24. November 2010 10:58

Zu hohes Cholesterin 

So senken Sie Ihre Blutfette

Cholesterin-Gen gefunden. Neue Waffen gegen zu hohes Cholesterin.

So senken Sie Ihre Blutfette
© Getty Images

Neue Studie. Früher waren die Eier schuld, jetzt ist es ein Gen: Cholesterin gilt als Feind im Blut, der das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht. Aber nur, wenn zu viel davon im Blut schwimmt. Was nun für die Erhöhung des sogenannten Cholesterinwerts wirklich verantwortlich ist, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Ist die Ernährung schuld oder eine familiäre Veranlagung?

Wissenschaftler aus Deutschland und Dänemark haben jetzt herausgefunden: Zu hohe Cholesterinwerte liegen auch in den Genen.

Der Organismus braucht Cholesterin als Baustein
Der „verteufelte“ Fettstoff ist aber auch ein wichtiger Baustein im Organismus und kommt in nahezu allen Geweben des menschlichen Körpers vor. Bis zu 24 Prozent des Hautfettes besteht aus Cholesterin. In den Geschlechtsorganen und in der Nebennierenrinde ist Cholesterin eine wichtige Substanz bei der Herstellung von Hormonen. Und auch die grauen Zellen im Gehirn werden durch den Fettstoff geschmiert.

Da Cholesterin für den Körper so wichtig ist, stellt er es auch selbst her. Der größte Teil der fettähnlichen Substanz kommt nicht vom Teller, sondern von der Leber.

Auch bei Cholesterin gilt: Eine Frage der Balance
Erst bei einem Überangebot an Cholesterin gerät der Stoffwechsel ins Schleudern. Denn dann kann der Organismus es nicht mehr entsorgen und die Cholesterinpartikel überschwemmen das Blut. Als Transportmittel dienen dabei zwei Arten von Eiweißstoffen – die Lipoproteine HDL (das „gute“ Cholesterin) und LDL (das „schlechte“ Cholesterin).

Dabei vollbringt der Körper eine logistische Meisterleistung: LDL transportiert Cholesterin zu den Zellen. HDL nimmt überschüssiges Cholesterin zur Entsorgung in die Leber mit. Je mehr davon im Blut, desto besser. Wichtiger als der Gesamtcholesterinspiegel (optimal unter 200 mg/dl) ist daher das Verhältnis von HDL (empfehlenswert über 60) zu LDL (unter 100).

Wie schädlich ist nun Cholesterin wirklich?
Vom „guten“ HDL-Cholesterin können Sie nicht genug haben. Zu viele LDL-Teilchen im Blut sind aber für den Körper gefährlich. „Das kann eine chronische Entzündung in den Gefäßwänden provozieren und damit die Atherosklerose in Gang setzen“, sagt der Internist und Gefäßspezialist Erich Minar.

Mäßig erhöhte Cholesterinwerte können durch fettarme Ernährung und Bewegung gesenkt werden (s. l.). Minar: „Liegt aber eine Fettstoffwechselstörung vor, ist eine Therapie mit Lipidsenkern angezeigt.“

Neue Medikamente gegen zu hohes Cholesterin?
Wenn trotz Diät die Cholesterin-Balance im Körper nicht stimmt, dann setzt die Leber zu viel von der berüchtigten Substanz frei. Nach Ansicht der Forscher vom Max-Delbrück-Centrum in Berlin ist eine bestimmte Variante des SORT1-Gens für die übermäßige Cholesterinbildung verantwortlich. Nun wollen die Wissenschaftler Medikamente entwickeln, die diesen Genfaktor gezielt ausschalten.

Wie Sie "schlechtes" Cholesterin im Blut senken können
Auch wer „gute Gene“ hat, kann einen hohen Cholesterinspiegel bekommen. Üppige Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht verändern die Blutfettwerte. So schützen Sie sich davor:
Weniger tierische Fette
Maximal 30 Prozent der Kalorien sollten mit Fett gedeckt werden. Die Grundregel: Weniger tierische und mehr pflanzliche Fette. Eier sind übrigens besser als ihr Ruf: Der Dotter enthält eine Substanz, die Cholesterin abbauen hilft.

Pflanzen gegen Cholesterin
Lösliche Ballaststoffe binden Gallensäuren und senken so den Cholesterinspiegel. Diese Faserstoffe sind vor allem in Äpfeln (Pektin), Hafer, Gerste, Zitrusfrüchten. Um Ihren Cholesterinspiegel zu senken, müssen Sie nur drei Äpfel täglich essen. Ein gutes Mittel ist auch Flohsamen (Reformhaus): Die Quell- und Schleimstoffe wirken cholesterinsenkend.

Übergewicht abbauen
Zu viel Körperfett heizt die Bildung von Cholesterin an und fördert die Bildung von Entzündungsstoffen. Also: abnehmen!

Bewegung senkt Blutfette
Bereits geringfügige körperliche Belastung führt zu einer Verbesserung des Fettstoffwechsels. Ein wöchentlicher Kalorienverbrauch von 1.200 Kalorien durch Sport lässt das gute HDL-Cholesterin um 2 bis 3 mg/dl ansteigen.


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