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Das "andere" Lampedusa: Reizvolles Naturerlebnis

Die größte der drei Pelagischen Inseln, nur 120 Kilometer von Tunesien entfernt, gehört geografisch schon zu Afrika. Politisch war sie lange umkämpft: Von den Griechen über die Phönizier, Römer und Sarazenen bis zu den Aragoniern waren alle versessen darauf, Lampedusa in ihren Besitz zu bringen, um von dort aus Afrika zu erobern.

Der Großteil der rund 5.000 Inselbewohner lebt im einzigen Ort, der ebenfalls Lampedusa heißt. Neben dem Pub liegen Kaffeebars in der Sonne. Vom Alltagstempo her scheint die Insel schon mehr zu Afrika als zu Italien zu gehören.

Regenwasser ist die einzige Frischwasserquelle. Von vereinzelten Olivenbäumen und Palmen abgesehen, bestimmen Feigenkakteen und Agaven das Bild. Ab und an trifft der Besucher auf einen Gemüsegarten und ein paar herumstreunende Ziegen. Der karge Boden ist jedoch für Ackerbau und Viehzucht eher ungeeignet. Haupteinkommensquelle der Einheimischen sind der Fischfang und der Tourismus.

Durch die Schlagzeilen über überfüllte Flüchtlingslager hat der Fremdenverkehr starke Einbußen erlitten. "An Ostern hatten wir normalerweise 300 bis 500 Gäste, je nach Wetterlage. Dieses Jahr waren es noch knappe 30", klagt Emanuele Billardello, der sein Geld mit Bootstouren und Appartement-Vermietung verdient.

Die Situation könnte sich wieder ändern: Seit Mitte Mai liegen die zwei Flüchtlingslager auf Lampedusa verwaist in der Sonne. Die "sbarchi", wie die Flüchtlingslandungen in Italien genannt werden, haben drastisch abgenommen und damit auch die geballte Präsenz von Militär und Polizei. Wer heute den stillen Ortskern besucht, kann kaum glauben, dass auf dem 20 Quadratkilometergroßen Eiland 2008 rund 32.000 Verzweifelte aus Afrika strandeten und Lampedusa bis vor kurzem für Tausende von Verzweifelten in überfüllten Holzkähnen das "Tor nach Europa" war.

Im Inneren der Insel liegen auf dem "Cimitero delle Barche", dem "Schiffsfriedhof", übereinandergestapelt noch Hunderte von der See zerstörte Fischerboote. Östlich der Hafeneinfahrt verweist das Denkmal "Porta d'Europa" des Künstlers Mimmo Paladino auf die ungezählten Opfer, die auf diesen Reisen im Mittelmeer verschwanden.

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