16. Juli 2010 12:12
Was meinen Sie: Ist es Zufall, dass bestimmte Frauen nur gebundene Männer
anziehen? Dass andere immer wieder gemobbt werden, auch wenn sie den
Arbeitsplatz wechseln? Oder dass es manche Männer fast magisch zu
Pleitefirmen zieht und sich finanzieller Erfolg partout nicht einstellen
will?
Neue MADONNA-Serie
Die Linzer Lebens- und Sozialberaterin Karin
Achleitner-Mairhofer glaubt weder an den Zufall noch an Vorherbestimmung: In
ihrem aktuellen Ratgeber 'Dem Schicksal auf der Spur' (erschienen bei
Ennsthaler) zeigt sie anhand vieler Fallbeispiele, was wir tun können, um
Liebe, Glück, Gesundheit und Erfolg in unser Leben zu bringen. Ihr Ansatz
bildet den Auftakt zu einer dreiteiligen Spirit-Serie in MADONNA, die sich
ein großes Ziel gesteckt hat: Neue Wege zu nachhaltigem Lebensglück und
tiefer Zufriedenheit zu zeigen.
Karin Achleitner-Mairhofer: Dem Schicksal auf der Spur. Ennsthaler,
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Sind sie oft unzufrieden oder unglücklich?
Wie kommt es
also, dass manche Menschen glücklich und unbeschwert durchs Leben gehen,
Glück nahezu magisch anziehen, während andere trotz bester Vorsätze in
verschiedenen Lebensbereichen (immer wieder) scheitern und ihr Glück nicht
finden? Für Autorin Karin Achleitner-Mairhofer liegen die Antworten auf
diese Fragen auf der Hand: „Mein persönliches Glück, mein persönlicher
Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie glücklich oder erfolgreich meine
Eltern oder Großeltern waren.“ Heißt das nun umgekehrt, dass ich nicht
glücklich werden kann, wenn meine Vorfahren es nicht waren? „Nein, das heißt
es nicht“, meint Expertin Achleitner-Mairhofer. Aber wenn sich
„Unglücksserien“ wiederholen, Sie das Gefühl haben, immer auf der Stelle zu
treten, oft unzufrieden oder Beziehungsprobleme haben, kann ein Blick auf
Ihre familiäre Vergangenheit hilfreich sein. „Es lohnt sich, seine
Vergangenheit zu erforschen“, betont Achleitner-Mairhofer. „Viele Menschen
resignieren und meinen, die Vergangenheit lässt sich ohnehin nicht ändern,
und sie hoffen auf eine bessere Zukunft. Dass jedoch die Zukunft nur die
Vergangenheit spiegelt, bedenken die meisten nicht.“
Verborgenes ans Licht holen
Klingt zu esoterisch? Und
überhaupt: Wie erforscht man seine Vergangenheit? Eine Hilfe bieten so
genannte Familienaufstellungen: Dabei stellt der Klient aus einem Kreis
Anwesender stellvertretend für seine Familie Personen auf, die dann auf
faszinierende Weise ähnlich fühlen und reagieren wie die von ihnen
repräsentierten Familienmitglieder. So kommen Verstrickungen ans Tageslicht
und können dann mit Hilfe des Therapeuten gelöst werden. Man muss dazu
sagen: Die Methode ist nicht unumstritten. Kritiker vermissen eine
wissenschaftliche Überprüfung der Kurzzeittherapie und warnen vor schlecht
ausgebildeten Anbietern, von denen viele aus dem Esoterik-Bereich kommen.
Professionelle Anbieter erkennt man daran, dass sie Nachsorge anbieten und
die Klienten mit ihren Erkenntnissen nicht alleine lassen. Die Systemische
Familienaufstellung kann eine Psychotherapie oft nicht ersetzen.
Alte Muster lösen: Neue kräfte werden frei
Autorin
Achleitner-Mairhofer absolvierte eine Ausbildung für Systemische
Familienaufstellungen am Bert-Hellinger-Institut in Berlin. Sie leitete
bereits über 1.5000 Aufstellungen für Familien und
Organisationsaufstellungen für Firmen (Preis für ein Zwei-Tagesseminar etwa
300 Euro) und ist immer noch verblüfft über den Effekt der Methode: „Der
Informationsgehalt aus Aufstellungen ist enorm“, sagt sie. Wichtig:
Familienaufstellungen sollten nie „aus Neugier“ gemacht werden. Die
Expertin: „Die Aufstellungsarbeit dient zur Aussöhnung und um die Ordnung in
der Familie, die verletzt wurde, wiederherzustellen.“
Beispiele für eine gestörte Ordnung in der Familie sind Ausgrenzungen
bestimmter Personen (etwa wenn jemand nicht entsprochen hat), wenn jemand
sich das Leben nahm, wenn uneheliche, früh verstorbene Kinder verschwiegen,
frühere Partner nicht geachtet oder wenn Kinder abgetrieben wurden.
Aber warum verändert das Wissen über familiäre Ereignisse etwas in meinem
Leben? Expertin Achleitner-Mairhofer erklärt: „Weil dadurch im Gehirn, auf
der neurologischen Ebene, etwas passiert. Durch die Erkenntnisse, die ich
bei Aufstellungen gewinne, werden dem Gehirn neue Bilder gezeigt und neue
Lösungen können entstehen.“ In dem Moment, wo man die Familienmuster
durchschaut, entstünde oft „schockartig“ eine neue, kreative Kraft, die es
uns ermöglicht, die Grenzen des alten Musters zu überwinden.
Tipps vom Profi: So helfen sie sich selbst!
„Es ist schwer,
allgemeine Tipps zur Selbsthilfe zu geben, da die einzelnen Fälle sehr
individuell zu behandeln sind“, betont die Lebensberaterin. Sie skizziert
für MADONNA dennoch zwei besonders häufige Fälle und verrät
Lösungsmöglichkeiten:
1. Bei Verlusten in der Schwangerschaft: Wird ein Kind ab dem
fünften Schwangerschaftsmonat verloren und ihm sein Platz nicht gegeben,
wirkt dieses „fehlende Kind“ auf die Nachgeborenen: Der Zweit-Geborene steht
dann auf dem Platz des Erstgeborenen. Diese „ungeborenen“ Kinder werden oft
verschwiegen und die Rangverletzung kann (später) zu Problemen (wie etwa
Gefühle der Leere oder auch Depressionen) führen. Mit diesem Ritual kann man
die Ordnung wiederherstellen: „Du bist meine Schwester (Bruder) und du bist
die/der Erstgeborene. Ich achte dein Leben, bei mir bist du nicht vergessen.
Du lebst in meinem Herzen, auch wenn ich dich nicht kenne.“
2. Bei Pleiten in der Familie: Gab es in der Familie Verluste, macht
dies den Nachkommenden oft Angst und man versucht, diese gebannten
„schwarzen Schafe“ auszublenden. Die Expertin: „Alles, was wir fürchten oder
ablehnen, kann für uns bedeuten, dass wir es unbewusst wiederholen.“ Hier
kann dieses Ritual helfen: „Lieber ......(Vater, Großvater); ich sehe, dass
es schwer für dich war, dass du viel verloren hast. Ich achte dein Leben mit
all dem Schweren, das du getragen hast und darf es bei dir in deinem Leben
lassen. Ich weiß, dass es dich freut, wenn es mir gut geht.“
Wie auch immer die Fälle im Einzelnen sein mögen: Erkenntnis und Aussöhnung
mit der eigenen Lebensgeschichte dürften eine Geheimformel für ein
glücklicheres Leben sein.
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(diplomierter Coach, Autorin, Lebens- und Sozialberaterin) im Talk
Karin Achleitner-Mairhofer ist diplomierter Coach, Autorin, Lebens- und
Sozialberaterin in Linz.
Mehr Infos: www.karinachleitner-mairhofer.at
„Jeder Mensch ist familiär verstrickt“
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Bislang galt positives Denken als der ultimative Schlüssel zum
Glück... Karin Achleitner-Mairhofer: Stimmt. Und
positives Denken an sich ist auch kein Übel. Aber es ist zu wenig. Es
kann sogar zu Depressionen führen: Wenn jemand sich jahrelang sein
Leben in den schönsten Farben ausmalt, also positiv denkt, das alles
aber nichts nützt, wird er sich Vorwürfe machen und verzweifeln: Warum
finde ich trotzdem nicht den richtigen Partner? Warum habe ich immer
noch finanzielle Probleme?
Was hindert diese Menschen daran, ihr Glück zu finden? Achleitner-Mairhofer:
Sie kämpfen auf verlorenem Posten: Es ist, als ob sie gegen
den Strom schwimmen. Der Grund: Im Gegensatz zu dem, was sie sich
wünschen – also mehr Glück, Erfolg, den richtigen Partner –, läuft
auf der unbewussten Ebene ein Gegenprogramm ab, das diese Wünsche
verhindert.
Was ist das für ein Gegenprogramm? Achleitner-Mairhofer: Es
sind unsere familiären Verstrickungen. Ich kenne keinen Menschen,
der sich Unglück oder Misserfolg wünscht. Aber ich kenne viele
Menschen, die sich redlich bemühen und dennoch schwer
vorwärtskommen. Wenn unbewusste Verstrickungen auf uns lasten, ist
es schwer, mit bewussten Wünschen oder positiven Gedanken
voranzukommen.
Was genau bedeutet es, „familiär verstrickt“ zu sein? Achleitner-Mairhofer:
Ganz einfach: Die Geschichte der Familie wirkt in unserem Leben,
ob wir es wollen oder nicht. Wir sind unbewusst mit den Programmen
und Lebensmustern der Kindheit, der Eltern und Großeltern verbunden.
Wir ziehen wieder Ähnliches an – auch gegen unseren bewussten
Wunsch. Durch diese „blinden“ familiären Verstrickungen, also
solche, die uns gar nicht bewusst sind, sind wir begrenzt in unserem
Denken, in unserem Verhalten und in unserem Schicksal.
Können Sie ein konkretes Beispiel nennen? Achleitner-Mairhofer:
Tausende! Eine Frau zieht etwa nur gebundene Männer an, weil
ihre Mutter einen gebundenen Mann liebte und er sich für sie
trennte. Die Tochter sühnt durch Verzicht für die Mutter. Durch
Familienaufstellungen kann ich mir die Familiengeschichte bewusst
machen und dieses Wissen kann eine Veränderung zum Guten bewirken.
Oder: Wenn Frauen plötzlich und scheinbar ohne Grund ihre Männer
verlassen, hilft es, nachzuschauen: In welchem Alter haben die
(Groß-)Mütter ihre Männer verloren?
Ist jeder Mensch durch Verstrickungen belastet? Achleitner-Mairhofer:
Verstrickt ist jeder Mensch. Aber es gibt auch positive
Verstrickungen: Waren Eltern und Großeltern erfolgreich, ist es sehr
wahrscheinlich, dass sich die Erfolgsgeschichte fortsetzt.
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Wie Verstrickungen gelöst werden können
Was sind
Familienaufstellungen?
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Gruppenarbeit. Die bekannteste (aber nicht unumstrittene) Form
ist das Familienstellen nach Bert Hellinger. Dabei werden von einem
Klienten beliebige Personen aus dem Kreis der Anwesenden
stellvertretend für Familienmitglieder räumlich so angeordnet, dass
diese Aufstellung seiner Wahrnehmung der Familiensituation entspricht.
Schon dadurch ergeben sich oft Veränderungen der bisherigen
Sichtweise. Außerdem verhilft die Reaktion der beteiligten Personen
dem Klienten zu neuen Erkenntnissen; „Verstrickungen“ werden sichtbar.
Die Stellvertreter „fühlen“ und reagieren wie die von ihnen
repräsentierten Familienmitglieder.
Mit Unterstützung des Therapeuten werden danach Lösungen erarbeitet.
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