Russkaja starten "zweite Erdumrundung"

Obwohl "wir schon gehört haben: 'Ich traue mich nicht zum Konzert zu kommen wegen der Schweinegrippe, ihr seid ja alle aus der Ukraine.' Das gibt es wirklich", sagt Bandgründer Georgij Makazaria im APA-Gespräch. Mit dem austro-russischen Flair einer mit Spaßpatronen geladenen Kalaschnikow, gnadenlosen Polka-Rhythmen, bombastischer Blasmusik und Wodka-induzierter Stimmung sind Russkaja live ein Garant für Gehüpfe und gute Laune. Auch bei regelmäßigen ORF-Auftritten in "Willkommen Österreich" bei Stermann & Grissemann versprühen sie postmoderne Partylaune. Und das auf energetisch so hohem Niveau, dass der unbeteiligte Zuschauer die Fitness der Musiker bewundern muss. "Wir sind Extremsportler", sagen diese. Bei einem Vergleich zwischen einem Fußballnationalspieler und einem Rockschlagzeuger verbraucht letzterer mehr Energie, schildert Drummer Titus Vadon. Makazaria ergänzt: "Der Fußballer wartet oft einfach auf einen Pass. Bei uns gibt es keinen Pass. Oder besser: Bei uns wird dauernd gepasst, wir spielen mit elf Bällen gleichzeitig."

Bei den folgenden Konzerten u.a. in der Grazer Seifenfabrik (3.12.), dem Wiener Gasometer (4.12.), dem Republic in Salzburg (10.12.) oder dem Innsbrucker Treibhaus (18.12.) gibt es die "Sputnik Tour 2.1", also mit leichten Veränderungen: "Für uns ist es wichtig, dass es abwechslungsreich bleibt. Es gibt schon manchmal das Gefühl, dass etwas festgefahren ist, man sich sattgespielt hat. Nur die alten Hadern kann man nicht oft genug spielen, die funktionieren immer", sagt Makazaria.

Zu denen sollen sich 2010 neue Russkaja-Nummern auf einem neuen Tonträger gesellen, auch eine Live-DVD ist "in Verhandlungen". Sinkende CD-Verkäufe beunruhigen Russkaja "überhaupt nicht": Denn die siebenköpfige Band war "von Haus aus auf Live aufgebaut", so Vadon. "Wir sind relativ spät mit einer CD herausgekommen, und das hauptsächlich, weil die Nachfrage so stark war." In welche Richtung werden die neuen Nummern gehen? "Die Richtung bleibt immer Osten", sagt Makazaria. "Aber beeinflusst von allen möglichen Sachen, von Reggae bis Metal-Bands." Dass Russkaja "komplett die Richtung ändern, glaube ich nicht", ergänzt Geigerin Antoschka Georgiew.

Die ORF-Präsenz hat "sicher einen Effekt. Welchen, das wissen wir nicht", so Vadon. Zusammengenommen mit den zahlreichen Konzerten und den CD-Verkäufen - geht es Russkaja in der Krise besser als etwa Russland? "Ja, wir haben die ganzen Häuser in den USA gekauft", unkt Vadon. Und "bei unserem letztem Konzert in der Schweiz unsere Goldbarren geputzt", ergänzt Makazaria mit einem Lachen. Und im Ernst? "Es geht. Manchmal besser, manchmal schlechter. Aber vielleicht gilt: Ist die Krise da, feiert es sich am leichtesten, weil man nichts mehr zu verlieren hat."

INFO: http://www.russkaja.com/

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