01. März 2010 11:25
Es ist nur ein Zahlenspiel – und verdeutlicht dennoch die enorme Leistung,
die das Herz vollbringt: Etwa drei Milliarden Mal schlägt es im Laufe eines
Lebens. Tag für Tag pumpt es Blut durch die Gefäße und versorgt unsere
Organe und unser Gehirn mit Sauerstoff.
Stille Gefahr
Leider merken wir auch nicht immer, wenn Gefahr
für unser wichtigstes Organ droht: „Bluthochdruck zum Beispiel gilt als
einer der Hauptrisikofaktoren für Infarkt oder Schlaganfall – und macht
keinerlei Beschwerden“, erklärt Marcus Franz, Wiener Facharzt für Innere
Medizin und Primar am Hartmannspital. Das Fatale: Herzinfarkt, Herzschwäche
oder Schlaganfall sind mit großem Abstand die häufigsten Todesursachen.
Jeder zweite Österreicher stirbt daran. Zum Vergleich: „Nur“ jeder vierte
stirbt an Krebs.
Die gute Nachricht lautet aber: 90 Prozent der Herz-Kreislauferkrankungen
entstehen durch Risikofaktoren, die wir selber beeinflussen können. Ärztin
Doris Gapp: „Das heißt: Mit dem richtigen Lebensstil sind Herzinfarkte oder
Schlaganfälle in sehr hohem Maße vermeidbar.“
Wie Sie Ihr persönliches Risiko für Herzkreislauferkrankungen senken können,
verraten die MADONNA-Experten im Auftakt zur großen Frühlings-Medizin-Serie.
Und so bleibt Ihr Herz gesund:
- Fittes Herz
„Rauchen Sie nicht, streben Sie Normalgewicht an
und bewegen Sie sich regelmäßig“, fasst Medizinerin Gapp die
wichtigsten Lifestyle-Maßnahmen für ein gesundes Herz-Kreislaufsystem
zusammen. Damit beugen Sie den größten Risikofaktoren vor. Zu diesen
zählen:
- Diabetes
Zu viel Glukose (Zucker) im Blut greift gerade bei
weiblichen Patienten die Gefäße massiv an: Bei Frauen zeigt sich
Typ-II-Diabetes drei- bis vier Mal so schädlich wie bei Männern. Tipp:
Zucker reduzieren! Durch Süßes erhöhen sich nämlich auch die
Blutfettwerte, die ebenfalls dem Herz schaden.
- Bluthochdruck
Die sogenannte Hypertonie (von einem hohen
Blutdruck spricht man, wenn die Werte wiederholt über 135/85 mmHg
liegen) schädigt die zarten Gefäßwände. Cholesterin, Kalk und andere
Bestandteile des Blutes können sich dadurch leichter ablagern. Die
flexible Wand der Gefäße verdickt und verengt sich. Durch diesen als
Arteriosklerose bezeichneten Vorgang verschlechtert sich die
Durchblutung verschiedenster Organe – so auch die vom Herz. Tipp:
Bewegung senkt den Blutdruck und lässt das herzschützende
HDL-Cholesterin steigen. Und: Sparsam mit Salz umgehen! Als relativ
harmlos gilt der niedere Blutdruck, der jedoch – gerade jetzt – oft
Beschwerden macht.
- Stress
Auch seelische Faktoren können die Gefäße belasten:
„Stresshormone belasten das Herz, weil sie den Blutdruck steigen
lassen. Zudem begünstigen Ängste, Überforderung, Ärger, aber auch
Einsamkeit einen ungesunden Lebensstil: Man raucht, trinkt zu viel
Alkohol oder ernährt sich vorwiegend von Fast Food“, so Expertin Gapp.
- Herzgesund essen
Schon kleine Schritte in Richtung gesünderes
Essverhalten tun dem Herzen spürbar gut: Reduzieren Sie tierische
Fette (wie Wurst, Käse, Obers, Butter), deren gesättigte Fettsäuren die
Cholesterinkonzentration im Blut ansteigen lassen. Und setzen Sie auf
viel Gemüse, Obst und die richtigen Fette. Besonders gesund: Fisch wie
Lachs, Thunfisch, Hering oder Makrele (enthält herzschützende
Omega-3-Fettsäuren) sowie Rapsöl (passt zu Salaten, kann aber auch zum
Braten verwendet werden).
- Besser atmen
Und wie steht es um Ihre Lunge? Schädlichster
Faktor auch hier: das Rauchen. Und: Zwei Drittel der Erwachsenen haben
den natürlichen Rhythmus fürs Atmen verlernt – und verschlechtern damit
die Versorgung des Organismus mit Sauerstoff. Falsches Atmen kann aber
auch zu Verstimmungen, Müdigkeit oder Schlafstörungen führen. Und so
geht’s richtig: Beim Einatmen soll sich Ihr Bauch leicht wölben. Atmen
Sie doppelt so lange aus wie ein – so gelangt ein Maximum an Sauerstoff
in den Körper. Lüften Sie Ihre Räume immer wieder und tragen Sie nicht
zu enge Kleidung. Und: Achten Sie auf Ihr Seelenwohl. Laut
China-Philosophie kann auch unverarbeitete Trauer die Lunge schwächen.
Ein gesunder Ausdruck der Trauer ist das Seufzen: Mit dem Ausatmen löst
sich auch gestauter Kummer, der aus der Tiefe der Lunge kommt.
Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter:
- Profi-Tipps bei
Schwindel
- Was Ihre Lunge stärkt
Profi-Tipps bei Schwindel
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Viele Menschen fühlen sich jetzt oft extrem müde und sogar
schwindelig. Warum? Dr. Marcus Franz: Weil sie auf die
veränderte Witterungslage – der Winter geht und das Frühjahr kündigt
sich mit länger werdenden Tagen und steigenden Temperaturen schon an –
mit Kreislaufproblemen reagieren. Betroffen sind vor allem schlanke
Personen mit niederem Blutdruck. Dieser kann zwar sehr unangenehm
sein, ist aber nicht gefährlich.
Wie kann man den Kreislauf stärken? Franz: Sport ist
ideal. Allerdings sollten Menschen mit niedrigem Blutdruck eher
Kraftsportarten betreiben, da Ausdauertraining den Blutdruck
zusätzlich senkt. Sehr gut geeignet sind Tennis, Squash, Tanzen oder
Bauch-Bein-Po-Gymnastik. Auch Wechselbäder regen den Kreislauf an.
Zumindest zum Schluss kalt abbrausen – das kostet zwar Überwindung,
aber danach fühlt man sich topfit. Probieren Sie es aus!
Was kann man noch tun? Franz: Ganz wichtig: Ausreichend
trinken! Vor allem Frauen neigen dazu, zu wenig Flüssigkeit zu sich zu
nehmen. Wer mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hat, sollte sogar
einen Liter mehr trinken als sonst.
Und was hilft im Akutfall? Franz: Bei Schwindel erst
einmal hinlegen und die Beine hochlagern. Dann ein Glas Wasser
trinken und 10 Minuten liegen bleiben. Treten die Beschwerden öfter
auf, muss man zum Arzt. Unbedingt auch Fieber messen: Manchmal
verbirgt sich hinter dem Schwindelgefühl auch ein Infekt.
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Was Ihre Lunge stärkt
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Sport in der Natur Tut der Lunge besonders gut –
vorausgesetzt, dass die Luft wirklich sauber ist (nicht neben der
Autobahn!). Am besten ist es, dabei durch die Nase zu atmen. Dadurch
ist die Luft angewärmt, ehe sie in die Bronchien gelangt.
Yoga Auch das Asia-Workout ist eine Wohltat für die
Atemwege: Die Dehn- und Atemübungen vergrößern das Lungenvolumen.
Singen Die Lungenkraft lässt sich damit hervorragend
aufbauen. Wichtig ist dabei die richtige Atemtechnik: Tief in den
Bauch atmen, dessen Muskulatur das Zwerchfell nach unten zieht. So
entsteht ein perfekter Klangkörper.
Nicht rauchen Zigaretten verschmutzen den Bronchialbaum
und lähmen die Flimmerhärchen, die für die Reinigung der Atemwege
zuständig sind. Hilfe für Passivraucher: Nach einer Nacht in
verrauchten Kneipen ein Dampfbad mit ätherischen Ölen (Eukalyptus)
machen. Unterstützt die Lunge bei der Selbstreinigung.
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Unsere MADONNA-Experten

Bild:
(c) Bieniek
Dr. Doris Gapp
Ist Ärztin für
Allgemeinmedizin in Wien. Infos: www.womanandhealth.com
; www.diehausaerztin.com
Bild: (c) Bieniek
Dr. Marcus Franz
Ist Vorstand
der Internen Abteilung am Hartmannspital, 1130 Wien, www.hartmannspital.at