Ella kämpft wie eine Große

Aktion Weihnachtsherz

Ella kämpft wie eine Große

Ella ist eineinhalb Jahre jung und kämpft seit ihrer Geburt gegen den Krebs. Im zarten Alter von 18 Monaten hat das Kleinkind schon 25 Chemotherapien über sich ergehen lassen müssen. Doch ihre Mama Karina sagt: „Ella hat das Lachen nie verlernt.

Leberzellkrebs. Ella wurde wegen schlechter Herztöne im Mai 2015 – viel zu früh – nämlich in der 34. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Ihr Bauch war damals verdächtig rund. Nach zahlreichen Untersuchungen im Krankenhaus wurde Mutter Karina mit der tragischen Diagnose Hepatoblastom – einem bösartigen embryonalen Tumor der Leber – konfrontiert. Der Kampf gegen den sehr seltenen Krebs war eröffnet. Chemotherapien, Hickman-Katheter (implantierter Venenkatheter), viele Blutkonserven, Magnetresonanztomografien und auch einige Vollnarkosen musste Ella bereits als Säugling über sich ergehen lassen.

Kurzes Aufatmen. Doch anstatt der erhofften Heilung kam im September 2015 der Verdacht auf eine weitere Krebserkrankung – von Haut und Schleimhaut ausgehend – auf. Einen endlosen Monat lang bangte Ellas Familie um das kleine Baby. Doch dann die Entwarnung: Im Oktober 2015 kam der Befund, Ella würde „nur“ an einem Hämangiom – einem Blutschwamm – leiden, eine gutartige Geschwulst, die häufig bei Neugeborenen auftritt.

Der Kampf geht weiter. Doch die Freude währte nur kurz: Im März des heurigen Jahres bekam Ella erneut eine Diagnose, die ihr das Leben zur Hölle macht. Hämangioendotheliom: Ein sehr seltener bösartiger Tumor, der sich hauptsächlich im Weichgewebe der Lunge und der Leber bildet.

Erneut musste die kleine Ella durch unzählige Chemotherapien. Und: Im März wurde das Mädchen von Oberösterreich nach Tirol verlegt, weil die Ärzte kurzfristig eine Lebertransplantation in Erwägung zogen, sich aber letztendlich für eine neue Behandlungsart entschieden. Heute ist Ellas Zustand stabil. Sie bekommt gerade eine Immunsuppressiva-Therapie, die gut anschlägt. Der Tumor ist kleiner geworden, die Hoffnung größer! Das Gespräch mit Ellas Mutter, die seit 18 Monaten zwischen Angst und Hoffnung lebt.

Das Leben war seit der Geburt sehr ungerecht zu Ella. Wie schaffen Sie das als alleinerziehende Mutter und was gibt Ihnen Kraft?

Wenn ich Ella jeden Tag sehe, wie viel sie lacht, und wie glücklich sie trotz der ganzen Behandlungen, Medikamenten, Blutabnahmen und wöchentlichen Untersuchungen ist, dann gibt mir das sehr viel Stärke. Sie gibt mir mit ihrer liebevollen Art die ganze Kraft zurück die mir unser bisheriges Leben „genommen“ hat.

Ella ist nun 18 Monate. Kämpft nach wie vor mit dem Krebs. Wie schaut Ellas Alltag aus?

Wenn wir nicht stationär im Krankenhaus sind, dann steht sie zwischen 5 und 6 Uhr morgens auf. Zweimal die Woche steht Katheter spülen auf dem Wochenplan. Wenn der mobile Dienst keine Zeit hat, müssen wir ins Krankenhaus. Frühförderung hat sie auch jede Woche 1,5 Stunden. Wenn wir mal einen Tag ohne Termine haben, genießen wir die Zeit zu Hause und spielen oder malen, und machen ganz gewöhnliche Dinge. Am Nachmittag gehen wir gerne spazieren. Ellas Papa kommt auch öfters nach der Arbeit vorbei. Und den restlichen Tag erkundet Ella die Wohnung, da sie seit einigen Wochen krabbeln und stehen kann.

Wer unterstützt Sie?

Meine Eltern unterstützen mich. Ella darf auch jedes Wochenende dort übernachten.

Wie ist Ellas aktueller Zustand?

Nach 25 Chemotherapien und zusätzlicher Immunsuppressiva-Therapie, ist der Tumor nach 6 Monaten auf ein Drittel zurückgegangen. In der Zeit mussten wir wöchentlich ins Krankenhaus nach Innsbruck fahren. Ihr Tumor wuchs ja leider im März nochmal. In dieser Zeit machte Ella mir sehr viele Sorgen. Sie nahm stark ab, sie hatte keinen Appetit und sie war körperlich schwach. Aber von Woche zu Woche merkte man während der Therapie, wie Ella fitter wurde. Seit vier Wochen hat sie keine Chemo mehr bekommen und der Appetit ist wieder zurück, sie nimmt sehr brav zu und wird auch körperlich aktiver. Seit Kurzem kann sie sogar stehen. Sie bekommt weiterhin eine immunsuppressive Therapie und in sechs Monaten steht wieder eine MRT-Untersuchung an.

Aufgrund von Ellas Erkrankung können Sie nicht arbeiten. Wie bekommen Sie finanzielle ­Unterstützung?

Ich wusste ja bereits kurz nach Ellas Geburt, dass sie an einem seltenen Krebs leidet. Die Spitalsaufenthalte und Therapien waren von Anfang an sehr intensiv. Demnach habe ich bald nach Ellas Geburt die längstmögliche Karenz-Form beantragt. Davon leben wir momentan noch.

Wie stehen die Chancen auf Heilung?

Zu 100% kann man es nicht sagen, aber die Hoffnung, den Tumor irgendwann loszuwerden, ist sehr groß. Eine Garantie, dass er nie mehr kommt, auch wenn er jetzt verschwindet, kann uns aber leider keiner geben. Unser Leben hat sich für immer verändert und die Angst wird immer da sein.

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