08. Jänner 2010 14:27
Taschen, Handschuhe und Schmuck sind neben den Schuhen auszuwählen,
vielleicht ein Schleier. Auch vor dem Traualtar sind Stylingregeln zu
beachten.
Sie sind weniger farblich überraschend - Weiß
ist und bleibt beim Kleid Klassiker und Trend gleichermaßen. Ein weißes
Kleid wirkt also mitnichten uninspiriert oder langweilig. "Gerade bei
Feierlichkeiten ist man ungern bereit zu experimentieren", sagt
Modeberaterin Dagmar Dobrofsky aus Berlin. "Hier und da" werde zu
creme- oder champagnerfarbenen Kleidern gegriffen. Mut zur Farbe sei aber in
den letzten Jahren nicht zu beobachten gewesen.
Geschnitten sind die aktuellen Brautkleider ganz besonders figurbetont. "Top-aktuell
ist die sogenannte Sanduhr-Form, bei der die Taille betont wird und das
Kleid ab Hüfthöhe weit ausgestellt ist", hat Stylistin Birgit
Getter aus Düsseldorf beobachtet. Am Rockteil finden sich bei einzelnen
Modellen ein paar Rüschen - der Trend gehe aber zur schlichten Eleganz.
Die meisten Styling-Grundregeln gelten auch am Hochzeitstag. Eine Ausnahme:
Je schlichter das Outfit, desto auffälliger darf der Schmuck sein. Hier
gelte der umgekehrte Fall, sagt Dobrofsky. Das Hochzeitkleid sei so edel und
ausgefallen, dass es für sich selbst wirken muss. "Der Schmuck
sollte daher nicht zu extravagant sein." Längst schmückt die Braut
nicht mehr das, was in früheren Zeiten Glanz auf Haut, Stoff und Haare
brachte.
Spangen, Kämmchen und Haardrähte haben Hüte und Schleier inzwischen fast
vollständig abgelöst, sagt Getter. Neue Produkte haben die Bandbreite
vergrößert. Mit sogenannten Haar-Magneten können zum Beispiel auch Frauen
mit kurzen Frisuren ihrem Haar den nötigen Glamour verleihen. "Einfach
eine Strähne zwischen die mit Blüten, Strass oder Perlen verzierten Magneten
klemmen, und der Haarschmuck hält perfekt", erläutert Anja Grosche
vom Hochzeitsausstatter Princess Dreams in Berlin.
"Unsere Kundinnen greifen gern zu Mini-Diademen, die auch als
Haargesteck getragen werden können", sagt Carmen Trumpp vom
Brautmoden-Hersteller Weise. "Kundinnen kaufen gern Ketten und Ohrringe
aus Kunstperlen", fügt Grosche hinzu. Echte Perlen würden oft mit
Tränen in Verbindung gebracht und seien daher bei Bräuten nicht so beliebt.
Auch Kettenanhänger in Blütenform sind ein großes Thema. "Passend
dazu gibt es blütenförmige Ohrringe und mit Blüten verzierte Haarkämmchen."
Bei den Taschen habe sich die Clutch durchgesetzt, sagt Getter. "Vor
einiger Zeit hat man auch gern Rundbeutel getragen. Die wurden aber
inzwischen sehr oft von der kleinen couvertförmigen Handtasche abgelöst."
Mit Raffungen oder Schleifen verziert, lässt sich die Clutch auch auf die
aktuellen Brautschuhe abstimmen - sie glänzen zum Teil mit den gleichen
Details. Ein besonderer Hingucker sind Kontraste: Der Hersteller Achberger
etwa setzt in dieser Saison besonders auf Brauttaschen, die beim Öffnen mit
einem andersfarbigen Innenfutter überraschen.
Beim Schuh geht der Trend klar zum Modell mit nur einem Riemchen, sagt
Getter. Topmodern seien außerdem Brautstiefeletten oder barocke Schuhe, die
der Braut eine individuelle Note verleihen. "Sie passen am besten zu
Brautkleidern, deren Rock vorn etwas kürzer geschnitten ist und nach hinten
länger wird - dann sieht man die Stiefeletten auch", erklärt
Grosche.
Neben dem klassischen Brautschuh haben die Händler in diesem Jahr mit den "Braut-Sneakers"
etwas ganz Ausgefallenes im Sortiment. "Vor dem Traualtar sollte man
die bequemen Treter aber nicht tragen, egal wie chic und verziert sie auch
sind", sagt Getter. Frauen, denen hohe Schuhe schnell unbequem werden,
können Braut-Sneakers aber gut gebrauchen - wenn der offizielle Teil zu Ende
ist und die Partynacht beginnt.