10. November 2009 13:30
Über der Innenstadt hängen dann die Düfte von frischem Gebäck, gebratenen
Maroni, Lebkuchen und heißem Punsch, Bläserensembles und Chöre stimmen
musikalisch auf das Fest ein. Wiener und Touristen drängen sich durch die
festlich beleuchteten Straßen. Wer Beschaulichkeit im Advent sucht, ist in
der Bundeshauptstadt aber fehl am Platz.
"In diesem Jahr finden 23 Weihnachtsmärkte in Wien statt",
sagt Michael Horak von der Stadtverwaltung. "Einige haben bereits von
Mitte November an täglich geöffnet, andere nur von Freitag bis Sonntag."
Insgesamt stellen 953 Marktstände ihr Angebot aus. Es reicht von
traditionellem Christbaumschmuck und Süßigkeiten über Tiroler Krippenfiguren
bis hin zu Trüffelöl aus Slowenien.
"Der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus ist mit 145 Ständen der größte",
sagt Horak. Zwischen 3,2 und 3,5 Millionen Besucher erwarten die
Veranstalter, die die Bäume in der angrenzenden Parkanlage festlich
schmücken ließen. Dahinter erhebt sich, raffiniert beleuchtet, das
neugotische Rathaus direkt gegenüber des Burgtheaters.
Eine andere Atmosphäre erleben Besucher am Spittelberg, einem stilecht
sanierten Biedermeierviertel nahe des Zentrums. In den engen Gassen herrscht
eine romantische Weihnachtsstimmung, geprägt auch vom leicht morbiden Wiener
Charme, den Touristen schätzen und nicht alle Bürger der Stadt heute noch
zeitgemäß finden. Für diese modernen Adventsbummler gibt es den trendigen "Winter
im MuseumsQuartier", der sich als Alternative zu den traditionellen
Märkten versteht. DJs legen Hits auf, Barkeeper servieren Drinks, sportliche
Besucher vergnügen sich beim Eislauf oder beim Eisstockschießen. Verkauft
werden internationale Designartikel und ausgefallene Delikatessen.
Die Touristen wollen es meist klassisch. Sie strömen zum zentral gelegenen
Christkindlmarkt auf der Freyung, einem der schönsten Plätze, und der nicht
weit entfernte "Adventmarkt Am Hof". Ein Weihnachtsdorf alten
Stils gibt es auch an der Ringstraße. Es steht auf dem Platz zwischen dem
Kunsthistorischen und dem Naturhistorischen Museum rund um das große Denkmal
mit der thronenden Kaiserin Maria Theresia.
Auch zwei der bekanntesten Prachtbauten in der einstigen Kaiserstadt bieten
sich als Kulissen für vorweihnachtlichen Trubel an. Auf einem ausgedehnten
Platz der barocken Residenz des Feldherrn Prinz Eugen, dem Schloss
Belvedere, können Besucher traditionelles Kunsthandwerk und
Weihnachtsschmuck kaufen. Und im Ehrenhof der Schlossanlage Schönbrunn
stehen bis einen Tag vor Weihnachten ebenfalls die kleinen Bretterhäuschen.
In der Adventszeit kommen Touristenmassen zum Einkaufen nach Wien, darunter
zahlreiche Tagesgäste aus den Nachbarländern. Auch ganz Wien scheint auf den
Beinen zu sein. Man kann sich oft nur mühsam den Weg bahnen. Nicht wenige
Wiener empfinden die Wochen vor dem Fest deshalb als puren Stress.
Die Weihnachtsmärkte lassen sich gut mit Besichtigungen verbinden, denn sie
liegen in unmittelbarer Nähe der Sehenswürdigkeiten - wie das Weihnachtsdorf
im umschlossenen Campus-Park des Alten AKH. Im Advent dreht sich hier ein
Nostalgie-Karussell, und Kinder erfreuen sich an Ponykutschenfahrten.
Besucher der Wiener Weihnachtsmärkte sollten nicht mit dem Auto kommen.
Parkplätze sind ausgesprochen rar, die Märkte liegen zentral und sind auch
mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.
www.christkindlmarkt.at
, www.altwiener-markt.at
, www.kunsthandwerksmarkt.at
, www.weihnachtsdorf.at
, www.spittelberg.at ,
www.weihnachtsmarkt.co.at.