03. Dezember 2009 12:39
Der Berliner Künstler Nikolas Gleber findet: ja. Gleber hatte eine Idee, wie
Pelzträger ihr Gewissen beruhigen können. Sein Projekt heißt "Friendly
Fur" - das sind Füchse "ohne schlechtes Karma". Nikolas
Gleber macht aus Füchsen Laptop-Taschen, Nackenstützen und sogar
Schlafbrillen.
Gleber ist Künstler und verwendet für seine Objekte Füchse aus deutschen
Jagdbeständen, die ohnehin zur Strecke gebracht wurden, wie er sagt. "Friendly
Fur" - freundlicher Pelz - nennt sich das Berliner Projekt. Eine Art
Öko-Pelz also, das passt zum Zeitgeist. Pelz ist wieder auf den Laufstegen
zu sehen. Szenegänger trauen sich mittlerweile, Omas Nerz aus dem Schrank zu
holen. Pelzkragen und Jogging-Hose, das ist der Look von Berlin-Mitte. Was
Tierschutzorganisationen dazu sagen, kann man sich denken. Über die Frage,
ob man Pelz tragen darf oder nicht, wird fast so gestritten wie über
Atomkraft. Erst im Sommer versuchten Pelzgegner, eine Escada-Party in Berlin
zu stürmen.
Der Fuchs-Künstler Gleber (33), ein "Mitte-Boy" mit
Turnschuhen und ironischem Schnauzbart, hat Erfahrung mit den Medien. Nicht
nur mit seinen Pelzen, auch mit einer Agentur für rothaarige Models hat er
schon Schlagzeilen eingesammelt. Wenn es jetzt wieder kälter wird und die
Pelz-Frage aufkommt, ist ihm das gerade recht. Sein Vater ist Förster.
Umwelt und Nachhaltigkeit sind Gleber wichtig. Wer das neongrüne Logo "Friendly
Fur" trägt, hat aus seiner Sicht eine Botschaft: "Liebe deine
Natur".
Füchse ohne "schlechtes Karma"
Gleber findet es
gut, dass die Tiere aus der Wildpflege genutzt werden. "Es ist kein
schlechtes Karma um die Füchse." Weder Zucht noch Fallen sind
demnach im Spiel. "Fallenjagd ist pfui." Anfeindungen habe er
wegen der Füchse noch nicht erlebt. "Ich bin froh, dass meine
Kunst richtig verstanden wird." Kürschner ist er nicht. Produziert
werden die Teile laut Gleber in der Region.
Es ist ein kleines Projekt und keine Massenware. Um die 30 Füchse hat der
Künstler bisher verarbeiten lassen. 80 Euro kostet ein Fuchsschwanz zum
Anhängen, 600 eine Handtasche. 1.500 Euro zahlt man für den Rotfuchs mit
Kopf zum Umhängen, den Gleber zärtlich "Johnny Blue Eyes"
nennt. Das Winterbalg, so heißt das Fell, ist flauschig. Aber die Augen des "Vulpus
vulpus" sind etwas gewöhnungsbedürftig. Es ist nicht jedermanns Sache,
so ein Tier um den Hals zu tragen.