaby ein steiniger ist, wird selten darüber gesprochen. Zwei Powerfrauen brechen jetzt mit dem Tabu in der Öffentlichkeit.

"Ich habe es mit künstlicher Befruchtung versucht, chinesischen Tee getrunken und auch sonst alles gemacht, was man sich vorstellen kann", erzählt Jennifer Aniston (53) über die vielen Jahre, in denen sie krampfhaft versuchte, schwanger zu werden. Während man sich in US-Medien und auch in der Hollywood-Branche darüber förmlich das Maul zerriss, dass die Beauty sich "eiskalt gegen Kinder zugunsten ihrer Traumkarriere entschieden habe", litt die inzwischen zweifach geschiedene Schauspielerin (Brad Pitt: 2000-2005; Justin Theroux: 2015-2017) im Stillen "wie ein Hund". Damit ist heute zum Glück Schluss - und die 53-jährige Powerlady nutzte ein großes Interview samt Traumfotostrecke für die letzte Printausgabe des US-Magazins "Allure" dafür, mit einem Tabu zu brechen, das nicht nur Frauen in der Filmwelt betrifft. Denn der Traum vom eigenen Kind bleibt vielen - auch aus biologischen Gründen - verwehrt.

© Getty Images
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Als Versagerin fühlte sich deshalb auch Tanja Szewczenko. Die 45-jährige ehemalige Eiskunstläuferin outete ebenfalls dieser Tage, dass sie einen schweren Weg zum Kinderglück hinter sich hat. In ihrem Buch "Durch die Hölle zum Glück" erzählt die Deutsche, wie sehr sie darunter litt, nicht einfach schwanger und Mutter werden zu können wie "alle anderen Frauen" - so dachte sie damals noch. "Mir war überhaupt nicht bewusst, wie viele Frauen Fehlgeburten erleiden, und noch weniger wusste ich, wie viele Paare sich Unterstützung holen müssen", schreibt Szewczenko. Mit ihrer ersten Tochter Jona (heute 11) schwanger zu werden, klappte nach einer Fehlgeburt recht schnell doch als sie zusammen mit ihrem Partner Norman Jeschke beschloss, weiteren Nachwuchs zu wollen, begann ein fünf Jahre langer Leidensweg.

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Vier Fehlgeburten innerhalb von zwei Jahren musste die dreifache Deutsche Meisterin im Eiskunstlauf verkraften. Eine seltene Form einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter, die mit Zellgift behandelt werden musste, ließ Szewczenko nahezu endgültig verzweifeln. "Nun fühlte ich mich, als hätte mein Kinderwunsch mich zum Tode verurteilt", erzählt sie in ihrem Buch über die schrecklichen Ereignisse. Dass es letztlich doch noch klappte und im April 2021 die Zwillinge Leo und Luis gesund zur Welt kamen, empfindet die ehemalige Spitzensportlerin freilich als Wunder. Betroffenen Frauen Mut zu machen und mit die Tabuthemen "Fehlgeburt" und "künstliche Befruchtung" konkret anzusprechen, sieht Szewczenko heute als ihre Aufgabe an. "Dieser Weg macht sehr einsam und kann einen zermürben", stellt sie fest - und bringt es damit ebenso wie Jennifer Aniston auf den Punkt. Letztere konnte sich ihren Kinderwunsch nie erfüllen, womit sie inzwischen ihren Frieden machte. "Die beschissenen Dinge", die sie in ihren späten Dreißigern und Vierzigern erlebte, wolle sie keinesfalls missen, erklärt die 53-Jährige. "Sonst wäre ich dieser ängstliche, nervöse Mensch geblieben, der nicht wusste, wer er war", so die Schauspielerin, die aber feststellt: "Ich hätte alles dafür gegeben, wenn mir jemand gesagt hätte, ich sollte ein paar Eizellen einfrieren. Ich habe einfach nicht daran gedacht, heute ist der Zug abgefahren."

Experten zu konsultieren - und dies vor allem rechtzeitig - lautet der Rat vieler Betroffener. Top-Gynäkologe Priv.- Doz. DDr. Michael Feichtinger zählt mit seinem "Wunschbaby"-Institut zu den ersten Adressen, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. "Ich empfehle jeder Frau im Rahmen der Kinderwunschabklärung, beziehungsweise Frauen, die bereits über 30 sind und bei denen der Kinderwunsch noch kein Thema ist, sich ihre Eierstockreserve bestimmen zu lassen", so Feichtinger im MADONNA-Interview (siehe links). Denn: "Wenn eine Frau vorsorgen möchte, kann sie sich Eizellen einfrieren lassen und so quasi die Zeit aufhalten", erklärt der Mediziner. "Deswegen bietet sich diese Methode vor allem bei Frauen an, bei denen sich der Kinderwunsch jenseits des 35. Lebensjahres nach hinten verschiebt. Ich empfehle Eizellen zwischen 25 und 35 einfrieren zu lassen, in diesem Alter sind die Eizellen noch von sehr guter Qualität, weshalb oftmals eine eher geringe Anzahl an Eizellen eingefroren werden muss. Je älter eine Frau ist, desto mehr Eizellen sollte sie einfrieren lassen, um sich ihren Kinderwunsch abzusichern."

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Eine Methode, die Jennifer Aniston verabsäumte. Dass die Film-Beauty abseits des persönlichen Schmerzes, keinen Nachwuchs bekommen zu können, dem Druck von außen kaum standhalten konnte, ist ein weiterer Punkt, den sie in ihrem Interview scharf kritisiert. "Ich habe mich nur um meine Karriere gekümmert. Und Gott bewahre, dass eine Frau erfolgreich ist und kein Kind hat", zitiert sie all die Unterstellungen, die ihr gemacht wurden, während sie sich heimlich längst einer In-vitro-Fertilisations-Behandlung unterzog. "Und der Grund, warum mein Mann mich verlassen hat, war, dass ich ihm kein Kind schenken wollte. Alles absolute Lügen!" Heute brauche sie Gott sei Dank nichts mehr zu verbergen - im Gegenteil: ihr neuer Weg, anderen Frauen zu zeigen, dass sie nicht allein sind, ist der völlig richtige.

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Eizellen einfrieren nimmt Druck

Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger, Experte in Sachen Kinderwunsch, im Interview:

Herr DDr. Feichtinger, was bringen Fertilitätstests?
DDr. Michael Feichtinger: Jede Frau wird mit ihrer Eierstockreserve geboren. Diese nimmt mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab, bis schlussendlich die Menopause eintritt. Durch die Bestimmung der Eierstockreserve, was mittels einer Bestimmung des Anti-Müller-Hormons im Blut sowie durch eine Ultraschalluntersuchung beim Gynäkologen möglich ist, kann eine Frau ihre persönliche Eierstockreserve erfahren und damit auch wie "fruchtbar" sie noch ist. Leider sagen uns diese Tests nicht verlässlich, in welchem Alter eine Frau genau in den Wechsel kommt, deswegen sollte bei einem unauffälligen Resultat nach ein bis zwei Jahren der Test wiederholt werden.

Wann sollten sie durchgeführt werden?
Feichtinger: Ich empfehle jeder Frau im Rahmen der Kinderwunschabklärung, bzw. Frauen über 30, bei denen Kinderwunsch noch kein Thema ist, sich ihre Eierstockreserve bestimmen zu lassen. Das kann im besten Fall Druck nehmen, wenn die Eierstockreserve noch hoch ist. Sollte diese jedoch bereits erniedrigt sein, rate ich, frühzeitig einen Kinderwunschexperten aufzusuchen und entweder zeitnah den Kinderwunsch zu erfüllen oder vorzusorgen, indem Eizellen eingefroren werden.