02. März 2010 16:42
Während die Konkurrenz in Mailand sich mit knapp sechs Tagen Modeschauen für
die kommende Saison begnügte, wartet Paris nun direkt im Anschluss mit einem
neuntägigen Marathon auf.
Allein 89 offizielle Präsentationen stehen auf dem Kalender,
daneben gibt es noch zahlreiche "Off"-Schauen. Für junge,
in der Szene schon anerkannte Avantgarde-Designer gilt Frankreich zur Zeit
als erste Wahl für die Präsentation ihrer Kollektionen. Auch wenn sie
vielleicht in London, Berlin oder New York angefangen haben: Sobald sie es
sich finanziell leisten können, zieht es sie nach Paris.
Und so tauchen auf dem Kalender auch zahlreiche Namen neuer interessanter
Designer auf. Nicolas Andreas Taralis etwa, der mit seinem klaren und
konzentrierten Stil ein wenig an Helmut Lang erinnert. Als
vielversprechender Newcomer gilt der in Paris lebende Belgier Anthony
Vaccarello. Der heute 30-Jährige hat vor vier Jahren den Großen Preis
des angesehenen Modefestivals von Hyeres gewonnen und schneidert mit
architektonischer Präzision. Beide eröffnen die Modewoche und zeigen ihre
Kollektionen am Dienstagabend.
Hochgelobt wurde in der vergangenen Saison die poetische, in ihrem Farbspiel
unglaublich sichere Kollektion des Italieners Marco Zanini für
Rochas. Der 38-Jährige, der am Mittwoch seine Entwürfe zeigt, war zuvor
bei Versace und bei Halston und könnte Rochas in ein neues In-Label der Mode
verwandeln.
Seiner Kollegin Phoebe Philo ist das bei Celine auf Anhieb
gelungen. Die Britin, die vor ein paar Jahren Chloe zu einer der
angesagtesten Marken der Welt machte, gab in der vergangenen Saison ihr
Debüt. Danach schwärmten Einkäufer und Journalisten unisono von Celine. Und
so gilt ihre Schau diesmal als einer der absoluten Höhepunkte. Daneben
warten alle natürlich auch auf die "üblichen Verdächtigen",
die Stars der französischen Mode wie Balenciaga, Chanel, Dior,
Lanvin, Hermès oder das Haus Yves Saint Laurent.
Doch natürlich wird das Fehlen Alexander McQueens in diesem
Reigen eine tiefe Lücke reißen. Die schon fertigen Entwürfe des genialen
Modemachers, der sich am 11. Februar das Leben nahm, sollen nur in einem
privaten Rahmen gezeigt werden. Die Schau wurde abgesagt.
So dicht und bunt das Programm auch erscheint: Ausruhen darf Paris sich
nicht auf seinen Lorbeeren der vergangenen Modesaisons. Schließlich gab es
in Mailand einige sehr starke Schauen. Miuccia Prada erwies sichdort
wieder als einzigartige Trendsetterin der Modewelt: Sie zeigte in Mailand
eine starke wegweisende Kollektion, die trotz Anleihen an die 60er Jahre
äußerst zeitgemäß wirkte und mit der Betonung weiblicher Formen eine neues,
sehr weibliches Frauenbild vorschlug.