The Prodigy mit Punk-Breakbeat-Hymnen in Wien

Die Songauswahl bei den Auftritten im Gasometer, beim Frequency Festival und gestern in der Stadthalle (Stehplatzversion, volles Parkett) war immer ziemlich ähnlich: "Breathe", "Firestarter", "Poison", "Voodoo People", "Invaders Must Die", "Warrior's Dance", "Omen", "World's On Fire" und selbstverständlich "Smack My Bitch Up", der Standard in Sachen politischer Unkorrektheit (aber laut Band eine Parodie auf Gangster-Rap), fehlten nie. Ident klangen die Darbietungen dennoch nicht, weil die Briten ihr Material ständig remixen und ergänzen (passend dazu kam das aktuelle Album "Invaders Must Die" nun in einer überarbeiteten Sonderauflage in den Handel). Der Saal verwandelte sich rasch in einen Rave-Dom, das überaus gemischte Publikum (Rocker bis Krocha) durfte ausflippen.

The Prodigy hat man nach ihrem Höhenflug während der 90er Jahre und nur einer einzigen Studioarbeit zwischen 1997 und 2009 am Abstieg geglaubt. Dass man die halbe neue Platte bei den Shows präsentierte und das Material mit den Klassikern nicht nur mithalten konnte, sondern in einigen Fällen ("Omen" im Besonderen) bereits selbst schon zu diesen zählt, spricht für die wieder gefundene Stärke des Trios, das sich live mit einem Schlagzeuger und einem Gitarristen verstärkte, der fallweise Brachialriffs den elektronischen Sounds entgegenstellte. Was bei einem Tanzabend mit DJ Liam Howlett und seinen Derwischen an den Mikros, Maxim Reality und Keith Flint, aus der Konserve kommt, ist völlig egal: Diesen Stil kann man nicht besser auf der Bühne umsetzen, als es The Prodigy tun.

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