Nachhaltiger Auftritt von Massive Attack in Wien

Ein gestochen sauberer Klang und grell aufleuchtende Laufschriften bestimmten den Abend im Gasometer: Wortfetzen zu Überwachungsstaat, Parlamentarier-Spesen und Verteilungs-Ungerechtigkeit vermengen sich mit dem binären Vokabular des Computer-Seelenlebens, pulsierenden Licht-Linien und allerlei Beleuchtungstricks zu einer Lichtshow, die den Namen wirklich verdient. Was auch notwendig ist: Denn die Bristoler Musiker selbst nehmen sich radikal aus der Bühnenaufmerksamkeit heraus.

Im Halbdunkel agiert das Band-Kollektiv um die verbliebenen Original-Mitglieder Grant "Daddy G" Marshall und Robert "3D" Del Naja, ohne Stargehabe und Spot auf die Sänger. Einzig Gastsängerin Martina Topley Bird hält optisch gegen die Lichtshow an, bei einem radikal umarrangierten "Teardrop" etwa in einem farbverwirrten Kimono. Sonst brütet die Band ihre hochsynthetischen Soundwelten lieber ungestört aus. Und das scheint auch gut so: Denn die Musik von Massive Attack war immer schon eine schwere Geburt, die jeden Aufwand lohnte (das schon lange angekündigte neue Album hat die Band bei der aktuellen Tour immer noch nicht mit im Gepäck, aber immerhin die neue EP "Splitting the Atom").

So auch live: Begeisterung nach zwei Stunden Konzert mit zwei Zugabenrunden und einem Abschluss mit "Karmacoma" im Gasometer. Massive Attack machten unmissverständlich klar, dass Komplexität und Klangbastelei, Synthie-Sounds und schleppend-missgelaunte Beats der gültige Sound von Gestern, Heute und Morgen sind. 2010 soll es endlich erscheinen, das fünfte Album der Band.

INFO: http://massiveattack.com

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