Schweinegrippe-Impfpläne nur teilweise fertig

16 Millionen Dosen wurden bei Baxter bisher nur vorbestellt. Bei einem endgültigen "Ja" obliegt die Verteilung des Impfstoffes unter anderem den Landessanitätsdirektionen. Zum Teil haben diese ihre Maßnahmen für Impfstraßen fertiggestellt, manche beschäftigen nach wie vor offenen organisatorische und finanzielle Fragen.

Prinzipiell gilt: Bestimmte Berufsgruppen wie Ärzte werden zu Beginn priorisiert geimpft, danach folgt der Rest der Bevölkerung. Solche Schritte sind laut Landessanitätsdirektor Christoph Neuner beispielsweise in Tirol vorgesehen. Logistische Fragen sollen bei einem "Gipfel" der Landessanitätsdirektionen am Mittwoch im Gesundheitsministerium in Wien geklärt werden, erklärte Neuner gegenüber der APA. Völlig unklar sei vorerst noch, wer bzw. ob für die Impfung gezahlt werden muss. Dies sei noch Gegenstand von Verhandlungen mit dem Bund.

In Tirol werde die Verteilung gemeinsam mit der Ärztekammer organisiert, so Neuner. Etwa 20.000 Personen arbeiten in Gesundheitsberufen und werden zu Beginn bevorzugt immunisiert, 4.000 davon seien Ärzte. Unklar sei, wie groß der Tiroler Anteil an den in Österreich verfügbaren Impfstoffen sein werde, meinte Neuner. Auch der Vorarlberger Gesundheitslandesrat vermutet, dass eine Impfung nicht sehr rege in Anspruch genommen werden könnte.

In Oberösterreich rechnet man ab Anfang November mit einem Impfbeginn, der sich zunächst auf rund 55.000 Schlüsselkräfte im Gesundheits- und Altenpflegebereich beschränken wird. In der Steiermark rechnet Landessanitätsdirektor Odo Feenstra frühestens am 19. Oktober mit einer Lieferung des Impfstoffes.

Auch im Burgenland soll die Schweinegrippe-Impfung in zwei Tranchen in den Krankenhäusern sowie in den Bezirkshauptmannschaften durchgeführt werden, hieß es aus dem Büro von Gesundheitslandesrat Peter Rezar auf APA-Anfrage. Zu Beginn werden das Gesundheitspersonal sowie Risikogruppen immunisiert, dann die restliche Bevölkerung. In den Bezirkshauptmannschaften will man für diesen Zweck Impfstraßen mit E-Card-Terminals errichtet.

In den restlichen Bundesländern wird an den genauen Impfplänen noch gefeilt: Niederösterreich erhebt derzeit bei einzelnen Institution wie in Krankenhäusern, bei mobilen Diensten, Ärzten und Apotheken, wer sich impfen lassen will, so Landessanitätsdirektor Alfred de Martin. Auch in Kärnten gibt es noch keinen konkreten Maßnahmenkatalog.

In Salzburg wird laut Behörde seit Wochen über die Schweinegrippe-Impfung beraten. Es wurden alle Krankenhäuser angeschrieben und Erkundigungen eingeholt, wer bereit wäre, außer dem eigenen Personal auch andere Menschen zu versorgen. Die Erhebungen, wie und wo Impfungen durchgeführt werden, sind noch im Gange, erklärte Landessanitätsdirektor Christoph König.

Bedeckt zeigte man sich bezüglich der Impfmaßnahmen in Wien: Alle Pläne seien ausgearbeitet und man stehe in den Startlöchern, unterstrich man auf APA-Anfrage im Gesundheitsamt. Mit den Details an die Öffentlichkeit könne man aber erst dann gehen, wenn das Gesundheitsministerium Grünes Licht für den Impfstoff gebe.

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