19. April 2010 12:40
Dem schlechten Wetter sei Dank: Bis jetzt hatten etwa eine Million
Allergiker in Österreich Grund zur Freude. Auf Grund des kalten Winters und
der niedrigen Temperaturen zu Beginn des Frühjahrs hielt sich das „große
Niesen“ in Grenzen.
Späte Saison
Doch die Gefahr ist noch keineswegs
ausgestanden: Allergieexperten gehen davon aus, dass Erle und Hasel noch
sehr intensiv stäuben, und man ab sofort mit ziemlich heftigen Belastungen
rechnen muss. Und die Birkenblüte soll heuer sogar heftiger als im Vorjahr
ausfallen – ganz besonders im Osten und Süden Österreichs. Der Pollen ist
verantwortlich dafür, dass etwa eine Million Österreicher gerade in der
schönsten Jahreszeit von heftigen Niesatta cken, rinnender oder verstopfter
Nase oder Atembeschwerden gequält werden – die klassischen Symptome des
„Heuschnupfens“.
Insgesamt leidet bereits jeder vierte Österreicher an einer allergischen
Erkrankung. Und: 80 Prozent der Birkenpollenallergiker sind zudem von
Kreuzallergien betroffen: „Diese Menschen reagieren in der Pollensaison auch
allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel, wie etwa Äpfel, Karotten, Kiwi oder
Soja“, erklärt die Wiener Hautärztin und Allergologin Henriette Holub. Wenn
Sie selbst wissen wollen, wie hoch Ihr persönliches Allergie-Risiko ist,
können Sie das online testen unter: www.allergiefragebogen.at
. Es gibt auch einen eigenen Fragebogen für Kinder.
Die besten Therapien
Meist werden Allergien von den Betroffenen
unterschätzt. Sie gehen zu spät zum Arzt, was verheerende Folgen haben kann:
Wenn sich die allergische Entzündung auf die unteren Atemwege ausbreitet,
kann chronisches Asthma entstehen. Expertin Holub: „Dabei ist eine Allergie
bei frühzeitiger Diagnose gut zu behandeln.“ Erster Schritt bei der Therapie
einer Pollenallergie: Kontakte mit dem Allergieauslöser möglichst vermeiden.
Zweitens: Bestehende Symptome können mit Nasensprays, Augentropfen oder
durch Mittel zum Einnehmen (antiallergische Medikamente) gelindert werden.
Schritt drei ist eine sogenannte Immuntherapie. Dermatologin Holub: „Der
Patient wird – ähnlich wie bei einer Impfung – an das Allergen gewöhnt.“
Dabei wird das Allergen etwa sieben Wochen vor der Blütezeit entweder in
regelmäßigen Abständen unter die Haut gespritzt, unter die Zunge getropft
oder als Tablette geschluckt.
Alternative Methoden
Studien bescheinigten auch der Homöopathie
Erfolge bei Allergien. Hartnäckige Fälle sollten aber nicht selbst behandelt
werden, sondern in Absprache mit einem erfahrenen Homöopathen: „Nur wenn man
sich mit dem Patienten im Zuge einer ausführlichen Anamnese individuell
auseinandersetzt, kann das passende homöopathische Mittel gefunden werden“,
erklärt die Wiener Ärztin und Homöopathin Birgit Kapfinger-Bruckner (www.womanandhealth.com).
Als Selbsthilfe-Methode kommt auch Kinesiologie in Frage: Durch die Allergie
entstehen Blockaden im Körper, die mithilfe spezieller Übungen gelöst werden
können. Fließt die Energie wieder frei, kommt es auch zu einer Verbesserung
der Symptome. Wie Sie Ihre inneren Heilkräfte mit Yoga und individueller
Ernährung aktivieren und dadurch Allergien, Asthma sowie Neurodermitis los
werden können, verrät der deutsche Allergieberater Martin Bock in seinem
Gesundheits-Ratgeber. Sehr hilfreich bei Allergien sei etwa das
Wechselatmen: Setzen Sie sich bequem hin und halten Sie mit dem Daumen das
rechte Nasenloch zu. Jetzt sechsmal tief ein- und ausatmen. Danach mit dem
Zeige- und Mittelfinger auf den linken Nasenflügel drücken und nur über das
rechte Nasenloch sechsmal ein- und ausatmen.
BUCHTIPPS

Heilen
mit Yoga und Ernährung. Martin Bock: Hilfe bei Allergien, Asthma,
Neurodermitis. Herbig, um 20,50 Euro.
Selbsthilfe mit Kinesiologie. Kris Krenn: Wie werd’ ich meine Allergie
los? Orac Verlag um 19,90 Euro.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter: Wirksame Sofort-Tipps, Achtung:
Kreuzallergien, Was wann die Nase reizt...
Wirksame Sofort-Tipps
Sie selbst können viel dazu beitragen,
Pollenallergien vorzubeugen beziehungsweise die Beschwerden in Grenzen zu
halten:
- Versuchen Sie, sich an sehr sonnigen, windigen Tagen so wenig wie
möglich im Freien aufzuhalten. Vor allem Wiesen und
Getreidefelder meiden! Wenn Sie doch einen Spaziergang
unternehmen wollen, so gehen Sie in einen Laubwald: Laub
filtert den Pollen.
- Meist ist die Pollenbelastung in der Stadt am Abend und am Land
frühmorgens am höchsten. Aktuelle Infos können Sie dem Internet
entnehmen: www.pollenwarndienst.at
- Tragen Sie Sonnenbrillen mit seitlichem Schutz: So kann der
fliegende Blütenstaub schwerer in die Augen gelangen und
Reizungen werden verhindert.
- Trocknen Sie die Wäsche nicht im Freien und halten Sie die
Wohnung staubfrei. Am besten feucht wischen oder einen Staubsauger
mit Filter verwenden. Nur an belastungsfreien Tagen lüften!
- Reduzieren Sie Stress: Eine gesunde Seele stärkt die
Immunabwehr und bringt dadurch auch Allergien zum Verschwinden.
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Achtung: Kreuzallergien
Was haben Äpfel mit Pollen zu tun?
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Ist es automatisch eine Lebensmittel-Allergie, wenn jemand auf
Äpfel oder Walnüsse plötzlich allergisch reagiert? Henriette
Holub: Nicht unbedingt, es kann auch eine sogenannte
Kreuzreaktion bestehen, die meist nicht so dramatisch auftritt wie
eine klassische allergische Reaktion.
Was ist eigentlich eine Kreuzreaktion? Holub: Wenn jemand
eine Pollenallergie hat, dann verursachen bestimmte Nahrungsmittel
Lokalreaktionen.
Wie machen sich diese bemerkbar? Holub: Durch eine leichte
Lippenschwellung, Kribbeln der Mundschleimhaut, Brennen der Zunge
oder auch durch Juckreiz am Hals.
Wie kann man feststellen, ob es sich um eine Kreuzallergie handelt? Holub:
Durch eine genaue Anamnese bei einem Allergologen, der auch einen
Hauttest durchführt. Dabei werden verschiedene Allergene am Unterarm
aufgetragen. So wird festgestellt, worauf der Patient allergisch
reagiert.
Lässt sich eine Pollenallergie gut behandeln? Holub:
Natürlich! Durch eine Immuntherapie, entweder mittels Impfung sieben
Wochen vor der Blütenzeit oder mit Tropfen oder Tabletten, die man
täglich einnimmt. Das macht viele Patienten lebenslang fast
beschwerdefrei. Und sie können ohne Medikamente die Zeit in der freien
Natur genießen!
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Bild: (c) Pauty
Dr. Henriette Holub ist Hautärztin und
Allergologin in 1100 Wien. Tel.: 01 / 890 07 19
Ihr Pollen-Kalender
Was wann die Nase reizt...
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Erle
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Starke Belastung von Jänner bis Ende Juli
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Esche
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Reizt am meisten von Ende März bis Ende April
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Birke
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Extrem hohe Belastung von Ende März bis Mitte Mai
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Eiche
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Kann von Mitte April bis Mitte Mai reizen
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Platane
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Starke Belastung von Mitte April bis Ende Mai
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Buche
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Mäßige Belastung von Ende April bis Mitte Mai
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Ampfer
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Mäßige Belastung von Mitte April bis Ende September
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Gräser
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Belasten sehr stark von Anfang Mai bis Anfang August
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Pilzsporen
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Starke Belastung von Jänner bis Ende Oktober
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Beifuß
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Reizt von Ende Juli bis Mitte August stark
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Milben
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Starke Belastung von Jänner bis März und von September bis Oktober
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Hasel
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Sehr hohe Belastung noch bis Ende April
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