23. Februar 2010 16:37
"Das Gesicht ist die populärste Stelle des Körpers",
sagt Experte Horst Dauter. Deshalb wiegt die Entscheidung für die
Brillenform schwer im Outfit. Dauter warnt deshalb davor, blind jedem Trend
hinterher zu laufen. Momentan sei etwa eine geradlinige Form in Mode. "Das
kann nur in seltenen Fällen gut aussehen." Die geraden Formen
passten nicht zu den rundlich gebogenen Formen des menschlichen Gesichts.
Diese würden durch gerade Linien geschnitten und wirkten disharmonisch.
Genauso rät er von breiten Bügeln ab. Denn diese "wirken wie
Scheuklappen".
Um Fehlkäufe zu vermeiden, "sollte jemand mit zum Optiker kommen
oder eine Digitalkamera mitgenommen werden", rät der Lifestyle- und
Farbberater René Koch aus Berlin. Fotos können die Unterschiede zeigen und
eine Entscheidung erleichtern. Der Preis sei jedenfalls kein Kriterium. "Eine
preiswerte Fassung kann sogar schöner sein als eine teure Brille",
sagt Dauter. Die Brille müsse schlicht zum individuellen Gesicht passen.
"Regeln für die richtige Brille gibt es nicht." Es gibt aber
einige Hilfen. Generell gelte: "Menschen mit einem kleinen Gesicht
sollten kleine Brille tragen, und große Gesichter können große Brillen tragen",
erklärt Koch. Der Trend gehe zwar momentan zu XXL-Brillen. Doch kleine
Gesichter sähen dahinter immer so aus, als sollten sie mit der Brille
versteckt werden.
Optimal sitzen die Gläser, wenn die Iris in der Mitte der Scheibe zu sehen
ist, erklärt Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen in Berlin. Sind
die gesamten Augen durch die Brille zu sehen, wirkten sie am attraktivsten.
Menschen mit einer eher rechteckigen Gesichtsform, also langen, schmalen
Längskonturen sowie Ecken an Stirn und Kinn, können gut eine Brille mit
runden, minimalistischen oder geschwungenen Formen tragen. "Die Formen
machen das Gesicht weicher", sagt Kruschinski. Ebenso gut eigneten sich
Modelle mit hohen und markanten Bügeln. Denn diese unterbrechen die Länge
des Gesichts.
Ein rundes Gesicht dagegen zeichnet sich durch eine gleichmäßige äußere
Kontur aus und ist im Verhältnis zur Breite eher kurz. Dazu passten am
besten Brillenformen, die das Gesicht vertikal betonen. So lasse eine eckige
Brille das Gesicht schmaler wirken und bringe Spannung. Wenn die Wangen der
breiteste Bereich sind, handelt es sich um ein trapezförmiges Gesicht. Einen
schönen Kontrast setze da zum Beispiel die Schmetterlingsform, sagt
Kruschinski. Damit könnten die meist schmalen Schläfen verdeckt werden.
Brillen mit kräftigen, tiefer angesetzten und nach oben geschwungenen Rahmen
harmonieren gut mit herzförmigen Gesichtern. Zarte, abgerundete Fassungen
wiederum lassen Gesichter mit einem breiten Haaransatz weicher wirken. "Menschen
mit ovalen Gesichtern können fast jede Brille tragen", erklärt
René Koch. Besonders gut zur Geltung kommen sie laut Kruschinski durch
rechteckige Fassungen.
Doch nicht nur die Form, auch die Farbe will sorgfältig ausgewählt sein.
Visagist Koch unterscheidet zwei Typen: den hellen, nordischen sowie den
eher dunkelhaarigen, südländischen. Zu blonden Menschen passten eher
gedämpfte Farben, etwa Pastell- und Erdtöne. Ein dunkelhaariger Mensch
vertrage stärkere Kontraste. Sein Gesicht käme auch mit kräftigen,
leuchtenden Blau- oder Rottönen zur Geltung. "Rothaarige können
sehr gut grüne Brillen tragen", sagt Dauter.
Eine Option sind immer auch die Farben, die an Hemden oder Hosen gefallen.
Denn in seinen Lieblingsfarben fühle der Brillenträger sich wohl und
attraktiv, sagt Kruschinski. Und sie stehen ihm meist auch tatsächlich.
Außerdem passe die Brille dann gut zu den eigenen Outfits und harmonisiere
das Gesamtbild. Wer sich partout nicht entscheiden möchte - und das nötige
Kleingeld hat -, kann den Rat von René Koch befolgen und sich zwei oder drei
Brillen kaufen. Damit lässt sich das Outfit je nach Anlass und Tagesform
variieren.