Eine von 8

Der Film entstand auf Initiative der Schauspielerin Frederike von Stechow, die an Brustkrebs erkrankte. Der Film schildert weniger die Krankheit selbst, sondern mehr den Umgang mit dem Krebs im Alltag. Man sieht Frederike von Stechow in von ihr selbst aufgenommenen Sequenzen in ihrer Wohnung, mit ihrem Kind und bei ihrer Arbeit im Grazer Schauspielhaus, die sie über weite Strecken auch während der Behandlungszeit beibehielt. Sie gibt ihren Ängsten und Sorgen nur sehr verhalten Ausdruck, meist überwiegt ein schwarzer Humor, gepaart mit unausgesprochener Hoffnung auf einen glücklichen Krankheitsverlauf. Marijana ist in einer ähnlichen Situation, auch sie ist verheiratet und hat ein Kind. Sie lehnt nach ihrer Genesung eine Strahlentherapie zur Vorbeugung ab, sie will endlich wieder selbst über ihren Körper bestimmen.

Die Kamera zeigt die Gesichter ungeschönt, oft voller Schmerz und mitunter auch Tränen, ohne je voyeuristisch zu wirken. "Eine von 8" bietet keine Antworten oder Lösungen auf die Fragen nach dem richtigen Umgang oder der besten Behandlungsmethoden von Brustkrebs, er zeigt stattdessen zwei Frauen, die sich ihrem Schicksal stellen - und für die die Arbeit mit der Kamera vielleicht auch eine Art Therapie darstellte. Dabei gleitet Derflingers Dokumentation nie ins Rührselige ab und erhält sogar - nicht zuletzt durch die Musik von Sandy Lopicic - einen positiven Schwung.  

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