Claudia Schiffer: 'Ich mag mich'

Supermodel & Super-Mum

Claudia Schiffer: 'Ich mag mich'

Ganz ehrlich: Claudia Schiffer müsste man sein. Mit 39 ist das Supermodel schöner und gefragter denn je. Am 14. Mai brachte sie – nach Caspar (7) und Clementine (5) – ihr drittes Kind, ein Mädchen, zur Welt. Und die Ehe mit Regisseur Matthew Vaughn steht auch unter einem Glücksstern.

Beichte
Dass in ihrem Leben jedoch nicht immer alles eitel Wonne war, erzählt Claudia Schiffer im Interview mit Welt am Sonntag – und MADONNA-Autorin Dagmar von Taube. Sehr offen und ungeschminkt wie nie spricht das Supermodel über ihr Burn-out vor neun Jahren, Kindererziehung und Nacktsein. Denn eines will Claudia Schiffer korrigiert wissen: „Ich war innerlich gehemmt und schüchtern, aber prüde war ich nie.“

Schön ist es bei Ihnen, Frau Schiffer – hell, modern. Aber auch angekaute Sofaecken, Schokoladenfinger auf den Polstern – man sieht, hier wird auch gelebt!
Claudia Schiffer:
Tja, die süßen Spuren einer Großfamilie... Die Hunde knabbern alles an, und mein Sohn hat die ganzen Kordeln von den teuren, tollen Ledersesseln abmontiert. Aber es ist auch typisch englisch, alles etwas abgewetzt. Hier mag man das gelebte Schicke – Vintage. Bei uns dürfen die Hunde auch aufs Sofa.

Hat Sie das Überwindung gekostet?
Schiffer:
Nein, ich mag das sehr, gemütlich, mit Kindern, so ein liebenswertes Chaos. Furchtbar, wenn Häuser aussehen wie ein Museum.

Bei Claudia Schiffer zu Hause duftet es immer nach Chanel, würde man denken. Dieses Sauber-Image, immer die Kühle, Unnahbare zu sein – hat Sie das gestört?
Schiffer:
Nein, es ist ja nichts Negatives. Aber ich habe mich schon gefragt, warum man mich so sieht.

Ja, warum? Sind Sie nicht eigentlich ganz sinnlich, ganz wild auch?
Schiffer:
Ich bin zurückhaltend, aber alles andere als kühl. Eigentlich bin ich ein warmer Mensch, sehr treu und loyal. Ich bin einfach ausgeglichen, kein Grübler oder Pessimist. Ich mag mich.

Sie schmücken das Cover der „Vogue“: splitternackt und kugelrund! So sinnlich, sexy, frivol hat man Sie nie gesehen.
Schiffer:
Es stimmt schon, ich bin heute viel selbstsicherer, auch durch meine Kinder, meinen Mann. Ich weiß, was ich mache, was ich will, ich habe die Kontrolle über mich selbst – ein gutes Gefühl. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich schüchtern war, mit 30 noch. Wobei, ich war innerlich gehemmt, aber nie körperlich verklemmt. Mit dem Nacktsein vor der Kamera hatte ich nie ein Problem, vielleicht auch, weil wir zu Hause ganz natürlich aufgewachsen sind. Da wurde nicht extra angeklopft im Bad. Nein, prüde war ich nie.

Wie erklären Sie Ihrem siebenjährigen Sohn Caspar, dass sich seine Mutter auszieht in Magazinen?
Schiffer:
Gar nicht. Caspar geht in die Schule und die Mami, die geht halt Fotos machen. Wenn er jetzt die „Vogue“ bei uns sieht, wird er wahrscheinlich sagen, ach, guck mal, Mami, da sieht man noch deinen Bauch mit dem Baby drin. Genauso ist es mit den Paparazzi draußen: Er weiß, das gehört zu Mamis Job. Meine Tochter Clemmie interessiert das alles natürlich viel mehr, wenn hier ständig Taschen oder Couturekleider für Anproben ankommen oder neues Make-up. Sie möchte alles ausprobieren. Dann stöckelt sie schmuckbehängt durchs Haus und macht die große Vorführung. Ihr Schönstes! Ab und zu, wenn ich eine Maniküre habe, darf sie sich auch mal die Nägel lackieren lassen. Aber das ist dann eine absolute Ausnahme. Ich achte schon darauf, dass die Kinder nicht verwöhnt sind. In der Schule tragen sie ja Uniform, und ich bin heilfroh darüber. Gerade weil sie den ganzen Modezirkus durch meinen Job mitbekommen, finde ich es gut, dass sie in der Woche aussehen wie alle Kinder. Das bewahrt noch so eine Unschuld. Mein Sohn weiß natürlich schon genau, dass ein T-Shirt mit den Rolling Stones cooler ist als eins mit kleinen Booten drauf.

Ist man das Modeln nach über 20 Jahren nicht auch mal leid?
Schiffer:
Klar, diese Phasen gab’s auch. Ich hatte mal ein Burn-out, mit Anfang 30, da habe ich so viel gearbeitet. Ich war erschöpft, einfach ausgepowert. Die Fotoshoots machten mir keinen Spaß mehr, ich wusste es nicht mehr zu schätzen, es wurde zur Routine. Ich dachte nur noch, oh nein, jetzt muss ich schon wieder da und da hin, oh Gott, ich kann gar nicht mehr, eigentlich möchte ich nur noch schlafen, ich bin total kaputt und müde. Ich merkte, ich muss mal eine Pause machen, an einem Ort bleiben, Freunde sehen. Das habe ich dann auch getan – und meinen Mann kennengelernt. Mit ihm hatte ich zum ersten Mal ein richtiges Leben. Als Mutter heute genieße ich es, wenn ich mal wieder rauskomme für einen Job. Ich muss nichts mehr beweisen, ich mache es aus Lust.

Können Sie streng sein als Mutter?
Schiffer:
Ich bin mittelmäßig. Ich kann schon auch mal lauter werden und schimpfen, wenn ich müde bin und die mit mir den Molli machen.

Den Molli machen?
Schiffer: .... Lesen Sie das ganze Interview in der aktuellen MADONNA!

MADONNA Cover 22.05.2010 © MADONNA
MADONNA vom 22.05.2010

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