Viennale zieht erfolgreiche Bilanz

Vorsichtig hochgerechnet komme man heuer seit 22. Oktober auf 94.800 Besucher und damit um 2.700 Besucher mehr als bisher. Die Auslastung ist von 76,8 auf 79,6 Prozent gestiegen. "Das ist eine schöne Bestätigung und Ermutigung für das, was wir im Laufe des Jahres gemacht haben", so Hurch, der auf 124 ausverkaufte Vorstellungen (von insgesamt 345) verweisen konnte. Vor allem auch die Dokumentarfilme, die sonst im Kino oft zu kurz kommen und nach Meinung des Direktors eigentlich auch im Fernsehen präsenter sein müssten, seien wieder "mit großem Interesse wahrgenommen" worden. Und der Besuch im Audimax bei den protestierenden Studenten mit der Doku "Bock for President" sei ein Highlight gewesen.

Die Sozialarbeiterin Ute Bock habe im Audimax vor mehr als tausend Studenten minutenlange Standing Ovations bekommen, "von denen selbst Tilda Swinton nur träumen könnte", so Hurch. Das Tribute für die schottische Oscar-Preisträgerin war dennoch naturgemäß "sehr, sehr erfolgreich". Swinton habe bei ihrer Abreise auch gesagt, dass ihr die Viennale irgendeinen Vorwand liefern solle, damit sie nächstes Jahr wieder kommen könne, freute sich Hurch. Das Tribute für den philippinischen Filmemacher Lino Brocka blieb dagegen "hinter den Erwartungen zurück".

Der Viennale sei es über die Jahre gelungen, "ein Geheimtipp" in der Festivalszene zu werden. Das spiegle sich in den vermehrten Premieren sowie in der internationalen Pressebegleitung wider, berichtete Hurch nicht ohne Stolz. In Wien habe man zudem das Badeschiff schnell als neues Festivalzentrum etabliert. Hurchs Vertrag als Viennale-Direktor wurde zu Beginn des Festivals um drei Jahre bis 2013 verlängert. Festival-Präsident Eric Pleskow bekommt zudem am Freitag von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.

Für das kommende Jahr kündigte Hurch eine breitere Zusammenarbeit mit dem französischen Filmemacher Jean-Luc Godard an. An den technischen Problemen beim Vorverkauf werde man arbeiten - "das wird nächstes Jahr nicht mehr passieren".

INFO: http://www.viennale.at

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