Haneke sieht für Fernsehen schwarz

Für Filmschaffende werde durch finanzielle Probleme der Fernsehbranche die Realisierung ihrer Projekte schwieriger, meinte Haneke. Dennoch sehe er den Wandel "wertfrei" und als logische Konsequenz aus dem rasanten technischen Fortschritt in den Medien. Letztlich habe sich das Fernsehen als niveauarme "Zerstreuungsmaschinerie" längst überholt.

Für die Meinungsvielfalt sei der Wechsel zum Internet ein Vorteil. Denn während die Fernsehsender einander ähnliche, sensationsorientierte Beiträge ausstrahlten, könne der Internet-Nutzer unter den unzähligen, mitunter sehr kreativen Web-Sites wählen, meinte Haneke. Der Medienkonsument zeige dadurch mehr Eigeninitiative und Selbstständigkeit. Er selbst sehe selten fern, sagte der Regisseur. "Eigentlich nur die Wettervorhersage, das ist das einzige, worauf man sich halbwegs verlassen kann."

Zu Hanekes vielfach preisgekrönten Werken gehören die Elfriede-Jelinek-Verfilmung "Die Klavierspielerin" (2001) und "Caché" (2005). Sein neues Werk "Das weiße Band" erzählt von einer fatalen Gewaltspirale in einem Brandenburger Dorf am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Der Film startet am 15. Oktober in den Kinos und wurde von Deutschland für das Oscar-Rennen nominiert.

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