Österreichs erste „Trennungsambulanz“

Wenn das Herz schmerzt

Österreichs erste „Trennungsambulanz“

Oftmals als lächerlich abgetan, gibt es das im Volksmund bezeichnete „Gebrochene Herz“ tatsächlich. Auf Wikipedia wird Liebeskummer nicht von ungefähr als „emotionale Reaktion auf unerfüllte und verlorene Liebe“ geführt, die sich durchaus auch in Form körperlicher Symptome – bis hin zu lebensbedrohlichen Funktionsstörungen des Herzmuskels (Gebrochenes-Herz-Syndrom) – äußern kann. Doch so weit sollte man es erst gar nicht kommen lassen, weshalb sich nun zwei Österreicherinnen dem Phänomen Trennungsschmerz und wie man diesen effektiv bewältigen kann, angenommen haben.

Leidensdruck.
In Österreichs erster „Trennungsambulanz“ helfen Sabrina Limbeck (46) und Mag. Beatrix Roidinger  (50) Frauen und Männern mit Liebeskummer. „Jeder kennt wohl diesen Schmerz, mit dem man sich plötzlich völlig alleingelassen fühlt“, erklärt Sabrina Limbeck, seit vielen Jahren Ehe- und Familienberaterin, im Gespräch mit MADONNA. „Ich habe selbst meinen Lebenspartner durch Tod verloren und mich vom Vater meiner Tochter getrennt. Jetzt will ich anderen in solchen Krisen helfen.“ Zusammen mit Beatrix Roidinger, die einst von ihrem Ehemann nach 22 Jahren verlassen und damit ebenfalls alle mit dem Trennungsschmerz verbundenen Phasen und Prozesse kennenlernen musste, eröffnet Limbeck am 1. März ihr Therapiezentrum im siebten Wiener Bezirk. „Wir bieten wöchentliche Gruppentermine, aber auch Einzelsitzungen sowie Online-Beratung an.“ Wobei an den essenziellen Fragen wie „Werde ich je wieder glücklich?“, „Wann hört der Schmerz auf?“, „Wie überlebe ich die nächste Zeit?“ gearbeitet wird. Von der Gruppenarbeit sind Ehe- und Familienberaterin Limbeck, die auch als Krisenpflegemutter tätig ist, und die akademisch geprüfte Sexualberaterin Roidinger, überzeugt, „weil wir uns dort einerseits nicht so allein fühlen und andererseits voneinander lernen können“. Die Trennungsambulanz verstehe sich als Ort des Austausches und aktiven Lernens, wobei nicht nur Menschen mit Liebeskummer, sondern auch solchen, die eine schmerzhafte Trennung von Kindern oder anderen Personen erfahren mussten, geholfen wird.

Gute Idee, schließlich belegen Studien, dass man aus schmerzhaften Trennungen tatsächlich gestärkt hervorgehen kann. Das „Journal of Positive Psychology“ veröffentlichte etwa 2015, dass rund 71 Prozent der Befragten nur 11 Wochen nach ­Beziehungsende positiv gegenüber der vergangenen, aber auch gegenüber einer neuen Liebe eingestellt waren. Wobei freilich die wahrhaftige Bewältigung des Schmerzes vonnöten ist. Genau darum geht es in der neuen Trennungsambulanz, in der neben Gruppendynamik auch körperorientierte Elemente, systemische Aufstellung, Elemente aus der Hypnotherapie, aber auch Creative Writing (kreatives Schreiben) und Achtsamkeitstraining ­angewandt werden. Die Kosten für 5 Termine in der Gruppe betragen 240 Euro. Kein ganz günstiges Unterfangen – aber was sonst sollte uns mehr wert sein, als ein gesundes, glückliches Herz.

Trennungsambulanz.at © Trennungsambulanz.at

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