"Twilight"-Hysterie: Vampire und Teenie-Blut

Wo die beiden hinkommen, herrscht absolute Hysterie. Kein echter Vampir könnte schlimmeres Gekreische auslösen. Rette sich, wer kann - das schoss sicher auch dem einen oder anderen Zuschauer jenseits der 30 in der Münchner Olympiahalle durch den Kopf, als die Film-Vampire dort am Samstag auf der Bühne erschienen. Auf ihrer Werbetour für den zweiten Teil der Saga mit dem Titel "New Moon", der am 27. November in die österreichischen Kinos kommt, gab es nur Zeit für diesen einen Stopp in Deutschland. 20.000 Menschen im Rausch der Blut-Trinker, ein Massenaufgebot an Fotografen und Kameras - die "Twilight"-Manie geht um.

Die Geschichte ist denkbar einfach, aber nicht unumstritten. Vampir Edward (Pattinson) und das Mädchen Bella (Stewart) verlieben sich in der Highschool ineinander. Sie können sich aber nicht näher kommen, weil Edward dann die Kontrolle verlieren und Bellas Blut trinken könnte. Ein Dilemma, das sich im Laufe von vier dicken Wälzern dank einer Hochzeit löst. Mit dabei ist auch ein Rudel Werwölfe, einer davon Bellas bester Freund Jacob, gespielt von Taylor Lautner (17). Kritiker meinen, dass in den Büchern und Filmen erzkonservative Werte vermittelt werden, konkret vor allem: Kein Sex vor der Ehe.

Rund um den Film aber gibt es viel gar nicht so sauberes Beiwerk, auf das sich Klatschzeitschriften weltweit mit Vergnügen stürzen. Pattinson und Stewart sollen mal ein Paar sein, dann wieder nicht. Lautner läuft Teenie-Superstar Pattinson sowohl im Film als auch privat angeblich so langsam den Rang ab. Stewart wird zur schüchternen jungen Frau, die kein Püppchen sein will.

Bei den Fans kommt das jedenfalls an. "Kristen ist mein absolutes Idol", sagt die zwölf Jahre alte Emily Zuleder in München. Sie hat es bis ganz vorne an die Bühne geschafft und hüpft aufgeregt von einem Fuß auf den anderen. Alle in ihrer Klasse sind entweder in Robert, Kristen oder neuerdings in Lautner verliebt, berichtet sie. "Selbst die Jungs finden "Twilight" gut." Aber das Fieber grassiert nicht nur in Schulklassen. Eine schamhafte Miene aufsetzen gehört zwar dazu - aber selbst Frauen jenseits der 30 geben zu, den Vampiren verfallen zu sein.

"Es mag so aussehen, aber das ist nicht unser Alltagsleben", sagt Stewart, nachdem sie sich der kreischenden Menge gezeigt hat. Sie ist betont unmädchenhaft gestylt, und gibt sich gerne schüchtern. Pattinson reibt sich den Dreitagebart, und gefällt sich offenbar als Typ mit Ecken und Kanten.

Persönliche Fragen darf man ihnen nicht stellen, heißt es nach dem Auftritt. Sonst werde die Pressekonferenz sofort unterbrochen. Die drei werden gut behütet. Ob ihnen das wirklich gefällt, bleibt erst einmal offen. Und wie es nach der vierteiligen Saga mit den Teenie-Stars weitergehen wird, auch. Vielleicht muss das Teenie-Blut sich dafür erst mal wieder abkühlen, denkt wohl auch Pattinson: "Wenn du im Auge des Sturms bist, dann bemerkst du vieles nicht."

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