Mein Weg zum Glück

Die Lösung ist in Ihnen

Mein Weg zum Glück

„Alle Menschen wollen glücklich sein“, das wusste schon der griechische Philosoph Aristoteles. Doch Wollen und Können gehen nicht immer Hand in Hand. Vielleicht ist es das nahende Ende des Sommers, oder auch ein schlechter Lauf in der Arbeit – es gibt viele Dinge, die einem schnell den Tag vermiesen können. Glücksforscherin Maike Van den Boom empfiehlt, sich durch solche Kleinigkeiten trotzdem nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Die deutsche Autorin lebte eine Zeit lang in Mexiko und den Niederlanden und fragte sich bei ihrer Rückkehr jedes Mal erneut, warum in der Heimat so viel gemotzt wird. Und selbst wenn Österreich drei Plätze vor Deutschland (Platz 16) im Ranking der glücklichsten Länder der Welt liegt, ist der Grant als Lebensart hier auch nicht gänzlich unbekannt.           


Die großen Dinge. „Um tatsächlich glücklich zu sein, muss man bestimmte Werte und Prioritäten innehaben“, so Van den Boom. Da geht es nicht „um kleine Glücklichmacher wie Schokolade oder den Mittagskaffee“. Von ihren persönlichen Erlebnissen geleitet, kündigte die ehemalige Managerin vor einigen Jahren ihren Job und machte sich auf eine Reise in die laut „World Happiness Report“ 13 glücklichsten Länder der Welt. Das im Auftrag der Vereinten Nationen herausgegebene Ranking errechnet anhand mehrerer Faktoren wie Einkommen, Lebenserwartung, soziales Netz und gefühlte Freiheit den durchschnittlichen Glücksindex. Die Ergebnisse sollen Regierungen zu einer glücksorientierten Politik animieren. So reiste Van den Boom von Costa Rica über Dänemark in die Schweiz bis nach Australien. Ihre Idee dahinter war es, den Deutschen das Glück dieser Länder ein wenig näher zu bringen. Dafür interviewte sie mehr als 300 Menschen, darunter nicht nur renommierte Glücksforscher, sondern Menschen aller Altersgruppen und Schichten. „Ich dachte, dass ich in jedem Land einen ­eigenen Glückstipp bekomme. Denn was sollen die Finnen mit den Australiern ­gemeinsam haben? Doch letztendlich war alles, was mir die Bewohner dieser Länder gesagt haben, sehr ähnlich.“ Fazit: vor ­allem Familie und Freunde bedingen unser Wohlsein. Doch auch Selbstdisziplin, freie Zeit, Vertrauen in andere Menschen, Zuversicht, Gelassenheit und das Leben im Hier und Jetzt sind nicht zu unterschätzende Glückszutaten. Status, Geld und Macht hingegen fehlen auf dieser Liste. Denn anstatt daran zu glauben, dass durch Erreichen eines gehobeneren Lifestyles das Glück von alleine kommt, funktioniert es für die Bewohner der Glücksländer genau anders herum.           

Wo das Glück zu Hause ist

Laut „World Happiness Report“ sind das die glücklichsten Länder der Welt (Stand 2017).

1.     Norwegen
2.     Dänemark
3.     Island
4.     Schweiz
5.     Finnland
6.     Niederlande
7.     Kanada
8.    Neuseeland
9.    Australien
10.    Schweden
11.     Israel
12.     Costa Rica
13.     Österreich
14.     USA
15.     Irland


Mutig in bessere Zeiten. Von der Überzeugung, dass in puncto Glück etwas „von alleine“ kommt, sollte man sich aber auf ­jeden Fall verabschieden. „Wenn man sich nicht aus seinem Job befreit, den man immer schon blöd fand, sich aber aus gewissen Gründen nicht traut, dann wird sich das Glücks-Level durch kleine Tipps auch nicht steigern“, erklärt Maike Van den Boom. Apropos Job: Glücklich wird, wer Sinn in seinem Tun erkennt. Dabei kommt es ganz auf die Einstellung an – ob man selbst seine Arbeit wertschätzt oder nicht, ist viel mehr als nur die Frage nach dem monatlichen Lohn. Dem beruflichen Glück widmet sich die gebürtige Heidelbergerin aktuell verstärkt, denn „wenn man, wie in unserer Gesellschaft, die meiste Wachzeit des Tages in der Arbeit verbringt, hat diese selbstverständlich großen Einfluss auf unser Glücksempfinden“. Auch unter diesem Aspekt sind die skandinavischen Länder Vorreiter, wie Van den Boom nach ihrer zweiten großen Forschungsreise bestätigt. Dort ist es schon längst üblich, dass, egal ob Mitarbeiter oder Chef, jeder am Nachmittag mal rausgehen kann, um sein Kind aus dem Kindergarten oder der Schule abzuholen. Für die Skandinavier gelten flexible Arbeitszeiten als Investition. Auch in Österreich ist ein solches Modell mittlerweile in gewissen Betrieben möglich, doch Van den Boom meint, dass man das Thema Vertrauensarbeitszeit ruhig „noch mutiger“ angehen könnte.  „Die meisten Mitarbeiter sind für eine solche Flexibilität so dankbar, dass sie sich dann eben abends hinsetzen, um das Tagesgeschäft voranzubringen.“   


Die Lösung ist in Ihnen.
  Mut ist eines der wichtigsten Dinge, die Maike Van den Boom auf ihren Reisen gelernt hat. Glück braucht Courage: Mut zur Veränderung, zum Lernen, vor allem auch von anderen Menschen. Zu generellen Glückstipps muss man die sympathische Deutsche trotz ihrer Expertise fast ein wenig drängen.  Denn: „Es gibt hunderttausend guter Glückstipps, aber für jeden funktioniert dann doch etwas anderes.“ Dennoch verrät sie, wie sie sich schon aus so manchem Stimmungsloch gegraben hat. „Wenn ich mich in negativen Gedanken verfange, dann spule ich wie auf einem Kassettenrekorder zurück und ­beginne den Gedanken von Neuem.“ Aufmerksamkeit lautet die Devise, „denn es geht so schnell, dass man sich in einen Negativstrudel verfängt“. Als Selbstexperiment könnte man zum Beispiel versuchen, eine Woche lang nicht auf negative Impulsen einzugehen.  


Die Vermessung des Glücks. Glück ist längst nicht mehr die große Unbekannte, die sich durch Rauchfangkehrer oder vierblättrige Kleeblätter definiert. Schon längst gibt es auch hierfür Messwerte: 2.500 Kalorien, 100 Liter Wasser pro Tag, ein Kochplatz, zumindest sechs Quadratmeter Wohnraum und sechs Jahre Schule, beschreiben die Vereinten Nationen in ­ihrem „World Book of Happiness“ die Glücks-Grund­lagen. Ergänzt wird dies durch Faktoren wie eine Arbeit, die den ­eigenen Fähigkeiten angemessen ist, eine stabile Liebesbeziehung, Freunde, Kinder, Gesundheit und genug Geld für Grund­bedürfnisse. Dies sei ein Grundrezept, das laut Vereinten Nationen ein Mindestwert für Glück und als Entwicklungsauftrag für alle Länder zu verstehen ist. Wer in dieser Auflistung also zumindest größtenteils sein Leben wiederfindet, darf sich als glücklich bezeichnen. Denn Glück ist laut Van den Boom auch Dankbarkeit und die Fähigkeit, die eigene Lebenssituation schätzen zu können. Was macht eigentlich eine Glücksforscherin glücklich? „Meine Tochter. Und andere Menschen. So banal es klingt – wenn man andere Meschen anlächelt und ihnen einen Teil der eigenen Energie schenkt, dann vermehrt sich das eigene Gefühl noch viel mehr. Verbreiten Sie Positivität, denn wenn Sie selbst vielleicht mal nicht so viel davon haben, bekommen Sie diese im besten Fall durch andere wieder zurück.“

Autorin © Wolf Gatow, fotogatow, Spich / Krüger Verlag

Suche nach dem glück „Wo geht es denn hier zum Glück?“ fragt sich Maike Van den Boom in ihrem Bestseller. Erschienen im Krüger Verlag, um 10,30 Euro.  

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