03. November 2009 14:39
Vor allem Wolle wandert nun wieder vom Winterquartier in den Kleiderschrank
- und besonders edlere Sorten sind anspruchsvoll in der Pflege. Denn zu
häufiges Waschen tut ihnen nicht gut. Wintermäntel zum Beispiel werden am
besten durch Abbürsten von Staub befreit und ausgelüftet, rät
Bekleidungstechnikerin Maria Hans.
Nicht zu oft in die chemische Reinigung
Sie empfiehlt außerdem, die Mäntel nicht allzu oft in die Reinigung zu
geben. Die Chemie sei auf Dauer nicht gut für die Stoffe. Wer keinen Balkon
zum Auslüften der Kleidung hat, kann auf das eigene Bad zurückgreifen. Denn
hängen die Stücke während einer heißen Dusche oder über einer vollen
Badewanne, werden die Winterstoffe ohne großen Aufwand gereinigt. Selbst
Knitterfalten lassen sich so - ganz ohne Bügeln - oft entfernen, sagt Hans.
Abbürsten
Was bei Mänteln funktioniert, gilt auch für Pullover: "Wer
mit seiner Kleidung aus Schurwolle lange Freude haben will, sollte sie
regelmäßig abbürsten", rät Johann Mittermayr vom
Qualitätssiegel Woolmark. So werde oberflächlicher Schmutz entfernt, aus dem
schnell Flecken entstehen können. "Schmutz und Staub können feine
Woll-Bekleidung ergrauen lassen."
Wenn sich Flecken nach dem Auslüften und Abbürsten noch halten, verrät ein
Blick in das Etikett, wie die Kleidung gereinigt werden darf. "Die
heutige Schurwolle ist pflegeleicht, teilweise lässt sie sich sogar in der
Maschine waschen", erklärt Mittermayr. Vor allem Gemische aus Wolle und
Kunstfasern wie Lycra könnten zum Teil gewaschen werden.
Kaschmir-Pflege
Je hochwertiger und reiner die Wolle, desto eher ist Handwäsche angesagt.
Kaschmir, eine der wertvollsten und teuersten Naturfasern, ist besonders
pflegeintensiv. Sie wird aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen, ihr
Stoff hält kuschelig warm und ist geschmeidig weich.
Damit das so
bleibt, rät Hans: "Kaschmir lieber nicht so viel Waschen."
Die feinen, langen Härchen werden sonst unnötig strapaziert. Auch Angora,
das aus den Haaren des Angorakaninchens gewonnen wird, ist eine edle
Naturfaser - ebenso Merinowolle vom Merino-Schaf. All diese Stoffe sollten
nur gewaschen werden, wenn es nicht anders geht.
(c)sxc.hu
Dann gilt: Höchstens lauwarm waschen und nicht zu viel rubbeln oder
reiben. Hartnäckige Flecken trotzen dieser Schonwäsche meistens. Bisweilen
können Hausmittel helfen: "Ist schwarzer Kaffee auf die Wolle
getropft, hilft eine Mischung aus Alkohol und weißem Essig", sagt
Mittermayr. Im Verhältnis eins zu eins gemischt, wird die Mischung mit einem
Tuch leicht auf den Fleck getupft. "Danach die Flüssigkeit mit einem
saugfähigen Tuch aufnehmen."
Gegen Obst- oder Rotweinflecken hilft eine Lösung aus Wundalkohol und Wasser
in der Mischung drei zu eins, Tinte- oder Kugelschreiberflecken lassen sich
mit Spiritus entfernen. "Den Spiritus in ein Tuch geben und die Stelle
vorsichtig abreiben. Anschließend den Vorgang mit einem in weißem Essig
getränkten Tuch wiederholen." Wichtig sei stets, den Fleck von
außen nach innen abzutupfen, um ihn nicht noch zu vergrößern.
Nicht nur Strick und langhaarige Wolle sind aber in diesem Winter en vogue.
Auch Leder, vor allem Glattleder, ist angesagt, fügt Trendexpertin Elke
Giese hinzu. Wildleder kann gebürstet, Glattleder leicht abgerieben werden. "Nicht
mit Wasser an Leder herangehen", warnt Dambacher. "Sonst entstehen
leicht Wasserflecken." Außerdem dürfe nasses Leder, etwa nach einem
Regenschauer, nicht in der Nähe der Heizung oder in der Sonne getrocknet
werden. "Dann wird es hart und brüchig."