01. Februar 2010 17:19
Impfungen
Impfungen gegen Viren, die am Entstehen von Karzinomen beteiligt sind, und
gesunder Lebensstil können das Erkrankungsrisiko laut Experten drastisch
senken. Beides gekoppelt könne die Gefahr einer Krebsentstehung um bis zu 40
Prozent reduzieren, ist die International Union Against Cancer (UICC)
überzeugt.
Leicht umzusetzende Maßnahmen wie der Verzicht auf Tabakkonsum, das
Vermeiden von Übergewicht und zu viel Alkohol, regelmäßige Bewegung,
Sonnenschutz sowie der tägliche Verzehr von Obst und Gemüse würden das
Erkrankungsrisiko deutlich senken, meint auch die Österreichische
Krebshilfe. Einen besonderen Stellenwert habe zudem die Früherkennung, die
für höhere Heilungschance sorge.
Ärztekammer-Präsident Walter Dorner fordert angesichts des
Weltkrebstags ein absolutes Rauchverbot in der Gastronomie und im
öffentlichen Raum. Jährlich sterben rund 1.200 Frauen und 2.500 Männer in
Österreich an einem Lungenkarzinom, einer besonders heimtückischen und
gefährlichen Erkrankung, betonte er am Montag in einer Aussendung. Die
gemessene Feinstaubbelastung in verrauchten Lokalen sei ähnlich wie in der
Nähe mehrspuriger Schnellstraßen, leider würde die Gefahr des Passivrauchens
noch immer unterschätzt.
Knapp 1.200 Männer sterben in Österreich jährlich an Prostatakrebs, so die
Ärztekammer. Bei Frauen ist Brustkrebs das tödlichste und verbreitetste
Karzinom: 2008 starben rund 1.490 Patientinnen. Wünschenswert wäre eine
stärkere Inanspruchnahme der kostenlosen Gesundenuntersuchung ab dem 18.
Lebensjahr.
Derzeit tun dies laut Ärztekammer nur zwölf Prozent.
Gemeinsam mit der WHO widmet die UICC den Weltkrebstag 2010 dem Thema
Prävention und dem Aspekt von neun Krebs auslösenden Infektionen. Von rund
zwölf Millionen Krebserkrankungen würden jährlich etwa 20 Prozent durch eine
virale oder bakterielle Erkrankung verursacht oder mitbedingt, so UICC.
Diese Infektionen samt ihren Folgen könnten verhindert werden. Bestes
Beispiel hierfür seien Impfungen, die Leber- und Gebärmutterhalskarzinomen
vorbeugen könnten.
Hepatitis B-Impfung schützt auch vor Leberzellkarzinomen
Vielen sei noch unbekannt, dass eine Immunisierung gegen Hepatitis B auch
vor Leberzellkarzinomen schützt, erklärte Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda.
Dabei handelt es sich laut UICC um die dritthäufigste Krebsform bei Männern.
Bei Frauen ist Gebärmutterhalskrebs mit weltweit 510.000 Erkrankten und
288.000 Todesopfern eine der häufigsten Erkrankungen. Die Wissenschaft habe
festgestellt, dass Humane Papilloma Viren (HPV) in überwiegendem Ausmaß für
die Entstehung solcher Karzinome verantwortlich sind, so Sevelda. Eine
Impfung gegen HPV könne vor Gebärmutterhalskrebs, Scheiden- und
Vulvakarzinomen schützen. Die Übertragung der Viren erfolgt meist durch
sexuellen Kontakt und verursacht häufig keine klinischen Symptome.
Der jährliche Krebsabstrich bleibe auch bei einer Impfung weiter notwendig,
da ein kleiner Teil der HP-Erreger nicht erreicht werde, betonte der
Gynäkologe. Krebsfrüherkennungsuntersuchungen komme generell eine hohe
Bedeutung zu.
Die Österreichische Krebshilfe erinnere daher auf
Wunsch per E-Mail und SMS an folgende, empfohlene Untersuchungen:
Darmkrebs-Okkulttest ab dem 40. Lebensjahr jährlich
Darmspiegelung
(Koloskopie) ab dem 50. Lebensjahr alle sieben bis zehn Jahre
Hautselbstuntersuchung
zweimal jährlich
Frauen:
Selbstuntersuchung der Brust monatlich, ab dem 20.
Lebensjahr
Tastuntersuchung der Brust durch den Arzt ab dem 20
Lebensjahr jährlich
Mammografie ab dem 40. Lebensjahr mindestens
alle zwei Jahre
Krebsabstrich am Gebärmutterhals ab dem 20. Lebensjahr
jährlich
Männer:
Regelmäßige Selbstuntersuchung der Hoden durch
Abtasten ab dem 20. Lebensjahr
Prostatavorsorgeuntersuchung ab dem 45.
Lebensjahr jährlich.