Der Informant!

Der Informant!

Die formale Inszenierung macht aus dem 90er-Jahre-Wirtschaftskrimi rund um illegale Preisabsprachen im Agrarbereich eine im Stile der 60er Jahre daherkommende Täuschungskomödie. Matt Damon spielt dabei den erfolgreichen Jungmanager Mark Whitacre, der scheinbar ohne wirkliches Motiv zu einem zentralen Informanten für das FBI wird. Eigentlich hat der Gutmensch eine glänzende Karriere bei seinem Arbeitgeber, einem gigantischen Agrarkonzern, vor sich. Es ist deshalb nicht ganz nachvollziehbar, warum er diesen plötzlich an das FBI verrät.

Whitacre, der "Whistleblower" (jemand, der kriminelle Machenschaften seiner Firma ausplaudert) enthüllt langjährige Preisabsprachen internationaler Unternehmen, die mit überhöhten Preisen Riesengewinne einstreiften. Das FBI macht ihn zum Undercover-Agent, der die heimlichen Treffs der Bosse aufzeichnet und das Material für den größten Wirtschaftsprozess der 90er liefert. Später stellt sich aber heraus, dass auch Whitacre den Ermittlern stets nur kleine Teile der ganzen Wahrheit geliefert hat. Seine eigenen Unterschlagungen in der Firma hat er nämlich tunlichst verschwiegen.

Die 21. Regiearbeit Soderberghs wurde heuer beim Filmfestival von Venedig vorgestellt und erinnert an Spielbergs "Catch Me If You Can" oder Tony Gilroys "Duplicity" und kann mit den beiden Filmen auch durchaus mithalten. Matt Damon musste für seine Rolle als Spitzel 15 Kilogramm zunehmen und sich von seiner elfjährigen Tochter "Matty Fatty" nennen lassen.

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