Elvis-Zeitreise zum 75. Geburtstag

Elvis-Zeitreise zum 75. Geburtstag

In dieser wurde Elvis am 8. Jänner 1935 geboren wurde. Die Einrichtung ist mit Möbeln jener Zeit nachgebildet: ein Küchentisch mit Wachstuch, ein Kamin, ein Eisenbett und eine Kommode mit einem altmodischen Radio. An der Wand hängt ein Schwarzweiß-Bild von zwei Erwachsenen mit einem Kind. Es sind Vernon und Gladys Presley mit dem kleinen Elvis Aaron.

Weiter weg vom glitzernden Kommerz in "Graceland" könnte dieses Geburtshaus kaum sein. Es liegen nur rund 120 Kilometer zwischen der Musikmetropole Memphis in Tennessee und dem kleinen Ort Tupelo im Bundesstaat Mississippi. Aber die Kleinstadt hat mit dem Presley-Glitter von Memphis nur wenig zu tun. Tupelo erzählt eine andere Geschichte: die von Elvis dem Kind, vom Aufwachsen in bitterer Armut im tiefen Süden der USA.

"Das Geburtshaus von Elvis ist die größte Attraktion, die wir in Tupelo haben", erklärt Linda Elliff vom Tourismusbüro. Jedes Jahr pilgern rund 80.000 Fans zum Museum am Elvis Presley Drive 306. Vernon Presley hatte sich damals 180 Dollar leihen müssen, um das Haus zu bauen. Strom und fließend Wasser gab es nicht. Später lebten die Presleys im vorwiegend schwarzen Stadtteil Shake Rag.

Die Stadt Tupelo hat das Geburtshaus mit dem Geld erworben, das Elvis 1956 bei einem "Heimspiel" eingenommen und gespendet hat. Eine Bronzestatue auf dem Gelände zeigt Elvis als 13-Jährigen, mit der Gitarre in der Hand. Die weiße Holzkirche "The Assembly of God Church", in der Elvis Gospelmusik hörte, wurde um ein paar Straßenblocks versetzt und an den Geburtsort gebracht. Im Inneren, auf rund 30 hölzernen Sitzbänken, werden die Zuschauer mit einer Multimedia-Show in die Zeit der sonntäglichen Gospel-Gebete und -Lieder der 1930er und 1940er Jahre zurückversetzt.

1948 zogen die Presleys nach Memphis in eine Sozialwohnung im "Lauderdale Court". Die Drei-Zimmer-Wohnung ist heute an den Todes-und Geburtstagen des "King" zu besichtigen. Im Waschkeller übte der damals scheue Elvis das Singen und Gitarrespielen. Im rassengetrennten Memphis der 40er Jahre saß der Teenager auf den Stufen schwarzer Gospelkirchen und sog die Musik in sich auf, die herausschallte.

Auch in Memphis führt kein Weg an Elvis vorbei. Ins "Sun Studio" kam er als 18-jähriger Lastwagenfahrer, der Wert auf gelacktes Haar, Koteletten und extravagante Kleidung legte, im Juli 1953. Für vier Dollar nahm er eine Countryballade auf. Das ging in die Hose, aber ein Jahr später entstand beim nächtlichen Herumalbern im Studio die Aufnahme von "That's allright" - sofort ein Superhit, und der Rest ist bekannt. Es begann die Karriere eines Weißen, der sang wie ein Schwarzer, und dessen Hüftschwung den erzkonservativen Süden der USA erröten ließ. Das "Sun Studio" ist heute eine denkmalgeschützte Attraktion.

Vom "Sun Studio" fährt ein Shuttlebus nach "Graceland" am Elvis Presley Boulevard. Auf der einen Straßenseite werden Glanz und Gloria kommerziell präsentiert: Flugzeuge und Autos von Elvis sind zu sehen, Unmengen an Souvenirs und Platten gibt es zu kaufen.

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