Vorsorge kann Leben retten

Brustkrebs

Vorsorge kann Leben retten

"Sie haben Krebs!“ Drei Worte, die das Leben aller Betroffenen, ihrer Familie, Freunde und Angehörigen auf einen Schlag verändern. Drei Worte, die statistisch gesehen 51 Prozent aller Männer und 43 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens hören. Rund 39.000 ÖsterreicherInnen erkranken insgesamt pro Jahr. Einen – wenn auch schwachen – Trost gibt es: Krebs ist zwar eine schwere, häufig lebensbedrohliche Erkrankung, doch dank moderner Therapien stehen mittlerweile immer bessere Behandlungsmethoden zur Verfügung; oft lässt sich Krebs sogar heilen. Der wichtigste Faktor dabei ist aber die rechtzeitige Erkennung einer Erkrankung.


Vorsorge in Form von Früherkennung kann mitunter sogar Leben retten. Ab einem bestimmten Alter, beziehungsweise wenn Risikofaktoren vorliegen, sollten daher regelmäßig Früherkennungsuntersuchungen vorgenommen werden. Beim Mammakarzinom (Brustkrebs), der häufigsten onkologischen Erkrankung bei Frauen, gibt es neben der Selbstuntersuchung der Brust (Anleitung siehe unten), die jede Frau ab dem 18. Lebensjahr vornehmen sollte, bereits ein gut etabliertes, EU-weites Früherkennungsprogramm. Frauen zwischen 45 und 69 Jahren erhalten automatisch ein offizielles Schreiben mit der Einladung zur Mammografie sowie einer Auflistung von radiologischen Stellen, die diese durchführen. Alle zwei Jahre kommt eine erneute Einladung. Wer noch nie bei einer Mammografie war oder bei wem diese mehr als zwei Jahre zurückliegt, muss nicht auf eine Einladung warten, es genügt, mit einem teilnehmenden Radiologen einen Termin zu vereinbaren. Frauen zwischen 40 und 44 sowie ab 70 Jahren erhalten kein automatisches Einladungsschreiben, können sich aber unter www.frueh-erkennen.at selbst zum Programm einladen. Doch auch Frauen unter 40 Jahren wird empfohlen, einmal monatlich eine Tastuntersuchung durchzuführen. Stellen Sie Veränderungen fest, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt suchen. Er kann abklären, ob es sich bei festgestellten Veränderungen bzw. Knötchen um einen bösartigen Tumor oder um  harmlose Zysten beziehungsweise gutartige Geschwülste handelt.

Angebot. Neben Brustkrebs sind aber noch mehr als 230 weitere Krebsarten bekannt, für viele von ihnen existieren bereits gute Früherkennungsmethoden; die Kosten der meisten dieser Programme werden auch von den Krankenkassen bezahlt. Neben all diesen Untersuchungen ist es auch wichtig, dem Körper Aufmerksamkeit zu schenken und auf dessen Signale zu hören. Der Faktor Zeit spielt eine wichtige Rolle; zeigen sich ungewöhnliche  Veränderungen, Schwellungen oder Knoten an Haut, Schleimhaut oder Weichteilen, vergrößerte Lymphknoten sowie schlecht heilende Wunden, treten Symptome wie Blut im Stuhl oder Urin, lang anhaltender Husten oder Heiserkeit, Erbrechen, Druck, Völlegefühl sowie unerklärliche Gewichtsabnahme auf, dann sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem die Tatsache, dass Sie einige Risikofaktoren selbst beeinflussen können; ein gesunder Lebensstil ohne Nikotin, viel Bewegung und vernünftige Ernährung wirken sich positiv auf das Erkrankungsrisiko aus.

Vorsorge 1/5
➜ Unterleibskrebs: Ab dem 20. Geburtstag sollten einmal jährlich im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung eine Kontrolle des Gebärmuttermundes und der Krebsabstrich (PAP) zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs durchgeführt werden. Die Krebshilfe empfiehlt allen Mädchen und Frauen zwischen neun und 45 eine Impfung gegen die HP-Viren, die zu Unterleibskrebs führen können. Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen des Unterleibs helfen, Tumore früh zu erkennen.
➜ Hautkrebs: Behalten Sie Ihre Muttermale im Auge. Sobald diese sich in Größe, Farbe und Abgrenzung plötzlich verändern, sollten Sie den Hautarzt aufsuchen. Als Laie erkennt man diese aber nicht immer, daher ist es sinnvoll, ein- bis zweimal pro Jahr (am besten vor und nach den Sommermonaten) alle Muttermale einer Untersuchung durch den Hautarzt zu unterziehen. Risikopatienten (viele Muttermale, Hautkrebs in der Familie) sollten kürzere Kontrollzeiten einhalten.

➜ Darmkrebs: Ab dem 50. Lebensjahr wird alle sieben bis zehn Jahre eine Darmspiegelung (Koloskopie) empfohlen. Werden Darmpolypen nämlich rechtzeitig erkannt und entfernt, lassen sich 90 Prozent der Krebserkrankungen verhindern. Vor der Koloskopie muss man keine Angst haben; diese ist mittlerweile völlig sanft möglich und erfolgt unter leichter Betäubung. Okkulte Bluttests können Blut im Stuhl sichtbar machen und erste Hinweise auf eine mögliche Erkrankung liefern.

➜ Prostata- und Hodenkrebs: Männer ab 20 Jahren sollten monatlich ihre Hoden nach Veränderungen abtasten. Ab 45 Jahren bzw. bei Vorbelastung ab 40 Jahren wird jährlich eine Tastuntersuchung durch den Urologen bzw. eine Ultraschalluntersuchung empfohlen. Mittels eines Bluttests (PSA-Test) können bösartige Veränderungen festgestellt werden.

➜ Lungenkrebs: Die Früherkennung von Lungenkrebs ist schwierig, es gibt noch keine verlässlichen Untersuchungsmethoden. Bei auffälligen Symptomen (Atemnot, blutiger Husten, Auswurf, Brustschmerzen) unbedingt zum Arzt; da Raucher am öftesten betroffen sind, ist sofortiger Rauchstopp die beste Vorsorge!

Selbstuntersuchung

➜ Warum? Jede Frau kennt ihren Körper selbst am besten. Sie kann daher oft schon frühzeitig Veränderungen in der Brust wahrnehmen und diese von einem Gynäkologen abklären lassen.

➜ Wann? Sinnvoll ist die Tastuntersuchung für alle Frauen ab 18 Jahren. Der Selbst-Check sollte einmal im Monat durchgeführt werden; der beste Zeitpunkt dafür ist kurz nach der Periode.

➜ Wie? Tasten Sie Ihre Brust kreisförmig ab, zuerst oberflächlich, dann mit etwas mehr Druck. Vergessen Sie dabei nicht auf die Unterseite der Brust und die Seiten. Führen Sie die Untersuchung unter der Dusche durch. Dass warme Wasser verringert den Hautwiderstand, wodurch Veränderungen leichter feststellbar sind. Keine Panik, falls Sie etwas finden; viele Knötchen sind gutartiger Natur. Aber: sicherheitshalber zum Gynäkologen!

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