29. Dezember 2009 13:18
Besonders gerne wird der Wunsch "Viel Glück im neuen Jahr!"
in Form des vierblättrigen Klees verschenkt. Die Gründe dafür sind
vielfältig: "Das vierblättrige Kleeblatt gilt als Weltensymbol. Es
verbindet die vier Himmelsrichtungen und die Elemente Feuer, Wasser, Luft,
Erde", sagt John Langley von der Internationalen Gartenschau.
Im Christentum steht das Vierblatt für das Kreuz und die vier Evangelien.
Eine Legende besagt zudem, Eva habe bei der Vertreibung aus dem Paradies ein
vierblättriges Kleeblatt mitgenommen. "Bei den Kelten galt es als
Zauberpflanze und Schutz gegen böse Geister", ergänzt Class Hickl,
Kleeblattsammler aus Freiburg.
Dass vierblättrige Kleeblätter außerdem sehr selten und daher wertvoll sind,
weiß jeder, der einmal erfolglos suchend über eine Wiese gestreift ist. "Hierzulande
ist der sogenannte Weißklee (Trifolium) am weitesten verbreitet",
erklärt Hickl. Er besitzt nur drei Blättchen, genauer gesagt: Teilblättchen.
Trifolium-Pflanzen mit vier Teilblättchen sind Mutationen, also Pflanzen,
deren Erbanlagen durch einen Fehler der Natur verändert sind. Wer über diese
Seltenheit stolpert, kann sie zum Jahreswechsel verschenken - gepresst auf
einer Karte oder im Bilderrahmen etwa.
Der Glücksklee, der beim Floristen angeboten wird, hat biologisch mit dem
Weiß- oder Wiesenklee wenig zu tun. Er heißt botanisch 'Oxalis tetraphylla'
oder 'Oxalis deppei', gehört zur Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)
und wurde 1822 aus Mexiko eingeführt.
"Ganz charakteristisch ist die rote, herzförmige Färbung auf den
ansonsten saftig grünen Blättchen", sagt Manfred Hoffmann vom
Fachverband Deutscher Floristen. Sie sind nicht nur hübsch anzusehen,
sondern auch geheimnisvoll: Nachts klappen die Blättchen zusammen wie ein
kleiner Schirm, am nächsten Morgen öffnen sie sich wieder. "Das
ist wie eine innere Uhr. Sie ist für die Federbewegung im Gelenk mit Hilfe
von Temperatur und Licht verantwortlich", erläutert Langley.
Beim Kauf gilt das Augenmerk nicht nur der gewünschten Farbschattierung,
sondern vor allem der Figur der Pflanze. "Entscheidend ist der kompakte
Wuchs: Die Stiele sollten nicht länger als sechs oder sieben Zentimeter sein",
erklärt Hoffmann. Lange, dünne Stile, die möglicherweise schon zur Seite
knicken, sind ein Zeichen dafür, dass die Pflanze bereits zu lange zu warm
oder auch zu dunkel stand. Außerdem darf die Pflanze nicht zu nass sein.
Töpfe, die bei frostigem Wetter vor der Ladentür angeboten werden, sollten
stehen gelassen werden: Glücksklee ist nicht winterhart.
Wenn sie trotzdem im Winter ins Freie gepflanzt werden, brauchen die
Pflanzen einen guten Frostschutz, ergänzt Hoffmann. Alternativ kann das
grüne Glück ähnlich wie Knollenbegonien oder Dahlien im kühlen Keller
überwintern. Nach den Eisheiligen darf der Glücksklee dann ins Freie. Doch
Vorsicht: Durch Brutzwiebeln und unterirdische Ausläufer wird er leicht zum
lästigen Wildkraut. Am besten ist er in einem Gefäß aufgehoben. Dort kommt
seine rosa oder purpurfarbene Blütenpracht von Juni bis August besonders gut
zur Geltung.