10. Mai 2012 14:28
Ein neues orales Antikontrazeptivum verbreitert die bereits große Palette hormoneller Verhütungsmittel: Es handelt sich um eine Einphasen-"Pille" mit einer Kombination aus dem natürlichen 17 Beta-Estradiol als Östrogenkomponente und einem hochselektiven Gestagen, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.
"Das neue Produkt stellt eine Bereicherung der breiten Palette an kontrazeptiven Methoden dar, die eine individualisierte, auf die jeweilige Frau maßgeschneiderte Verhütung ermöglicht", erklärte Michael Elnekheli, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Präsident des Berufsverbandes der Gynäkologen. Die Verwendung eines natürlichen Östrogens entspreche nicht nur dem grundsätzlichen Bedürfnis der Anwenderinnen nach möglichst "natürlichen" Wirkstoffen, sondern sei auch aus medizinischer Sicht vorteilhaft.
Hormonelle Verhütung im Überblick:
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Pille
Die Pille enthält die Hormone Östrogen und Gestagen. Sie verhindert den Eisprung, erschwert die Einnistung der befruchteten Eizelle und das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
Minipille 1/2
Minipille mit Desogestrel - Die Minipille enthält lediglich ein Gestagen. Sie verhindert den Eisprung und erschwert das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
Minipille 2/2
Minipille mit Levonorgestrel - Die Minipille enthält lediglich ein Gestagen. Sie behindert die Eireifung und den Eisprung und erschwert das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
Drei-Monats-Spritze
Die Spritze enthält ein Gestagen. Sie behindert die Eireifung und den Eisprung, erschwert das Einnisten der befruchteten Eizelle und das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen)
Das Stäbchen enthält lediglich Gestagen. Es behindert den Eisprung und erschwert das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
Hormonspirale
Kombination aus Spirale und hormoneller Verhütung mittels Gestagen.
Vaginalring
Der Vaginalring wird in die Scheide eingeführt und gibt dort Östrogen und Gestagen ab. Er verhindert den Eisprung, erschwert die Einnistung der befruchteten Eizelle und das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
Verhütungspflaster
Das Pflaster gibt ein Östrogen und ein Gestagen ab. Es verhindert den Eisprung, erschwert die Einnistung der befruchteten Eizelle und das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter.
"Die Bioverfügbarkeit von Estradiol beträgt bei oraler Anwendung lediglich zehn Prozent jener von in herkömmlichen Antibabypille verwendetem Ethinylestradiol (EE). Möglicherweise treten unter dem natürlichen Estradiol seltener Nebenwirkungen aufgrund der geringeren Wirkungen auf den Leberstoffwechsel auf", so Doris Linsberger, Sexualmedizinerin und Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Durch die Kombination mit dem hochselektiven Gestagen Nomegestrolazetat (NOMAC), das vom natürlich vorkommenden Steroidhormon Progesteron abgeleitet wird, werde die Sicherheit der neuen Pille aufgrund einer verlängerten Halbwertszeit deutlich erhöht.