16. März 2010 12:41
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Fashion-Fusion
"Die Kombination wird eines der größten und mächtigsten
Bekleidungsunternehmen der Welt schaffen", sagte Emanuel Chirico am
Montag. Der Chef des US-Modekonzerns Phillips Van Heusen, zu dem Calvin
Klein gehört, lässt sich die Übernahme von Tommy Hilfiger rund 3,0
Milliarden Dollar (2,2 Mrd Euro) kosten.
Tommy Hilfiger stehe für "cooles amerikanisches Design",
schwärmte der Modeboss, Calvin
Klein für "zeitgenössisch-moderne" Kleidung. Tommy
Hilfiger ist vor allem in Europa beliebt, Calvin Klein hat den Großteil
seiner Fans in den USA. Zusammen kommen die beiden Marken auf einen Umsatz
von 4,6 Milliarden Dollar. In der zersplitterten Modewelt ist das eine
gewaltige Summe.
Verkäufer ist der britische Finanzinvestor Apax Partners, der mit dem
Geschäft einen guten Schnitt macht. Er hatte Tommy Hilfiger vor gut vier
Jahren für etwa die Hälfte des jetzt aufgerufenen Preises übernommen. Apax
musste die abgewirtschaftete Marke aber mit viel Mühe auf Vordermann
bringen, wie sich Partner Christian Nähter erinnert: "Im Jahr 2006
war das Unternehmen in den USA in schlechter Verfassung, und die Marke Tommy
Hilfiger hatte ihre eindeutige Positionierung verloren."
Die Rapperszene hatte die Marke Tommy Hilfiger in den 1990er Jahren groß
gemacht und sie später fallen lassen. Mit dieser Vorgeschichte war Kleidung
aus dem Hause Hilfiger für die Masse der Amerikaner untragbar. Apax machte
angesichts dessen einen radikalen Schnitt: Der Finanzinvestor verlegte den
Hauptsitz der Modefirma nach Amsterdam und baute die Marke im höherpreisigen
Segment in Europa neu auf. Heute verkaufen wieder mehr als 1.000 Läden
weltweit die Kleidung mit dem blau-weiß-roten Logo. Hilfiger macht Gewinn.
Bis zum Herbst soll die Übernahme über die Bühne gehen. Für die Kunden und
die meisten Mitarbeiter ändert sich erst einmal gar nichts: Die Marken
bleiben eigenständig. Dafür bürgt nicht zuletzt Chefdesigner und Namensgeber
Tommy Hilfiger selbst: "Ich beteilige mich weiter aktiv am Geschäft",
versprach er.