Hollywood schottet sich bei Dreh in Salzburg ab

Doch dieses Einbinden funktioniert nur bedingt. Zumindest die lokalen Medien beißen auf Beton, der Informationsfluss über etwaige Details der Dreharbeiten sind karg, und zwangsläufig brodelt die Gerüchteküche. Auch einige der Salzburger Institutionen helfen mit bei der Abschottung der Stars von allem, was nach Salzburgern riecht.

"Zu diesem Thema sage ich kein Wort", so Ulla Kalchmayer, Pressesprecherin der Salzburger Festspiele auf die APA-Anfrage, ob es stimmt, dass der Karl Böhm-Saal - normalerweise Foyer von Haus für Mozart und Felsenreitschule - als Drehort dienen und dafür in eine Hotel-Lobby umfunktioniert werden soll. Sogar die Stadtort-Agentur - sie fungiert als Bindeglied zwischen Salzburg und Hollywood - weiß nichts, darf nichts und sagt nichts. "Kein Kommentar", so Pressesprecher Christian Hemetsberger, "aber wir melden uns verlässlich."

Probleme hat auch das Land als Subventionsgeber. Wie aus dem Büro von Wirtschaftsreferent Wilfried Haslauer, der den Geldfluss an 20th Century Fox politisch zu verantworten hat, zu erfahren war, steht das Abhalten einer Pressekonferenz im Vertrag. Davon will die Filmfirma im Moment aber offensichtlich nichts mehr wissen. "Man verhandelt weiter und hält sich bewusst bedeckt." Immerhin, US-Pressemann Guy Adan hebt das Telefon erst gar nicht mehr ab.

Bleibt die Verkehrspolizei, der verlässlichste Informant. So gilt als sicher, dass am Freitag, dem 20. November in der Zeit von 18.00 Uhr bis 24.00 Uhr im Toscaninihof gedreht wird. Zumindest ist für diese Zeit eine großräumige Verkehrssperre angekündigt. Am Sonntag, dem 22. November, zwischen 14.00 Uhr und Montag, dem 23. November, um 03.00 Uhr gehört die Staatsbrücke den Hollywoodstars und ihren Teams. Wann genau die Liebesszene im M32, dem Restaurant beim Museum der Moderne auf dem Mönchsberg, gedreht werden soll, weiß selbst Wirt Sepp Schellhorn nicht genau. "Es wird wohl der Montag sein, da hat nämlich das Museum zu."

Die auf dem Kapitelplatz hinter Bauzäunen und blickundurchlässigen Matten verbunkerte Crew wartet also auf den Einsatzbefehl. Wann genau sie zu den Einsätzen ausschwärmen wird, ist aber, das betont auch die Polizei, alles andere als fix. Das hängt vom Wetter ab und von den Launen und Strategien der Hollywood-Leute.

Nicht bestätigt ist auch der Wohnort der Stars. Tom Cruise soll im Fünf-Sterne-Hotel Mönchsstein untergebracht sein. Im Kurort Goldegg, etwa eine Autostunde südlich von Salzburg, hat die Crew das ganze Hotel Seehof mit 60 Betten gemietet, Besitzer Schellhorn sperrt extra auf für die Filmleute.

Lotteriespiel für die lokale Presse ist auch die Ankunftszeit von Tom Cruise und Cameron Diaz in Salzburg. Die waren in einer Luxusmaschine für Dienstag, 7.00 Uhr früh angekündigt - inoffiziell und hinter vorgehaltener Hand, versteht sich. Gekommen sind sie nicht. Und dennoch wird wohl weiter versucht werden, Cruise und Diaz beim Hechtsprung vom Flugzeug in eine dunkelgetönte Limousine zu beobachten.

Am 25. November, also kommenden Mittwoch, soll alles vorbei sein. Dann bleibt die Hoffnung, dass beim Filmschnitt möglichst viele Sekunden von Salzburg drin bleiben - und den 500 Salzburger Statisten der Trost, dass sie sich trotz ständigen Standbys irgendwann selbst im Kino sehen werden. Dass der Film hierzulande zu sehen sein wird, dafür garantiert wohl die Besetzung.

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