Ein Freistoß für die große Liebe

Paar-Talk

Ein Freistoß für die große Liebe


(c) Österreich Ferrigato Roland


















Nach seiner Scheidung von Seitenblicke-Modeexpertin Catherina Braunsteiner – heute in Frankreich als Baguenault de Puchesse verheiratet – wollte Friedrich Stickler (59) nicht noch einmal den Ehehafen ansteuern. Das änderte sich schlagartig, als der Lotterienboss und ÖFB-Präsident bei einem Stimmcoaching die Deutsche HNO-Spezialistin Berit Schneider (39) kennenlernt.

Doppel-Talk
Das war 2004. Seit Oktober 2007 sind sie sehr glücklich verheiratet und schließen auch Familienerweiterung (Sticklers Tochter
Marie Therese (21) studiert in Paris, Sohn Constantin (18)
absolviert die Wehrpflicht) nicht aus. Das – und einiges mehr – verraten sie im ersten gemeinsamen Interview.

Ausnahmezustand EURO: Da sehen Sie ihren Mann selten...
Berit Schneider-Stickler:
Im Gegensteil, wir werden uns relativ häufig sehen. Ich habe mir extra für diese Zeit Urlaub genommen, um meinen Mann überall hinzubegleiten.
Friedrich Stickler:
Auch ich habe mir frei genommen und freue mich, wenn meine Berit so oft wie möglich dabei ist. Ich werde diese EM genießen, denn sie wird ein Höhepunkt meines Lebens.
Frau Schneider-Stickler, waren Sie immer schon Fußballfan?
Schneider-Stickler: Ja, aber diese Leidenschaft, die ich heute spüre, ist durch meinen Mann entstanden. Früher dachte ich einfach, da laufen zweiundzwanzig Menschen einem Ball hinterher. Heute weiß ich, da geht es um ganz viel Gruppendynamik.

Herr Stickler, wie gut kennt sich Ihre Frau im Fußball aus?

Stickler: Immer besser!
Schneider-Stickler: Die Abseitsregeln habe ich jedenfalls verstanden (lacht).
Wie erleben Sie, Herr Stickler, ein Spiel, bei dem Ihre Frau im Stadion mit Ihnen mitfiebert?
Stickler: Naja, Berit reagiert wesentlich emotionaler als ich. Ich bin eher kontrolliert und versuche nicht so oft aufzuspringen (lacht).

Hoffentlich springt ihre Frau als Deutsche beim Österreich-Deutschland-Match nicht im falschen moment auf...

Schneider-Stickler:
Keine Sorge, mein Fußballherz schlägt für die österreichische Mannschaft (lacht).
Haben Sie beide sich über den Fußball kennengelernt?
Stickler:
Ja. Bei der 100-Jahre-ÖFB-Feier vor vier Jahren musste ich bei einer Gala in der Staatsoper eine Rede halten. Da ich eine eher heisere Stimme habe, wollte ich mich vorher coachen lassen. Ich bin auf Berit gestoßen und habe bei ihr Stimmtraining gemacht.

Und so eroberte sie Ihr Herz?

Stickler:
Damals war ich noch mit meiner Ex-Frau verheiratet und Berit und ich hatten eine reine Arzt-Patienten-Beziehung. Dass daraus dann mehr wurde, kann wohl jeder nachvollziehen: Die Berit hat so eine positive Art und ein so herzliches Lachen!
Schneider-Stickler: Als Friedrich mich damals nach der Behandlung zum Essen eingeladen hat, empfand ich das als Dankeschön. Später hat er mir dann auch die Geschichte mit der Trennung erzählt.

Können Sie sich an den Heiratsantrag erinnern?

Schneider-Stickler:
Das war genauso, wie man sich das als Prinzessin wünscht. Meine Eltern waren zu Besuch, weil wir uns entschieden hatten, zusammenzuziehen. Beim Essen sagte Friedrich zu meiner Mutter: Jutta, ich muss dich was fragen. Er hielt tatsächlich bei meiner Mutter um meine Hand an und fragte anschließend meinen Vater. Erst als beide Ja sagten, hat er mir später bei einem schönen Essen einen Antrag gemacht.

Auch die Hochzeit auf Sizilien war sicher sehr romantisch...

Stickler:
Es hat unentwegt geregnet (lacht). Doch jeder Tropfen, so versicherten uns die Sizilianer, bringt Glück. Die Trauung war im Gemeindeamt, eine liebe Freundin hat Arien gesungen und genau, als wir rauskamen, setzte der Regen für eine halbe Stunde aus, sodass wir den Weg ins Hotel zu Fuß gehen konnten.

Warum noch mal Ehe und nicht einfach Lebensgemeinschaft?

Stickler:
Nach der Scheidung dachte ich schon, das war es irgendwo. Aber Berit hat mich vom Gegenteil überzeugt. Ich habe noch nie einen so unglaublich lebensbejahenden Menschen wie sie getroffen.

Frau Schneider-Stickler, begegnen Sie den Kindern Ihres Mannes als Kumpel?

Schneider-Stickler:
Das braucht Zeit und Vertrauen. Erst müssen die Kinder verstehen, dass ihre Eltern getrennt sind. Sicher war es für Friedrichs Kinder leichter, weil auch die Mutter relativ rasch wieder einen Partner gefunden hat.
Möchten Sie noch Kinder?
Schneider-Stickler:
Kann man so was planen? Ich liebe meine Karriere, aber mit dem Kinderkriegen ist es wie beim Fußball: Es gehört Glück dazu.

Sie sind ausgebildete Opernsängerin. Warum haben Sie sich für die Medizin entschieden?

Schneider-Stickler:
Obwohl ich die Eignungsprüfungen an der Gesangshochschule schaffte, wollte ich nie Profisängerin werden.
Stickler:
Dabei ist Berit eine wirkliche Rampensau! (lacht). Meine Frau hat in mir die Liebe zur Oper geweckt. Das Singen zu Hause hat für mich eine neue Welt geöffnet. Ich
bewundere es, wie sehr sie im Gesang aufblüht.

Weil Sie hingegen ein eher zurückhaltender Typ sind?

Stickler:
Ich bin kein Krachmacher. Ich sage, was ich will, aber vielleicht nicht so laut. Und was unsere Beziehung betrifft, bin ich, um in der Sprache des Fußballs zu sprechen, der Offensive (lacht).
Schneider: Absolut. Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, mit so viel Temperament und Dynamik.

Wie gefällt Ihnen eigentlich die EM-Comedy-Show auf Ö3?

Schneider-Stickler:
(lacht) Einfach herrlich!
Stickler:
An meine Bezeichnung habe ich mich gewöhnt!

Arbeiten Sie an Ihrer Stimme?

Stickler: Bevor ich mit meiner Frau gearbeitet habe, war ich nach langen Reden heiser. Seit ich mit Berit bin, hatte ich das nie wieder. Meine Frau tut meiner Seele einfach gut!
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